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Lokales Nach Städtebahn-Aus: Züge sollen in „einigen Wochen“ wieder fahren
Dresden Lokales Nach Städtebahn-Aus: Züge sollen in „einigen Wochen“ wieder fahren
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15:46 29.07.2019
Ständig auf die Gleise fallende Bäume haben die Städtebahn Sachsen nach eigener Argumentation aus der Bahn geworfen. Nun wird mit Hochdruck an der Wiederaufnahme des Bahnbetriebs gearbeitet. Quelle: Städtebahn Sachsen
Dresden

Nach dem Aus der Städtebahn Sachsen hat es nun die ersten Gespräche gegeben, wie der Zugverkehr künftig wieder zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, durch das Müglitztal nach Altenberg sowie zwischen Pirna und Sebnitz rollen kann. Beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) ist man optimistisch, dass das eine Frage „von Wochen, nicht von Monaten“ ist, wie Sprecher Christian Schlemper mitteilt. Die Städtebahn Sachsen hat derweil neue Vorwürfe erhoben.

Der Städtebahn-Vorwurf: VVO und Alpha Trains haben gedealt

Am 25. Juli standen alle Züge still. Die Städtebahn hatte alle Triebwagen im Depot gelassen, nachdem es hinter den Kulissen gekracht hatte. Zugeigentümer Alpha Train hatte der Städtebahn Sachsen untersagt, die von ihm geleasten Züge zu nutzen. Grund war ein Streit über Geld. Wie die Städtebahn mitteilte, sollte auch Zugeigentümer Alpha Train für Schäden aufkommen, die an Triebwagen entstanden waren, nachdem diese auf Bäume im Gleis gekracht waren. 60 dieser Kollisionen haben es zwischen 2011 und 2018 gegeben, bei 32 davon sei erheblicher Sachschaden über 1,6 Millionen Euro entstanden.

Städtebahn Sachsen beschwert sich über mangelnden Grünschnitt

Weil sich die für die Vegetationspflege entlang der Strecken zuständige Bahntochter DB Netz mit der Regulierung der Schäden Zeit gelassen habe, stritten Städtebahn und Alpha Train über die Kosten – was zur Eskalation führte. Städtebahn-Chef Torsten Sewerin vermutet dahinter ein Komplott. VVO und Alpha Trains hätten gedealt, und die Städtebahn geopfert. Hintergrund sei, dass der VVO über Verstärkerfahrten zu Hauptverkehrszeiten auf der Strecke von Dresden nach Kamenz nachdenkt. Dazu passe, dass Alpha Trains ab 2020 einen neuen Einsatzort für fünf Triebwagen suche. Die Städtebahn habe die Verstärkerfahrten aus vertragsrechtlichen Gründen abgelehnt.

Die VVO-Entgegnung: Wir waren froh, dass es gerade mal lief

„Warum hätten wir deswegen den Verkehrsvertrag mit der Städtebahn gefährden sollen?“, fragt VVO-Sprecher Christian Schlemper. Im Verbund sei man froh gewesen, dass nach der langen Ausfallzeit auf der Müglitztalbahn wegen fehlender Lokführer und überstandener Tarifverhandlungen „im letzten halben Jahr mal Ruhe war“. So hätte es bis 2024 – dem Ende des derzeitigen Verkehrsvertrags – weitergehen können. Wenn die Städtebahn keine Verstärkerfahrten geleistet hätte, hätte das eben die DB Regio gemacht, von der man ebenfalls ein Angebot eingeholt habe. „Solche Modelle gibt es auf anderen Strecken auch“, sagt Schlemper. „Wir weisen diese Anschuldigungen der Städtebahn entschieden zurück.“

Der Zankapfel: Das Personal ist der Schlüssel

Bei einem Treffen am Montag haben VVO, Verkehrsministerium, Städtebahn-Betriebsrat und Lokführergewerkschaft (GDL) besprochen, dass und wie das Personal der Städtebahn an einen neuen Betreiber übergehen soll, der per Notvergabe gesucht wird. Vor allem das Fahrpersonal gilt als Schlüssel, weil es derzeit auf dem freien Arbeitsmarkt kaum zu finden ist. Schon gar nicht solches, das sich auf den Regionalbahnstrecken auskennt. „Neben dem gesetzlich geregelten Betriebsübergang des Fahrpersonals fordern wir, dass in den Gesprächen mit anderen tarifgebundenen Unternehmen auch die Mitarbeiter in Verwaltung und Werkstatt eine Perspektive erhalten“, sagt GDL-Vertreter Klaus-Peter Schölzke. Ein Ansinnen, dass Städtebahn-Chef Sewerin ablehnt. Die Servicegesellschaft, in der die Werkstattmitarbeiter beschäftigt sind, sei anders als die Städtebahn nicht insolvent. Daher habe man kein Recht, den Beschäftigten dort irgendwelche Angebote zu machen.

Der Ausblick: Lange dürfte es nicht dauern

Kein Problem dürfte es sein, Züge zu organisieren. Es stehen derzeit ja genug ungenutzt in den Bahnhöfen herum. Auch geht man bei VVO nicht davon aus, dass es wegen der Kündigung des Verkehrsvertrags vor Gericht geht. Sie habe den Bestimmungen entsprochen, ist sich Sprecher Schlemper sicher. Deswegen geht man beim VVO auch nicht davon aus, dass es größere Probleme gibt, einen neuen Betreiber zu finden. „Wir stellen derzeit mit Hochdruck die Unterlagen zusammen, um Unternehmen etwas in die Hand zu geben“, sagt Schlemper. Man wolle möglichst schnell wieder Züge auf der Strecke sehen, auch wenn der vom VVO organisierte Schienenersatzverkehr mit Bussen allem Anschein nach funktioniert. Einziges Problem gebe es im Müglitztal wegen einer Straßenbaustelle, sagt der VVO-Sprecher. Wie das ist, wenn die Schulferien vorbei sind, lässt sich derzeit jedoch nicht abschätzen. Dann neigt sich auch die Urlaubszeit dem Ende zu und wollen wieder 10 000 Pendler entlang der früheren Städtebahnstrecken befördert werden. Ein weiterer Grund zur Eile dürfte die Personalfrage sein. Drei Monate wird in aller Regel Insolvenzgeld gezahlt – so lange erhalten auch die Mitarbeiter Geld.

Von Uwe Hofmann

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