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Lokales Nach Städtebahn-Aus: Vorerst weiter Busse statt Züge nach Königsbrück und Sebnitz
Dresden Lokales Nach Städtebahn-Aus: Vorerst weiter Busse statt Züge nach Königsbrück und Sebnitz
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15:08 25.10.2019
Ein Bild aus besseren Tagen: Aktuell steht nur ein Teil der Fahrzeugflotte der ehemaligen Städtebahn zur Verfügung. Der neuen Betreiber, die Mitteldeutsche Regiobahn, die die Flotte nach der Neuvergabe des Streckennetzes mit übernommen hatte, setzt stattdessen auf den Strecken zwischen Dresden und Königsbrück sowie zwischen Pirna und Sebnitz Busse statt Züge ein. Quelle: Archiv/Anja Schneider
Dresden

Weil einsatzbereite Triebwagen fehlen, müssen sich Fahrgäste auf früheren Strecken der Städtebahn weiterhin auf Schienenersatzverkehr einstellen. Nachdem bereits in dieser Woche auf den Trassen von Dresden nach Königsbrück und zwischen Pirna und Sebnitz keine Züge rollten, setzt die Mitteldeutsche Re­giobahn (MRB), die den Betrieb auf den Nebenstrecken Anfang des Mo­nats von der Städtebahn übernommen hatte, dort weiterhin Busse ein.

Auf der Verbindung in die Westlausitz steuern die Busse alle Halte zwischen Königsbrück und Klotzsche an. Die Busse fahren ab Königsbrück, Ottendorf-Okrilla und Klotzsche zu den gleichen Zeiten wie die Bahn. Reisende werden gebeten, zwischen Klotzsche und Dresden die Züge der S-Bahnline 2 zu nutzen.

Von den Einschränkungen be­troffen war in dieser Woche auch die Linie von Heidenau nach Altenberg. Weil die MRB immer nur einen statt wie auf einigen Verbindungen zwei Triebwagen einsetzen konnte, mussten Reisende enger zusammenrücken. Ab dieser Woche, so heißt es vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und der Regiobahn, fahren die Züge der Regionalbahn ins Osterzgebirge wieder in der gewohnten Fahrzeugstärke. Insbesondere im Schülerverkehr sind damit gleich zwei aneinandergekoppelte Dieseltriebwagen im Einsatz.

Wochenlang standen die Züge der Städtebahn still. Nachdem die Triebwagen über Tage auf Bahnhöfen der eingestellten Strecken herumstanden und dort teils großflächig beschmiert worden waren, wurden sie später auf einem Gleis in Dresden-Friedrichstadt abgestellt. Viele Reparaturen und obligatorische Wartungsarbeiten müssen nun nachgeholt werden. Quelle: Archiv/Roland Halkasch

Als Grund für den holprigen Start des neuen Betreibers verweisen Verkehrsverbund und Bahnunternehmen auf den erheblichen Wartungsstau an den Fahrzeugen, die die MRB von der Städtebahn Sachsen übernommen hatte. Da die bisher von der Städtebahn genutzte Werkstatt im Norden von Ottendorf-Okrilla nicht mehr zur Verfügung steht, müssen teilweise weit entfernte Werkstätten mit der kurzfristigen Instandhaltung der Fahrzeugflotte beauftragt werden, heißt es. Hinzu komme, dass es aktuell schwierig sei, Ersatzteile für die Triebwagen vom Typ Desiro aufzutreiben.

Wie lange es noch die Einschränkungen im früheren Städtebahn-Netz geben wird, steht noch nicht genau fest. Anfang November werden die ersten instandgesetzten Triebwagen aus den Werkstätten zurückerwartet. Sobald sichergestellt ist, dass wieder mehr Fahrzeuge eingesetzt werden können, will die Mitteldeutsche Regiobahn darüber informieren.

Internet: www.vvo-online.de/staedtebahn und www.mitteldeutsche-regiobahn.de;

Telefonische Auskunft, VVO-Hotline: 0351/ 852 65 55, MRB-Hotline: 0351/ 21071425

Die Chronik zum Städtebahn-Aus

Am 25. Juli, einem Donnerstag, standen alle Triebwagen der Städtebahn Sachsen still. Die Nachricht traf viele Pendler überraschend, die Städtebahn hatte das plötzliche Aus vorher nicht angekündigt. 90 Städtebahn-Mitarbeiter standen vor verschlossenen Türen und Zügen. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) organisierte einen Ersatzverkehr mit Bussen, der ab dem Nachmittag griff. Der VVO forderte die Städtebahn auf, unverzüglich den Verkehr wieder aufzunehmen.

Hintergründe der Betriebseinstellung werden bekannt: Die Städtebahn hatte sich mit dem Leihgeber der Dieseltriebwagen Alpha Trains derart verkracht, dass dieser die Leasingverträge gekündigt hatte. Die Städtebahn steht seither ohne Züge da.

Am 28. Juli, drei Tage nach Einstellung des Verkehrs,kündigt der VVO den eigentlich noch bis 2024 laufenden Verkehrsvertrag. Damit wird der Weg frei für eine Notvergabe der Verkehrsleistung an ein anderes Unternehmen. Es sei eine Frage von Wochen, nicht aber Monaten, bis wieder Züge fahren, heißt es vom VVO.

Am 29. Juli wird bekannt, dass die Städtebahn Sachsen insolvent ist. Insolvenzverwalter ist der Aschaffenburger Anwalt Stephan Laubereau. Er nimmt Gespräche mit allen Beteiligten auf mit dem Ziel, so bald wie möglich wieder Städtebahnzüge fahren zu lassen. Die Gesellschaft, in der die Städtebahn-Werkstatt bei Ottendorf-Okrilla verankert ist, gehört zwar nicht zum insolventen Betriebsteil, trotzdem werden die Mitarbeiter dort entlassen.

Einige Wochen gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen, ehe der inzwischen eingeschaltete Insolvenzverwalter Stephan Laubereau dafür sorgt, dass die Städtebahn bis zur Neuvergabe wieder auf ihre gewohnten Strecken zurückkehrt.

Mitte September übergibt der VVO die Zugstrecken per Notvergabe bis 2021 an die Transdev-Regio-Ost-GmbH, die unter dem Namen Mitteldeutsche Regiobahn bereits im Gebiet aktiv ist.

Von seko

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