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Lokales Nach Unfalltod von ägyptischer Studentin: Dresdner in Cottbus schuldig gesprochen
Dresden Lokales Nach Unfalltod von ägyptischer Studentin: Dresdner in Cottbus schuldig gesprochen
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17:35 20.01.2020
Symbolfoto Quelle: dpa
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Cottbus/Dresden

Im Prozess um den Unfalltod einer ägyptischen Studentin in Cottbus (Brandenburg) ist ein 22-jähriger Mann aus Dresden zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Cottbus sprach ihn am Montag der fahrlässigen Tötung schuldig.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer acht Monate auf Bewährung gefordert, die Nebenklage hatte sich der Forderung angeschlossen. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch für den Beschuldigten. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

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„Imponiergehabe“ könnte Rolle gespielt haben

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Autofahrer aus Dresden in hohem Maße grob fahrlässig gehandelt habe, als er am 15. April 2017 den Unfall verursacht hatte. Dabei wurde die 22 Jahre alte Fußgängerin so schwer verletzt, dass sie kurze Zeit später starb.

Dass der 22-Jährige zu einer Jugendstrafe und nicht nach Erwachsenenrecht verurteilt wurde, begründete das Gericht mit einem jugendtypischen Verhalten des Beschuldigten. Es sei nicht auszuschließen, dass „Imponiergehabe“ eine Rolle gespielt habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte auch gegen einen Beifahrer des angeklagten Autofahrers ermittelt – wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung. Er soll die verletzte Ägypterin am Unfallort mit Parolen beschimpft haben. Das Verfahren wurde eingestellt, weil nicht erwiesen sei, dass ausländerfeindliche und volksverhetzende Parolen gefallen seien, hieß es.

Von dpa