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Lokales Neue Seniorenwohnanlage in Löbtau mit Konzept gegen Einsamkeit im Bau
Dresden Lokales Neue Seniorenwohnanlage in Löbtau mit Konzept gegen Einsamkeit im Bau
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09:24 18.06.2019
Reinhard Biener, Nicole Thiessen und Jens Rautenberg (v.l.) vor dem Baugrundstück in Löbtau. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Meine Mutter ist 90 Jahre alt und spielt gerne Canasta. Aber mir fehlt die Zeit“, sagt Reinhard Biener, Vorstand der Immobilienwert Sachsen AG. Das Canasta-Problem brachte den Projektentwickler, Bestandshalter und Bauträger auf eine Idee: Eine Seniorenwohnanlage mitten in der Stadt, die den Bewohnern vieles bietet, aber nichts vorschreibt.

Einsamkeit ist das Hauptproblem von älteren Menschen.“

Die Immobilienwert AG will bis Juni 2021 rund 18 Millionen Euro in den „Schillinghof“ auf einem freien Grundstück zwischen Gröbelstraße und Reisewitzer Straße investieren. „Einsamkeit ist das Hauptproblem von älteren Menschen. Das wollen wir mit einem Servicekonzept bekämpfen“, erklärt der Vorstand. Gemeinsames Kochen, Einkaufen, Wandern, Billard oder ein Fußballabend vor dem Fernseher, aber auch Hilfe beim Anbringen eines Bildes an der Wand – all das soll möglich werden im Schillinghof.

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Biener ist vom Standort in unmittelbarer Nähe zur Kesselsdorfer Straße überzeugt. Eine Zentralhaltestelle in naher Zukunft, Einkaufsmöglichkeiten und sehr viele niedergelassene Ärzte, dazu ein grünes Umfeld mit der nahen Weißeritz: „Löbtau eignet sich bestens für unser Vorhaben“, findet er.

61 Wohneinheiten mit zwei bis vier Räumen werden in den beiden Baukörpern entstehen, erläutert Projektentwicklerin Nicole Thiessen. 2600 Quadratmeter ist das Baufeld groß, 3700 Quadratmeter Wohnfläche sind geplant. In einem Verbindungsbau aus Glas entstehen Gemeinschaftsflächen, insgesamt 512 Quadratmeter sind zur gemeinsamen Nutzung für die Bewohner vorgesehen.

In einer Tiefgarage entstehen 27 Stellplätze. Angesichts der üppigen ÖPNV-Angebote im Umfeld und des Mobilitätskonzeptes, das auf Carsharing, Elektrofahrräder und -dreiräder setzt, durchaus ausreichend, meint Biener. „Wir entwickeln keine reine Pflegeimmobilie“, erklärt er, Angebote wie Wäscheservice oder Essensversorgung können die Mieter selbst buchen.

„Wir sind komplett überzeugt von diesem Vorhaben.“

2020 werden deutschlandweit 3,7 Millionen altersgerechte Wohnungen fehlen, rechnet Biener vor. Bis 2030 steige die Zahl auf 7 Millionen. „Wir bedienen eine Angebotslücke“, glaubt er und verweist auf das „Herzblut“, das alle Beteiligten in das Vorhaben investiert hätten. Besonders der Garten mit einem poolähnlichen Wasserspiel sei ein Alleinstellungsmerkmal.

Der Baubeginn ist für August oder September geplant, die Nettokaltmieten sollen zwischen 11,50 und 12 Euro liegen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir dieses Projekt am Markt platzieren können“, erklärt der Vorstand.

Jens Rautenberg, Geschäftsführer des Immobilienanalysehauses Conversio, teilt die Überzeugung. „Wir prüfen neue Projekte mit der Brille des Kleinanlegers. Ist das Gesamtpaket gut oder eben nicht?“ Im vergangenen Jahr hat Conversio rund 200 Analysen durchgeführt und 80 Prozent der Projekte für „nicht empfehlenswert“ erklärt. „Da gibt es Vorhaben in unmöglichen Lagen mit unmöglichen Preisen“, meint Rautenberg.

Der Schillinghof sei ein Projekt, das Conversio freigegeben habe. „Dresden ist generell ein guter Standort. Aber in Löbtau sinkt der Leerstand noch schneller als im Stadtgebiet. Altengerechtes Wohnen ist ein Riesenthema und spricht eine große Gruppe an. Wir sind komplett überzeugt von diesem Vorhaben.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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