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Lokales NPD-Aufmarsch stößt in Dresden auf deutlichen Widerstand
Dresden Lokales NPD-Aufmarsch stößt in Dresden auf deutlichen Widerstand
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11:42 02.05.2019
Mehrere Blockaden der Gegendemonstranten brachten den Aufmarsch der rechtsextremen NPD mehrfach zum Stehen.
Mehrere Blockaden der Gegendemonstranten brachten den Aufmarsch der rechtsextremen NPD mehrfach zum Stehen. Quelle: Foto: Aaron Wörz
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Dresden

Mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Sprechchören wie „Frei, sozial und national“ wollte die rechtsextreme Partei NPD am 1.­ Mai vom Bahnhof Dresden-Neustadt durch die Innenstadt bis zum Hauptbahnhof ziehen – doch daraus wurde nichts. Grund dafür waren mehrere Hundert Demonstranten, die am Gegenprotest unter dem Titel „1. Mai – nazifrei“ teilnahmen. Wiederholt blockierten Gegendemonstranten die Marschroute der Neonazis.

Gewaltsamer Zusammenstoß gleich zu Beginn

Bereits auf dem Weg vom Schlesischen Platz zur Anton-/Leipziger Straße wurde die rund 150 Personen umfassende Demonstration des NPD-Landesverbandes Sachsen nach wenigen Metern ausgebremst. Dabei kam es zu hektischen Szenen: Nachdem die Antonstraße blockiert wurde, leitete die Polizei die rechtsextreme Demonstration auf die Hainstraße um. In einem Hinterhof zwischen den beiden Straßen stießen dennoch rund 30 gewaltbereite Teilnehmer beider Gruppen aufeinander und lieferten sich eine handfeste Auseinandersetzung.

Trotz 550 eingesetzter Beamter wirkte die Polizei nicht nur in dieser Situation teilweise überfordert. Gegendemonstranten schafften es immer wieder, den Neonazi-Aufmarsch zum Stehen zu bringen. So auch auf der Großen Meißner Straße: Dort nahmen die Einsatzkräfte fünf Gegendemonstranten aufgrund von „Verstößen gegen das Versammlungsgesetz“ fest. Darüber hinaus prüft die Polizei die Aussagen von zwei Teilnehmern der NPD-Demonstration wegen des Verdachts auf Volksverhetzung.

DGB-Kundgebung in Sichtweite beider Demos

Auf dem Weg zum Bahnhof Mitte passierten die Demonstrationen die 1.-Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Schützenplatz, bei der wenige Stunden zuvor noch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gesprochen hatte. Einige Besucher des DGB-Fests schlossen sich spontan dem Gegenprotest am Bahnhof Mitte an.

Auf dem Bahnhofsvorplatz endete die NPD-Demonstration schließlich früher als geplant mit allen drei Strophen der Nationalhymne und anhaltenden Sprechchören der Gegendemonstranten. Die Neonazis rollten ihre Fahnen ein – danach herrschte Ruhe.

Von Aaron Wörz