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Lokales Nachwuchs bei den Faultieren im Dresdner Zoo
Dresden Lokales Nachwuchs bei den Faultieren im Dresdner Zoo
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14:55 16.04.2020
Das Junge klammert sich an seine Mama. Quelle: Zoo Dresden
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Dresden

Marlies und Atia – die beiden Zweifingermaultiere im Dresdner Zoo – sind Eltern geworden. „Am Morgen des 15. April fanden unsere Tierpfleger auf dem Bauch von Mama Marlies ein augenscheinlich gesundes und gut entwickeltes Jungtier“, so Zoodirektor Karl-Heinz Ukena. Einen Namen hat der Neuankömmling im Dresdner Zoo nicht, denn es ist noch nicht klar, ob es sich um ein weibliches oder ein männliches Tier handelt. Das könne erst per Ultraschall festgestellt werden, wenn sich das Jungtier „vollständig von der Mutter abgesetzt hat“, so Ukena weiter.

Jetzt erst einmal sind Mama und Kind eng verbunden, denn das Jungtier liegt Bauch an Bauch mit der Mutter und hat sich dort festgeklammert. Das hindert Mama Marlies nicht, weiter wie gewohnt im Brandes-Haus ihre Runden zu drehen – kopfüber am Seil. „Ja, Marlies ist ein Faultier, was ungewohnter Weise sehr viel unterwegs ist. Das ist eine individuelle Besonderheit“, so Dr. Wolfgang Ludwig, der zoologische Leiter. Denn eigentlich hangeln sich Faultiere ja mit rekordverdächtiger Langsamkeit an Bäumen entlang. Da macht Atia schon eher seinem Namen Ehre.

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Das Faultiermännchen kam vor einem Jahr aus dem tschechischen Zoo Ústí nad Labem nach Dresden. Mehr als drei Jahre hatte der Zoo nach dem Tod von Daniel, dem langjährigen Partner von Marlies, nach einem neuen Gefährten für das Faultierweibchen gesucht. Zweimal scheiterten die „Eheanbahnungen“ mangels Sympathie. Erst bei Atia funkte es.

Für Marlies, die seit 2007 im Dresdner Zoo lebt, ist es das siebente Jungtier, teilt der Zoo mit. Der Kleine wird gesäugt. Die Stillzeit liegt bei etwa fünf Monaten. Sobald das Junge groß genug und selbstständig ist, werde es den Dresdner Zoo verlassen, sagt der zoologische Leiter. Bleiben die Faultiere zu dritt, drohe Inzucht und Streit. „In der Natur sind Faultiere Einzelgänger. Und man ist immer froh, wenn man ein Paar hat, das sich bei Begegnungen toleriert“, so Wolfgang Ludwig.

Von Catrin Steinbach