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Lokales Neue Parkplätze für sichere Radwege auf der St. Petersburger Straße
Dresden Lokales Neue Parkplätze für sichere Radwege auf der St. Petersburger Straße
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17:41 31.05.2019
Der südöstliche Teil des Ferdinandplatzes wird von der Stadt in den kommenden beiden Wochen umgebaut. Bisher wird die Fläche von einem privaten Betreiber bewirtschaftet – künftig handelt es sich um einen städtischen Parkplatz. Quelle: Sebastian Kositz
Dresden

Nach dem Unfall mit einer getöteten Radfahrerin auf der St. Petersburger Straße im vergangenen August hatte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) die Reißleine ge­zogen – und die Streichung der Parkplätze links und rechts neben den Fahrbahnen angekündigt. Jetzt lässt die Verwaltung dem offenkundig Ta­ten folgen. Um Ersatz für die an­gedachte Streichung der Stellflächen zu schaffen, wird der Parkplatz im südöstlichen Teil des Ferdinandplatzes entsprechend hergerichtet

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, werden Bauleute bis 15. Juni den Parkplatz auf dem Ferdinandplatz, der über die Zufahrt von der St. Pe­tersburger Straße zu erreichen ist, dafür umbauen. Der Platz mit etwas mehr als 200 Stellflächen soll einerseits von den Anwohnern genutzt werden können – aber auch für andere Autos offen stehen, der­en Fahrer dazu jedoch einen Parkschein ziehen müssen.

Die Ar­beiter werden in den nächsten zwei Wochen unbefestigte Bereiche asphaltieren, Markierungen neu aufmalen und die Be­leuchtung verbessern. Zudem lässt die Stadt vier Parkautomaten aufstellen und an der Einfahrt eine Zählschleife in der Fahrbahn verlegen, da­mit der Platz mit in das Parkleitsystem eingebaut werden kann.

Der Parkplatz war bis zum Freitag an einen privaten Betreiber verpachtet, der Vertrag von der Stadt zu diesem Termin gekündigt worden. Die Kündigung war ohnehin noch dieses Jahr vorgesehen, um Platz für archäologische Untersuchungen zu haben, die dem geplanten Neubau des Verwaltungszentrums vorausgehen.

Im August des vergangenen Jahres war es auf der St. Petersburger Straße zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang gekommen. Ei­ne 45-Jährige war mit dem Rad auf dem Radweg in Richtung Hauptbahnhof unterwegs, als sich plötzlich die Tür eines parkenden Autos öffnete. Die Frau konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, knallte gegen die Tür, wurde auf die Fahrbahn geschleudert und dort von ei­nem Auto überrollt. Kurz darauf verstarb sie in einem Krankenhaus.

Ein weißes Fahrrad erinnert auch heute noch an den Tod einer Radfahrerin auf der St. Petersburger Straße nach einem so genannten Dooring-Unfall. Sie war gegen eine sich plötzlich öffnende Tür eines parkenden Autos gestoßen. Quelle: Archiv/Anja Schneider

Der Unfall hatte große Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hatte daraufhin eine Petition gestartet und darin unter anderem die Streichung der Stellflächen rechts neben den Radwegen gefordert. Mehr als 5000 Menschen hatten un­terschrieben. Aber auch Politik und Verwaltung beschäftigen sich seither intensiv mit den Zuständen auf der St. Petersburger Straße.

So hatten auch die Verkehrsplaner der Stadt die Situation vor Ort genau unter die Lupe genommen und nach Möglichkeiten gesucht, die Gefahren zu entschärfen. Doch der Platz ist begrenzt, viele Ideen lassen sich angesichts der baulichen Gegebenheiten nicht umsetzen. So entschieden sich die Verantwortlichen schließlich dafür, links und rechts auf der St. Petersburger Straße insgesamt 110 Stellflächen zu streichen. „Wir ha­ben festgestellt, dass wir die Sicherheit für Radfahrer kurzfristig nur erhöhen können, wenn wir das Parken abordnen“, hatte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain im April erklärt. Zu­gleich hatte er angekündigt, eine Teilfläche auf dem Ferdinandplatz als Ersatz herrichten zu wollen.

Wie die Stadt auf Dauer mit der Situation auf der St. Petersburger umgeht, ist offen. Eine langfristige Lösung ist der Ferdinandplatz mit Blick auf die Pläne für das Verwaltungszentrum nicht. Angedacht war zunächst, zumindest auf der Seite hin in Richtung Großer Garten auf dem Gehweg Abstellmöglichkeiten zu schaffen – was al­lerdings an den zu hohen Bordsteinen scheitert. Die Grünen haben in­zwischen im Bauausschuss einen weiteren Vorschlag unterbreitet, den die Stadt jetzt prüfen soll. Auf der besagten Seite sei der Gehweg breit genug, um darauf den Radweg mit entlang zu führen, so Grünen-Stadtrat Thomas Löser.

Mit der jetzigen Lösung werden in jedem Fall in der Summe im Zentrum Parkplätze verschwinden. Dies ist aus Sicht von Raoul Schmidt-Lamontain aber verkraftbar. Der Verwaltungschef ver­wies dabei auf die umliegenden Parkhäuser und Tiefgaragen. Diese seien im Schnitt nur zu 50 bis 80 Prozent ausgelastet. Ein Ergebnis, zu dem auch der ADFC gekommen war, dessen Mitstreiter zuvor das Parkinformationssystem der Stadt genauer analysiert hatten.

Das Vorgehen des Baubürgermeisters ist umstritten. FDP-Fraktionschef Holger Zastrow hatte deshalb sogar die Absetzung des Baubürgermeisters gefordert. Aus den eigenen Reihen erhält Raoul Schmidt-Lamontain indes Rückendeckung. „Wir unterstützen den Baubürgermeister“, erklärt Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi, der angesichts des tödlichen Unfalls vor einer Woche an der Stauffenbergallee auf weiteres Handeln drängt: „Die Stadt muss jetzt endlich daran gehen, alle Gefahrensituationen für Radfahrer schnellstmöglich zu beseitigen“, so der Grünen-Politiker.

So funktioniert am Ferdinandplatz künftig das Parken

Wegen des Umbaus bleibt der Parkplatz ab diesem Sonnabend bis zum 15. Juni geschlossen. Ab 15. Juni können dort Anwohner, aber auch andere Autofahrer, ihre Fahrzeuge wieder abstellen.

Anwohner des Bewohnerparkgebietes 5 können den Parkplatz mit einem gültigen Bewohnerparkausweis gebührenfrei nutzen. Die Nummer des Bewohnerparkgebietes wird im Display der Parkscheinautomaten ausgewiesen.

Die Parkgebühren für alle anderen Autofahrer richten sich nach der Tarifzone 1 der Parkgebührenordnung der Stadt Dresden. In der Zeit zwischen 8 und 20 Uhr sind montags bis sonnabends 50 Cent je 20 Minuten zu zahlen. Die Tageskarte kostet sechs Euro. An Sonn- und Feiertagen sind für einen Tag drei Euro und je Stunde 50 Cent zu entrichten.

Von Sebastian Kositz

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