Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Museumsbund fordert Investitionen in Sicherheit von Museen
Dresden Lokales Museumsbund fordert Investitionen in Sicherheit von Museen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:01 07.12.2019
Mit dem Kunstraub im Grünen Gewölbe in Dresden ist die Sicherheit der Ausstellungsstücke in Museen wieder mehr ins öffentliche Blickfeld geraten. Vor allem an kleinen Häusern muss nach Expertenmeinung mehr getan werden. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

In die Sicherheit von Museen in Sachsen muss nach Auffassung des Museumsbundes mehr investiert werden. „Alarmanlagen sind nicht in jedem Haus installiert“, sagte der Vorsitzende Joachim Breuninger. „Der Betrieb wird gerade in kleinen Häusern oft nur von ein oder zwei Mitarbeitern gewährleistet. Die können unmöglich in allen Ausstellungsräumen sein.“ Der beste Schutz sei bisher der Respekt der Menschen vor den Häusern und ihren Sammlungen gewesen. „Sollte sich dies erkennbar ändern, müsste deutlich mehr in die Sicherheit der Sammlungen investiert werden.“

Breuninger zufolge haben nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden Ende November viele Museen in Sachsen ihre Sicherheitsphilosophie noch einmal hinterfragt. Manche hätten schon erste Schritte veranlasst, um ihre Sicherheit zu verbessern.

Anzeige

„Für die Museen in staatlicher Trägerschaft wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Staatliche Museum für Archäologie gelten sehr hohe und weltweit übliche Sicherheitsvorkehrungen“, sagte der Sprecher des Kunstministeriums, Andreas Friedrich. Diese bestünden im Rahmen von Sicherheitskonzepten aus verschiedenen Komponenten und seien nach Beratung durch das Landeskriminalamt zwischen den Museen und dem Staatsbetrieb Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement umgesetzt worden. In bestimmten Zeitabständen würden diese Konzepte überprüft und gegebenenfalls angepasst. „Da Details dieser Konzepte sensible sicherheitsrelevante Angaben berühren, können wir dazu keine weiteren Auskünfte geben“, hieß es.

In den Kunstsammlungen Chemnitz wurde der Dresdner Kunstraub ausgewertet. Das Sicherheitskonzept sei mit Partnern noch einmal durchgegangen worden, sagte eine Stadtsprecherin. Die Kunstsammlungen hätten jedoch keine Veranlassung zu einer grundlegenden Veränderung gesehen. Details würden nicht mitgeteilt. Die Gespräche würden fortgesetzt. Sollte es vor dem Hintergrund der Dresdner Ereignisse in Fachkreisen neue Erkenntnisse geben, komme auch ein Ausbau der Sicherheitsmaßnahmen infrage. Unabhängig davon stünden die Kunstsammlungen kontinuierlich in Kontakt mit dem Versicherer und den beteiligten Sicherheitsfirmen.

Im Museum für Naturkunde im Kulturzentrum „Tietz“ seien bei der Planung zur neuen Dauerausstellung auch Investitionen in die Sicherheitstechnik der öffentlich zugängigen Ausstellungsfläche vorgesehen, hieß es. Für die Neue Sächsische Galerie, die sich ebenfalls im „Tietz“ befindet, sei die Sicherheitstechnik erst vor wenigen Jahren erneuet worden, so dass diese auf dem aktuellen Stand der Technik sei.

In den Museen der Stadt Dresden sei der Kunstraub sicher ein Thema, sagte der Sprecher der Museen der Stadt Dresden, Richard Stratenschulte. Für einer Auswertung fehlten jedoch noch die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen.

von dpa