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Lokales Nach der Krebsbehandlung folgt die Hauttransplantation
Dresden Lokales Nach der Krebsbehandlung folgt die Hauttransplantation
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15:00 06.03.2018
Oberarzt Wolfgang Hofer erkundigt sich bei Henry Hron nach einer Hauttransplantation nach dem Befinden.   Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 Wer eine Hauttransplantation braucht, hat meist Schlimmes erlebt: Verbrennungen, Unfälle oder einen Tumor. Das hat auch Henry Hron. Nach der Entfernung eines ausgeprägten Tumors verblieb eine große und tiefe Wunde am unteren Rücken über der Wirbelsäule. „Nach langwieriger Krankenvorgeschichte wurde der Patient zum endgültigen Defektverschluss in unsere Plastisch-Chirurgische Abteilung verlegt“, sagt der behandelnde Oberarzt Wolfgang Hofer am Standort Neustadt des Städtischen Klinikums.

Um die Wunde zu verschließen, wendeten die Chirurgen zwei verschiedene Verfahren an. Zuerst wurde im Rahmen der sogenannten Lappenplastik ein Muskel aus der Umgebung zur Auffüllung der Wundhöhle verwendet. Jetzt fehlte noch eine Hautbedeckung. Hierfür wurde dem Patienten die oberste Hautschicht von seinem Oberschenkel entnommen und auf den Muskel verpflanzt. „Damit die transplantierte Haut vom Körper angenommen wird und anwächst, fixieren wir die Haut mit einem speziellen Vakuumverband“, erläutert Oberarzt Hofer.

Haut kann ohne Gefühl bleiben

„In dem transplantierten Bereich habe ich kein Gefühl in der Haut“, beschreibt der 53-jährige Patient das Ergebnis. „Das ist in seinem komplexen Fall häufig“, bestätigt Hofer. „Ich bin extra aus Sangerhausen in das Klinikum Dresden gekommen“, sagt Hron. Ihm war es wichtig, dass seine Krebsbehandlung am Standort Friedrichstadt und der anschließende Defektverschluss am Standort Neustadt aus einer Hand erfolgen konnte. Denn seit Anfang 2017 bilden die beiden ehemaligen Eigenbetriebe ein Gesamtklinikum.

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„Die Plastische Chirurgie arbeitet immer eng mit anderen Bereichen zusammen“, sagt Sönke Eger, Chefarzt am Zentrum für Plastische-, Brust- und Ästhetische Chirurgie. „Das Ziel ist, die Kontinuität der Körperformung und der Körperoberfläche aufrecht zu erhalten“.

Vollhaut oder Spalthaut?

Um das zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann an einer ästhetisch weniger auffälligen Stelle wie der Oberschenkel-Innenseite eine hauchdünne, 0,2 bis 0,3 Millimeter starke Hautschicht abgetragen werden. Man spricht von der Spalthaut.

Die deutlich dickere Vollhaut eignet sich für die Transplantation an besonderen Stellen, an denen keine andere Form der Rekonstruktion möglich ist, zum Beispiel im Gesicht. Sie hat gegenüber der Spalthaut den Vorteil, dass sie ästhetisch ansprechender ist. Das bedeutet, an einer weniger sichtbaren Stelle, wie zum Beispiel hinter dem Ohr, wird ein vielschichtiges Hautstück entnommen und an die defekte Stelle verpflanzt.

 Haut kann nicht direkt auf den Knochen transplantiert werden

Die Beschaffenheit der Haut unterscheidet sich nicht nur zwischen den Menschen stark, sondern auch zwischen den Regionen des einzelnen Körpers. Die Größe der Poren, die Farbe, die Dicke und die Behaarung sind nur einige Kriterien, nach denen die Ärzte ein passendes Areal für die Entnahme von Haut bestimmen.

„Das wichtigste für eine erfolgreiche Hauttransplantation ist ein guter Wundgrund. Weil die Haut in den ersten Tagen durch Diffusion vom darunter liegenden Gewebe versorgt wird, sollte sie auf gut durchblutetes Gewebe transplantiert werden“, erläutert Hofer. Ist dies nicht der Fall, muss auf Knochen oder Sehnen zunächst eine biologische Membran mit einer Silikonschicht gesetzt werden, auf welche die Haut dann transplantiert wird.

Für Verbrennungsopfer gibt es spezialisierte Zentren

Eine große Herausforderung für plastische Chirurgen sind Verbrennungsopfer, bei denen die Haut großflächig defekt ist. Dafür ist die Spalthaut ein geeignetes Mittel. Die Behandlung dieser Patienten erfolgt jedoch ausschließlich in spezialisierten Verbrennungszentren. Mit Hilfe von kleinen Hautstückchen, die auf Seide geklebt werden, können einzelne Hautfragmente auf die defekten Areale aufgebracht werden, die mit der Zeit zusammenwachsen.

Heilungsdauer kann stark variieren

Die Heilungsdauer variiert von Fall zu Fall und hängt stark von der Beschaffenheit der Wunde, dem Alter, den Begleiterkrankungen und dem Lebenswandel der Patienten ab. Hofer ist guter Dinge, dass bei Henry Hron nun der große Muskellappen inklusive Spalthaut gut einheilt und die langwierige Krebserkrankung dadurch abgeschlossen wird. Für uns gehören Hauttransplantationen zur täglichen Arbeit“, sagen die plastischen Chirurgen Hofer und Eger.

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