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Lokales Neues Fraunhoferzentrum CPS in Dresden schickt die KI ab in die Produktion
Dresden Lokales Neues Fraunhoferzentrum CPS in Dresden schickt die KI ab in die Produktion
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17:06 03.12.2019
Für die Fabrik der Zukunft werden KIs, cyberphysikalische Systeme und neuartige Mensch-Maschine-Schnittstellen gebraucht, wie sie das Fraunhofer CPS in Dresden entwickeln will. Quelle: Foto: Fraunhofer IWU
Dresden

Fraunhofer hat am Montag in Dresden ein neues Forschungszentrum für Cognitive Produktionssysteme (CPS) gegründet. Die Forscher wollen dort mit Hilfe von „Künstlicher Intelligenz“ (KI) digitale Technologien für die Fabriken der Zukunft entwickeln. „Als Zielgruppe sehen wir vor allem den Mittelstand“, kündigte Prof. Steffen Ihlenfeldt von der TU Dresden an, der das neue Fraunhofer-Zentrum leitet.

Die Startmannschaft hat sich nun im Technologiezentrum „Universelle Werke“ an der Zwickauer Straße eingemietet. 2023/24 wollen Fraunhofer und der Freistaat dann einen eigenen Komplex für das CPS an der Nöthnitzer Straße errichten. Bund und Land teilen sich in die 40-Millionen-Euro-Investition hinein.

Geplant sind ein Bürogebäude mit 1700 Quadratmetern für bis zu 150 Wissenschaftler sowie 1400 Quadratmeter für Versuchs- und Laborhallen mit 3D-Druckern, computergesteuerten Werkzeugmaschinen, Robotern und anderer fortschrittlicher Produktionstechnik. Dort wollen die Ingenieure ihre neuen cyberphysikalischen Systeme in der Praxis erproben. Für den Neubau kalkulieren die Fraunhofer-Experten etwa 25 Millionen Euro, für die Startausstattung 15 Millionen.

Weniger Energie sinnlos verpulvern

Die Forscher wollen unter anderem Systeme entwickeln, die Fabrik-Maschinen auf eine neue Entwicklungsstufe heben. Sie wollen beispielsweise Robotern, CNC-Fräsen und 3D-Druckern beibringen, einander neue Produktionstricks zu lehren, Unsichtbares zu sehen, Daten zu analysieren und mit Menschen intuitiv zu interagieren. Dadurch sollen sie imstande sein, selbst Unikate noch gewinnbringend herzustellen, den „Wurm“ in einer lahmenden Fabrik zu erkennen und selbstständig Produktivitätslücken zu schließen.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt am CPS ist weitreichender: „Wir rechnen damit, dass sich die Produktion in Zukunft wieder zurück in die Städte verlagert“, schätzte Prof. Welf-Guntram Drossel ein, der das CPS-Mutterinstitut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) leitet. Ein Vorteil: Solche „Industrie 4.0“-Fabriken würden im Stadtraum weniger Energie sinnlos verpulvern, da sie Wärme und Kälte mit den Wohnhäusern ringsum austauschen könnten. Solche urbanen Fabriken dürfen allerdings keine Abgase oder Lärm absondern und müssen sparsam mit dem knappen Platz umgehen. „Eine Lösung sind Fabriken, die vertikal aufgebaut sind statt in der Fläche“, sagte Ihlenfeldt.

Solche Konzepte könne Fraunhofer auch gerne gleich in Dresden in der Praxis erproben, zum Beispiel im „Wissenschaftspark Ost“, bot Chef-Wirtschaftsförderer Robert Franke an. Digitalisierung, KI und Produktionsautomatisierung, wie sie das neue CPS-Zentrum erforsche, seien Kernthemen des Innovationsstandortes Dresden. Daher werde die Stadt Pilotprojekte und Ausgründungen gern unterstützen.

Von Heiko Weckbrodt

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