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Lokales Nach Städtebahn-Aus: Insolvenzverwalter will Züge so bald wie möglich wieder fahren lassen
Dresden Lokales Nach Städtebahn-Aus: Insolvenzverwalter will Züge so bald wie möglich wieder fahren lassen
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15:11 31.07.2019
Derzeit stehen die Triebwagen der Städtebahn still. Bald könnten sie aber wieder auf ihren gewohnten Strecken rollen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Seit Montag befindet sich die Städtebahn Sachsen in Insolvenz. Inzwischen hat sich der Insolvenzverwalter Stephan Laubereau einen Überblick verschafft und formuliert ein ehrgeiziges Ziel: „Der Zugverkehr auf den regionalen Strecken um Dresden soll schnellstmöglich wieder rollen“, sagt der Rechtsanwalt.

Das ist für die 10 000 betroffenen Pendler, die täglich von Dresden nach Königsbrück und Kamenz, zwischen Pirna und Sebnitz sowie im Müglitztal unterwegs sind, das aber seit Donnerstag vergangener Woche nicht mehr sein können, eine gute Nachricht. Auch für die 90 Mitarbeiter der StädtebahnLaubereau hätte auch sofort die Abwicklung des Unternehmens beschließen können. Allerdings stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Denn vor dem vom Amtsgericht Aschaffenburg bestellten Insolvenzverwalter türmt sich ein Berg von Problemen.

Zur Erinnerung: Die Züge der Städtebahn Sachsen sind nur geleast. Mit Leihgeber Alpha Trains hat sich die Städtebahn derart verkracht, dass der Zugeigentümer den Mietvertrag kündigte. Deshalb blieben die Triebwagen am Donnerstagmorgen einfach stehen. Aufgabe der Städtebahn wäre es dann gewesen, einen Ersatzverkehr mit Bussen zu organisieren – so steht es im Verkehrsvertrag mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Stattdessen tauschte Städtebahn-Chef Torsten Sewerin, dessen Wohnsitz laut Amtsgericht Aschaffenburg in Windhuk, Namibia, liegt, die Schlösser aus und stellte das Service-Telefon auf den VVO um. Der VVO organisierte dann den Ersatzverkehr und kündigte nach drei Tagen den Verkehrsvertrag. Laubereau steht deshalb zwar mit einem eingespielten Team aus Lokführern, Zugbegleitern und Servicepersonal da, das für die nächsten drei Monate mit Insolvenzgeld bezahlt werden kann. Er hat aber keine Züge und keinen Verkehrsvertrag.

Hinzu kommt, dass die Städtebahn-Werkstatt bei Ottendorf-Okrilla zu einem anderen Teil des Firmengeflechts gehört, der nicht insolvent gegangen ist. Darauf hat die insolvente Städtebahn also ohne Weiteres keinen Zugriff. Ohne die für Wartungsarbeiten benötigte Werkstatt ist ein Zugbetrieb jedoch nicht möglich. Der Chef der Werkstatt-Gesellschaft Thomas Sewerin hat den Werkstattmitarbeitern gekündigt, was die Sache nicht einfacher macht. Er bietet die Werkstatt aber als Partner für einen neuen Bahnbetreiber an. Hintergrund ist, dass die Werkstatt bestens für die Wartung Desirio-Triebwagen ausgelegt ist, die derzeit ungenutzt herumstehen. Für sie seien sonst nur schwer Ersatzteile zu bekommen, sagt Thomas Sewerin.

Dennoch hält man es auch beim VVO für möglich, dass bald wieder Züge rollen – auch ohne Vertrag. „Im Verkehrsvertrag ist geregelt, dass bei einer Notvergabe der gekündigte Betreiber weiter fährt“, erläutert Sprecher Christian Schlemper. Es könnte also sein, dass in einige Tagen die alten Städtebahn-Züge mit dem bekannten Personal wieder auf die Strecke gehen. Dass dann aber nur, bis per Notvergabe ein anderer Betreiber gefunden ist. „Wir bereiten weiter die Notvergabe vor, sprechen mit regionalen Bahnunternehmen“, sagt Schlemper. Würde die Städtebahn in der Zwischenzeit wieder einspringen, wäre für diese Verfahren etwas Zeit gewonnen – insbesondere auf das Ende der Sommerferien blickt man beim VVO sorgenvoll, weil dann der Schienenersatzverkehr vielleicht nicht mehr genügt. Viel Zeit gewinnt man allerdings nicht, weil das Insolvenzgeld nur drei Monate fließt.

Zuvor muss Insolvenzverwalter Laubereau jedoch noch einige Gespräche führen – mit dem Betriebsrat, mit Zugeigentümer Alpha Trains, mit dem VVO. „Unser Ziel ist es, vorübergehend den Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen, bis ei­ne endgültige Lösung gefunden ist.“ Wie diese aussehen kann, sei derzeit noch offen, heißt es aus Richtung Insolvenzverwalter. Viel komme auf den Ausgang der Gespräche in den nächsten Tagen an.

Von Uwe Hofmann

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