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Lokales Mutter-Tochter-Gespann geht auf 21-Jährigen los
Dresden Lokales Mutter-Tochter-Gespann geht auf 21-Jährigen los
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08:13 21.06.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
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Dresden

Es begann mit einem Geschubse beim Einsteigen in eine Straßenbahn und endete für Sandra R. und ihre Mutter Birgit S. vor dem Amtsrichter. Beide Frauen – die Tochter mit einem Kinderwagen, die querschnittgelähmte Mutter im Rollstuhl – wollten am 27. August 2017 in eine Straßenbahn der Linie 11 einsteigen. Das wollte auch Jawed A. mit seinem Kinderwagen. Irgendwie kam es im engen Eingangsbereich zu einem Gerangel. Der 21-Jährige habe sich vorgedrängelt, erklärten die Frauen, so dass die Rollstuhlfahrerin an diesem Eingang nicht mehr in die Bahn kam, und woanders einsteigen musste. Sandra R. fand das nicht nett, es gab wohl eine verbale Auseinandersetzung, bei der sie den Afghanen als „Scheiß Ausländer“ bezeichnete.

Alle drei stiegen an der Räcknitzhöhe aus. Die Tochter erzählte ihrer Mutter, dass der Mann sie mit der „Halsabschneider-Geste“ – Hand über die Gurgel – bedroht habe. Birgit S. fuhr los und dem jungen Mann, der Freunde getroffen und sein Baby auf dem Arm hatte, zunächst an den Kinderwagen und dann über den Fuß. Dabei verletzte sie ihn.

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Jawed A. knickte um und ging zu Boden, konnte aber sein Kind vorher glücklicherweise noch an einen Freund übergeben. Wäre er mit dem Baby gestürzt, hätte die Sache böse ausgehen können. Der 21-Jährige hielt, am Boden liegend, den Rollstuhl von Birgit S. fest. Daraufhin trat Sandra R. den Mann. Der ließ los, die Frauen verließen die Haltstelle.

Beide Angeklagte wurden wegen gefährlicher Körperverletzung und falscher Verdächtigung verurteilt. Denn dass der 21-Jährige Sandra R. bedroht hat, wie sie bei der Polizei angegeben hatten, konnte, trotz Ermittlungen gegen den Mann, nicht bestätigt werden. Birgit S. wurde zudem wegen Sachbeschädigung verurteilt – sie erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten und muss 400 Euro an die Amadeu-Antonio-Stiftung zahlen, die sich für eine demokratische Zivilgesellschaft einsetzt. Sandra R. kassierte sieben Monate und zwei Wochen und muss 300 Euro an den Flüchtlingsrat zahlen. Beide Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Von ml

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