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Lokales NSU, Niger und nun Dresden: Das ist der neue Chef der Bundespolizei
Dresden Lokales NSU, Niger und nun Dresden: Das ist der neue Chef der Bundespolizei
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16:03 24.01.2019
Rico Reuschel Quelle: Anja Schneider
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Dresden

NSU, Niger und nun Dresden: Die hiesige Bundespolizeiinspektion hat seit Jahresbeginn einen neuen Chef. Rico Reuschel leitet ab sofort die Dienststelle, deren knapp 400 Beamten tagtäglich in Dresden und der Region im Einsatz sind. Der 48-Jährige hat schon einiges erlebt, kehrt mit seiner neuen Aufgabe nun aber beruflich in seine Heimatstadt zu­rück. Doch auch hier, das betont er, gibt es jede Menge Herausforderungen, die es anzupacken gilt.

Beachtliche Karriere

Der Dresdner hat eine durchaus beachtliche Karriere hingelegt. „Als ich 1989 damals noch als Demonstrant in Dresden auf der Straße stand, war nicht abzusehen, dass ich hier einmal eine Polizeiinspektion leite“, erklärt Rico Reuschel. 1970 wurde er in Dresden geboren, lebt heute in Striesen mit seiner Frau und den drei Kindern. Doch in der Zwischenzeit ist er viel rumgekommen – weltweit.

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Nach einer Reihe von Stationen bei der Bundespolizei im Freistaat kam er zunächst nach Berlin, arbeitete dort als Fachreferent im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, schrieb auch wesentliche Teile des späteren Abschlussberichtes. Ei­ne extrem spannende Aufgabe, wie er selber sagt. Später ging er in das Bundespolizeipräsidium nach Potsdam.

Thema Migration auch in Dresden wichtige Aufgabe

Schwerpunkte seiner Ar­beit wa­ren die Außengrenzen und das Thema Migration. Eine Aufgabe, die ihn auch nach Afrika führte, also dorthin, von wo aus sich viele Ge­­flüchtete aufmachen nach Europa. Im Niger war er etwa im Zuge ei­nes UNHCR-Programms unterwegs. „Das sind prägende Erinnerungen.“

Das Thema Migration ist aus seiner Sicht auch bei seinem künftigen Job in Dresden eine wichtige Aufgabe. Zwar seien jetzt in Europa viele der Routen geschlossen. Doch gerade das führe dazu, dass viele Flüchtlinge wieder auf Schleuser setzen.

Doch auch das anstehende Wahljahr, die damit verbundenen De­monstrationen, sowie brisante Fußballspiele werden nach seiner An­sicht seine Mitarbeiter fordern. Er setze dabei auf eine bürgernahe Po­lizeiar­beit – kündigt aber konsequentes Eingreifen an, wenn Polizisten beleidigt oder angegriffen werden: „Wir sind für die Bürger da. Aber wir dürfen uns auch nicht das Heft des Handelns aus der Hand nehmen lassen“, so Rico Reuschel.

Von Sebastian Kositz