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Lokales Nach Waffenfund am Hauptbahnhof: Prozess beginnt mit Aussagen der Angeklagten
Dresden Lokales Nach Waffenfund am Hauptbahnhof: Prozess beginnt mit Aussagen der Angeklagten
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17:50 09.10.2019
Prozessauftakt am Landgericht: Dinos S. (2. von links) und Emil A. (2. von rechts) hielten sich am Mittwoch ziemlich bedeckt. Quelle: Monika Löffler
Dresden

„Nach dem Fund musste ich mich erst einmal sammeln. Wir haben ja mit allem gerechnet, nur damit nicht“, erinnerte sich am Mittwoch ein Polizeibeamter an den 18. Februar. Er und seine Kollegen hatten an jenem Tag am Hauptbahnhof in einem Mercedes 95 Handgranaten, vier vollautomatische Gewehre, acht halb automatische Faustfeuerwaffen und über 200 Schuss Munition entdeckt. Die Männer im Auto – der 28-jährige Dino S. und der 17-jährige Emil A. aus Bosnien-Herzegowina – wurden festgenommen und stehen nun wegen Besitz und unerlaubter Einfuhr von Kriegswaffen vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft vermutet eine Bande, die mit Waffenverkäufen Geld verdient.

Insassen passten nicht zum hochwertigen Fahrzeug

Das ganze war ein Zufallsfund. Einer Streife war im Parkverbot an der Bayrischen Straße ein nobler, schwarzer Mercedes mit bosnischem Kennzeichen aufgefallen. „Irgendwie passten die beiden Insassen aber nicht zu diesem hochwertigen Fahrzeug. So entschlossen wir uns zu einer Kontrolle. Was sie uns dann erzählten, passte alles nicht zusammen,“ sagte ein Polizist.

Einer Streife war im Parkverbot an der Bayrischen Straße ein nobler, schwarzer Mercedes mit bosnischem Kennzeichen aufgefallen. Die Beamten nahmen den Wagen unter de Lupe und wurden fündig. Quelle: Roland Halkasch/Archiv

Das Auto war auf einen anderen zugelassen, gegen einen der Männer gab es Aufenthaltsermittlungen wegen Betrugs, beide hatten weder Geld noch Kreditkarten dabei, erzählten, dass sie nach Mainz zu Verwandten wollten, kannten aber deren Namen nicht. Als der 28-Jährige versuchte, sich von einem „Onkel“ Geld überweisen zu lassen, wurde der Name des angeblichen Verwandten überprüft – der war wegen Drogenhandels polizeibekannt.

Man vermutete zunächst Drogen – und fand dann Waffen

Als man bei dem 17-Jährigen dann noch Marihuana fand, wurde das Auto genau unter die Lupe genommen. Man vermutete zunächst Drogen – und fand dann die Waffen, gut versteckt zwischen Verkleidung und Karosserie. Die Männer, die das Auto in Bosnien „frisiert“ hatten, wurden im Sommer ausgeliefert. Ihr Prozess steht noch an.

Die Angeklagten wollten sich zunächst nicht äußern, sagten dann aber nach einem Rechtsgespräch doch aus. Für ein umfassendes Geständnis bot die Kammer Dino S. eine Höchststrafe von vier Jahren und drei Monaten und Emil A., der nach Jugendstrafrecht verurteilt wird, von neun Monaten an.

Fotos vom Polizeieinsatz am Hauptbahnhof.

„Ich habe das Auto nach Holland bringen sollen. Ich wusste, dass Waffen drin waren, aber nicht welche und wie viele“, sagte Dino S. Zu den Hintermännern wollte er sich nicht äußern. Die hätten ihm 250 Euro für Benzin und Verpflegung mitgegeben. Beides sei auf der Fahrt ausgegangen, deshalb der Stopp in Dresden, um sich Geld überweisen zu lassen.

Prozess wird fortgesetzt

Dann wurde es nebulös: Während der Fahrt habe er keinen Kontakt zu den Hintermännern gehabt. Stimmt nicht, den gab es: Zum Beispiel eine böse SMS, weil er zu schnell gefahren sei und deshalb zuviel Benzin verbraucht hatte. Dino S. will auch nicht gewusst haben, was in Holland passieren sollte, wer die Waffen abholt, ob er dafür Geld oder vielleicht Drogen bekommen sollte. Bleibt die Frage, wie sie ohne Geld zurück gekommen wären.

Auch Emil A. hielt sich zu den Hintermännern bedeckt. „Mein Mandant hat schon gelegentlich solche Fahrten gemacht, man hatte ihm dafür Geld versprochen. Er war wohl so eine Art Feigenblatt, um die Sache unauffälliger zu machen. Von den Waffen im Auto wusste er nichts“ erklärte sein Verteidiger. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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