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Lokales Neues Projekt am Dresdner Uniklinikum soll Spätfolgen nach Schädel-Hirn-Traumata minimieren
Dresden Lokales Neues Projekt am Dresdner Uniklinikum soll Spätfolgen nach Schädel-Hirn-Traumata minimieren
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09:50 22.07.2019
Probandin Stephanie Enghardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin, nutzt das Neurofeedback. (Archivfoto) Quelle: Carola Fritzsche
Dresden

Ein Autorennspiel am Computer nur mit den eigenen Gehirnströmen steuern – das ist möglich und soll nun auch Kindern und Jugendlichen zugute kommen, die mit Spätfolgen eines Schädel-Hirn-Traumas zu kämpfen haben. Experten schätzen, dass rund 20 Prozent der jungen Patienten mit Spätfolgen in Form von Veränderungen im Verhalten und der geistigen Leistungsfähigkeit zu kämpfen haben, teilt das Uniklinikum Dresden mit.

554 Schädel-Hirn-Traumata bei Minderjährigen

Die Methode nennt sich Neurofeedback und wird in der Regel bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen angewendet. Nun haben sich die Kliniken für Kinderchirurgie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Abteilungen für Neuropädiatrie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Uniklinikums zusammengeschlossen und ein Kooperationsprojekt auf den Weg gebracht. Dabei sollen die Patienten, die an den Spätfolgen leiden, mit der Methode des Neurofeedbacks therapiert werden.

2018 diagnostizierten die Chirurgen mit den Kollegen der Anästhesie und Neuropädiatrie bei 554 Kindern und Jugendlichen ein Schädel-Hirn-Trauma. Auch wenn nach der Entlassung alle sichtbaren Wunden verheilt sind, bedeutet das nicht in jedem Fall, dass im Gehirn alles verheilt ist. So schaffen es vorher aufmerksame Schüler plötzlich nicht mehr, sich eine Schulstunde lang zu konzentrieren – und das, obwohl der Unfall bereits viele Monate her ist. In solchen Fällen kann es sein, dass Mikrostrukturen im Gehirn geschädigt sind. Das können beispielsweise Nervenfasern sein, die Areale des Gehirns miteinander verbinden.

Ein Auto per Konzentration steuern

Für diese Patienten will das Kooperationsprojekt nun ein gezieltes ambulantes Versorgungsangebot schaffen. Denn das Gehirn ist durchaus in der Lage, die kleinen Verletzungen durch gezieltes Training auszugleichen. Eltern können bei der Entlassung entscheiden, ob sie an der Teilnahme interessiert sind. Wenn ja, werden sie vom Forscherteam nach drei Monaten erstmals kontaktiert und nach dem aktuellen Gesundheitszustand ihres Kindes gefragt. Wenn diese Probleme bei der Aufmerksamkeit oder bei Denkvorgängen hat, bekommt es einen Diagnostiktermin im Uniklinikum. Dort werden Aufmerksamkeit, Gedächtnis und das allgemeine geistige Leistungsvermögen getestet, über Fragebögen die Symptome erfasst und die Gehirnaktivität mittels EEG gemessen.

Bestätigen sich die Probleme, beginnt die Therapie mit dem Neurofeedback. Dabei messen fünf Elektroden die Gehirnaktivität und übertragen diese auf ein einfaches Computerspiel. Je mehr sich der kleine Patient konzentriert, desto höher steigt die Leistung des Gehirns an. So lässt sich das Auto steuern und der Patient kann lernen, seine Konzentration bewusster zu steuern. Acht Wochen lang wird so zweimal wöchentlich trainiert. Danach sollen sich die Aufmerksamkeitsprobleme mindern. Die Leiter des Projekts wollen damit die langfristige klinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Schädel-Hirn-Trauma verbessern und ausweiten, heißt es in der Mitteilung.

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