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Lokales „Krebs ist kein Schreckgespenst“
Dresden Lokales „Krebs ist kein Schreckgespenst“
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18:24 16.03.2018
Nancy Ahrens, Stefanie Bußhardt und Steffi Mehner (v.l.) unterrichten angehende Heilpraktiker an der Mehner & Bussardt Akademie in Dresden und Chemnitz. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Wenn ein Patient mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, sind die nächsten Schritte in vielen Fällen schnell klar: Operation, Chemotherapie, Bestrahlung. Die Zeit zwischen der Diagnose und dem Beginn der Therapie ist häufig sehr kurz. Ebenso wie die Zeit des Arztes, den Betroffenen genau aufzuklären.

An diesem Punkt kommt die Naturheilkunde ins Spiel. „Wir haben das Privileg, uns für die Patienten Zeit nehmen zu können. Eine Anamnese kann durchaus eine bis eineinhalb Stunden dauern. So können wir zur Krebsvorsorge und zur Früherkennung beitragen sowie die Therapie begleiten“, erklärt Nancy Ahrens.

Sie ist gelernte Krankenschwester und seit 2004 auch Heilpraktikerin. In Chemnitz arbeitet sie gemeinsam mit vier Kollegen in einer Praxis, welche auf Schmerztherapie und Palliativmedizin spezialisiert ist. Sie setzt sich für eine Zusammenarbeit von Schulmedizin und Naturheilkunde in der Krebstherapie ein. Außerdem ist Ahrens Schulleiterin der Mehner & Busshardt Akademie für Ganzheitliche Medizin GmbH am Standort Chemnitz. Leider ist die Kombination von Schulmedizin und Naturheilkunde keine Selbstverständlichkeit, weiß die dreifache Mutter.

„Etwa 80 Prozent der Tumorerkrankten suchen Rat bei Heilpraktikern und oft verschweigen sie es ihrem Onkologen, aus Angst vor Abwertung und Verunsicherung“, sagt Ahrens. Dieser Weg sei keinesfalls der Richtige, dennoch gebe es immer wieder Schulmediziner, die den Gang zum Heilpraktiker missbilligen. „Ich vermute, dass fehlendes Wissen und manchmal abstruse Vorstellungen über unsere Arbeit die Gründe dafür sind“, sagt sie.

Anspruch: Die Therapie erträglicher gestalten

Die Heilpraktikerin hält selbst regelmäßig Vorträge vor Schulmedizinern, um über die Vorteile der Komplementärmedizin aufzuklären. „Die Naturheilkunde hat nicht den Anspruch Krebs zu heilen, sondern die Therapie zu begleiten“, stellt sie klar. „Wenn ein Heilpraktiker von einer Chemotherapie abrät, ist Vorsicht geboten. Denn derzeit gibt es keine bessere Behandlungsmöglichkeit“, sagt Ahrens.

Die Arbeit der Heilpraktiker dürfe nicht damit verwechselt werden, was spirituelle Heiler ohne medizinische Kenntnisse anraten. Auch sie werden immer wieder von Patienten in ausweglosen Situationen aufgesucht.

Die Naturheilkunde ist aber voller Möglichkeiten, die langwierige Therapie erträglicher zu gestalten. „Nach der Diagnose stellt sich bei den Ärzten schnell die Routine der Behandlung ein. Der Mensch kommt dabei oft zu kurz. Wir als Heilpraktiker möchten die Persönlichkeit der Patienten stärken und auch bei den physiologischen Vorgängen helfen“, erklärt Ahrens.

So gebe es verschiedene Methoden, das Immunsystem während einer Chemotherapie stabil zu halten, Nebenwirkungen zu reduzieren und die Verträglichkeit zu verbessern. „Dabei wird Krebs nicht als ein Schreckgespenst betrachtet, sondern als chronische Krankheit“, sagt die Heilpraktikerin. Es gebe kein Schema, welches sich abarbeiten lasse. Jeder Patient und jedes Karzinom sei individuell zu betrachten.

Zunächst einmal steht die Reduzierung der Tumormasse, also eine Operation, im Vordergrund. „Wenn ein Tumor entsteht, heißt es, dass das Immunsystem allein nicht mehr gegen die Tumorzellen ankommt. Werden Teile oder gar der komplette Tumor entfernt, kann sich das Immunsystem erholen“, sagt die Heilpraktikerin. Auf die Operation folgt häufig die Chemotherapie. Und dann kann auch die Naturheilkunde wieder aktiv werden.

Möglichkeiten: Künstliches Fieber mithilfe der Mistel erzeugen

Eine Methode ist die Misteltherapie. Die Pflanze ist gerade in den Wintermonaten häufig an kahlen Bäumen zu sehen. Und das nicht ohne Grund: „Bei der Mistel ist alles anders. Sie blüht im Winter und trägt ihre Früchte zu dieser Zeit. Außerdem zapft sie den Baum als Wirt an und entzieht ihm das lebenswichtige Wasser. Ihr Verhalten erinnert stark an das eines Tumors“, beschreibt Ahrens die Heilpflanze.

Durch die Einnahme von Mistelpräparaten wird die Körpertemperatur erhöht, was gleichzeitig das Immunsystem anregt. Außerdem verbessere sich laut Ahrens der Allgemeinzustand, Schmerz und Nebenwirkungen werden reduziert. „Bei der Wirkung auf den Tumor selbst streiten sich die Wissenschaftler noch“, gibt sie zu. Rezeptfähig ist die Mistel derzeit nur für Palliativpatienten und Patienten mit schwersten Nebenwirkungen. Alternativ können die Präparate in der Apotheke erworben werden, müssen allerdings selbst bezahlt werden. Ein Vorrat für zwei Wochen kostet rund 50 Euro.

Ein weiteres unterstützendes Verfahren der Heilpraktik ist die Hyperthermie. Hierbei wird die Körpertemperatur mithilfe von Infrarotstrahlung auf 39 bis 39,5 Grad Celsius erhöht. Dieses künstliche Fieber regt wiederum das Immunsystem an. „Allein hat diese Therapie wenig Sinn, aber in Kombination mit einer Chemotherapie wirkt sie optimal“, sagt Ahrens. Auch die Hyperthermie muss vom Patienten selbst gezahlt werden und kostet 90 Euro für rund fünf Stunden Behandlung.

Nancy Ahrens ist überzeugt, dass oft auch wenige naturheilkundliche Behandlungen mehr bewirken können, vor allem psychisch. „Ich erinnere mich an eine Patientin, bei der keine Maßnahme gegen ihre Schmerzen half. Ich gab ihr Bachblüten und eine Reihe von Fußreflexzonenmassagen und von da an wurde alles besser“, erzählt Ahrens. Eine positive Einstellung trage maßgeblich dazu bei, dass die Therapie anschlägt: „Die Patienten tun etwas für ihre Gesundheit und nicht gegen den Tumor“.

Ergebnisse: Kleine Wunder und neue Hoffnungen

Die Heilpraktikerin betont, dass nicht darüber diskutiert werden solle, wer besser ist: Schulmedizin oder Naturheilkunde? Nein, es gehe darum, zusammenzuarbeiten und dem Patienten bestmöglich zu helfen.

Und es gebe auch immer wieder kleine Wunder, wie die Heilpraktikerin aus ihrer Erfahrung berichtet: „Wenn sich anfänglich aussichtslose Befunde mit neuer Hoffnung füllen, bedeutet das nicht immer, dass der Tumor verschwindet. Doch hin und wieder können wir den Patienten mit der naturheilkundlichen Unterstützung viele gute Jahre Lebensqualität schenken“.

Eines solle dabei aber nie vergessen werden: die Absprache mit dem Onkologen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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