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Lokales Neue Therapieoption bei erblichem Eierstockkrebs am Dresdner Uniklinikum
Dresden Lokales Neue Therapieoption bei erblichem Eierstockkrebs am Dresdner Uniklinikum
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17:53 10.04.2019
Eierstockkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren. Er kehrt auch nach Chemotherapie und Operation häufig zurück. Quelle: dpa/Angelika Warmuth
Dresden

Eierstockkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren. Auch nach erfolgreicher Operation mit vollständiger Entfernung aller erkennbaren Krebsherde und anschließender Chemotherapie kehrt der Tumor nicht selten nach kurzer Zeit zurück. Eine neue Gruppe von Arzneistoffen – so genannte PARP-Inhibitoren, kurz „PARPi“ – bieten nun Hoffnung für Patientinnen mit Eierstockkrebs, deren Erkrankung auf eine erbliche Veränderung in bestimmten Hochrisikogenen zurückzuführen ist.

Die Ursache ist auch die Achillesferse

Die sogenannten Gene BRCA1/2 sind für die Reparatur von Fehlern in der Erbinformation menschlicher Zellen (DNA) verantwortlich. Träger dieser Mutation erkranken häufiger und vergleichsweise jung an Brust- und Eierstockkrebs sowie weiteren Krebsarten. Die gestörten Reparaturmechanismen sind zum einen Ursache des Krebsleidens, bilden aber gleichzeitig auch die Achillesferse für die Tumorzellen. Diese müssen nämlich auf alternative Formen der DNA-Reparatur ausweichen, wenn sie selbst überleben wollen. Hierbei spielt das PARP-Enzym eine wichtige Rolle: Wenn dieses medikamentös gehemmt wird – durch PARP-Inhibitoren – dann kommt es insbesondere bei BRCA1- oder BRCA2-mutierten Tumorzellen gehäuft zum Zelltod.

Auch am Universitätsklinikum können Patientinnen nun mit dem neuen Wirkstoff behandelt werden. „Als Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs können wir allen Patientinnen mit Eierstockkrebs bis 79 Jahre eine genetische BRCA1/2-Analyse anbieten, auch wenn dies der einzige Fall von Eierstockkrebs in der Familie ist. Außerhalb solcher Zentren wird die Analyse in diesem Fall nicht von den Kassen getragen“, sagt Professor Evelin Schröck, Direktorin des Instituts für Klinische Genetik an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.

Zahlt die Kasse?

Doktor Karin Kast von der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe fügt an: „Wir wissen, dass das Risiko eines Rückfalls innerhalb der ersten dreieinhalb Jahre nach der Standardtherapie durch die anschließende Behandlung mit PARP-Inhibitoren um rund 70 Prozent gesenkt werden kann.“

Neue Therapieoptionen sind allerdings meistens mit hohen Kosten verbunden. Die Behandlung mit PARP-Inhibitoren wird aktuell noch nicht flächendeckend von den Krankenkassen übernommen. „Wir stellen für jede unserer Patientinnen, bei der die Behandlung angezeigt ist, einen entsprechenden Antrag bei der jeweiligen Krankenkasse – ein übliches Prozedere bei neuen Medikamenten. Weitere Patientinnen können im Rahmen von Studien behandelt werden. Künftig wird die vielversprechende Behandlung hoffentlich noch weit mehr Patientin-nen zu Gute kommen“, so Dr. Karin Kast.

Von Annafried Schmidt

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