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Lokales Narrenhäusel-Entwürfe in der Presse – Baubürgermeister sagt Sitzung ab
Dresden Lokales Narrenhäusel-Entwürfe in der Presse – Baubürgermeister sagt Sitzung ab
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17:13 28.10.2019
Der Entwurf des Dresdner Architekten Martin Trux gefällt Bauherr Frank Wießner am besten. Quelle: Andreas Hummel, arte 4d
Dresden

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) hat seine Teilnahme an der Gutachtersitzung zum Wiederaufbau des Narrenhäusels am Montag abgesagt. Grund für den Eklat aus Sicht des Baubürgermeisters: Die Veröffentlichung der Entwurfsvarianten in den Medien, darunter auch den DNN. „Der Bauherr benannte gegenüber den Medien auch bereits seine Vorzugsvariante“, erklärte Schmidt-Lamontain. „Ich übe deutliche Kritik an diesem Vorgehen.“

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So soll das Narrenhäusel aussehen – Frank Wießner zeigt die Pläne

Der Dresdner Bauunternehmer Frank Wießner will auf eigene Kosten das Narrenhäusel rekonstruieren und nach spätestens 60 Jahren in den Besitz der Stadt geben. Der Wiederaufbau des Gebäudes war im Stadtrat umstritten. Insbesondere die Grünen hatten davor gewarnt, an dieser Stelle vollendete Tatsachen zu schaffen, bevor die Bebauungen des Königsufers und des Neustädter Marktes fertig geplant sind. Eine knappe Mehrheit stimmte letztlich für das Narrenhäusel.

Hat Wießner versucht, das Verfahren zu beeinflussen?

Das Gebäude soll grundsätzlich seine historische Fassade vor dem Zeitpunkt der Zerstörung erhalten. Zeitgenössische Nutzungsansprüche und Normen erfordern jedoch Abweichungen vom Original. Die Verwaltung hatte Wießner aufgefordert, drei alternative Fassadenentwürfe in Auftrag zu geben, um die bestmögliche Lösung für den städtebaulich hochwertigen Standort finden zu können.

„Bei mir bleibt der Eindruck, dass auf die Meinung eines Gutachtergremiums offensichtlich kein Wert gelegt wird“, erklärte der Baubürgermeister. Er habe es noch nicht erlebt, dass ein Bauherr ein Wettbewerbsverfahren dadurch zu beeinflussen versuche, dass er die Entwurfsvarianten an die Öffentlichkeit gebe und sich auch noch öffentlich positioniere, welcher Entwurf aus seiner Sicht gewinnen müsse, so der Baubürgermeister.

„Ich kann niemanden zur Teilnahme zwingen“, erklärte Wießner nach der Gutachtersitzung gegenüber DNN. Es sei eine interessante Veranstaltung auf hohem Niveau gewesen, er habe viel lernen können. Bei der Abstimmung habe es ein Patt zwischen den Entwürfen von Martin Trux und Pontus Falk gegeben. „Beide haben ihre Vor- und Nachteile“, sagte Wießner, der hofft, dass nun der Dresdner Stadtrat das letzte Wort zum Narrenhäusel erhält.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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