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Lokales Mongolische Diplomaten mit Heroin im Gepäck - Prozessauftakt in Dresden
Dresden Lokales Mongolische Diplomaten mit Heroin im Gepäck - Prozessauftakt in Dresden
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19:59 26.11.2019
Die 70 Kilogramm Heroin mit einem Straßenverkaufswert von mindestens 3 Millionen Euro. Quelle: Zoll Dresden
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Dresden

Anfang Mai dieses Jahres führte das Hauptzollamt gemeinsam mit der Bundespolizei auf der Autobahn 17 eine Großkontrolle durch. Die Trasse war bei Bad Gottleuba in Richtung Dresden gesperrt worden, die aus Tschechien kommenden Fahrzeuge wurden auf den Parkplatz Am Heideholz geleitet und dort kontrolliert.

Keine Sondermission

Darunter befand sich auch ein silberner Mercedes mit Diplomatenkennzeichen. Die Insassen – zwei Mongolen – verweigerten die Kontrolle mit Hinweis auf ihren Diplomatenstatus und die dadurch geltende Immunität.

Eine Nachfrage beim Auswärtigen Amt in Berlin ergab jedoch, dass weder das Fahrzeug noch die Männer für Deutschland akkreditiert und auch auf keiner Sondermission waren. Immunität bestand folglich nicht. Die Durchsuchung fand statt und die Beamten erlebten eine Überraschung: Im „Diplomatengepäck“ im Kofferraum fanden sich 70 Kilogramm Heroin, ordentlich verpackt in insgesamt 140 Paketen zu je 500 Gramm. Wert: mindestens drei Millionen Euro.

Wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln müssen sich die beiden seit Montag vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Einer der Angeklagten wollte zunächst keine Angaben machen. Battushig B.-E. war nicht ganz so schweigsam. Der 40-Jährige ist wirklich Diplomat, genauer gesagt Vizekonsul am mongolischen Generalkonsulat in Istanbul. Das ist aber nur ein Teil seines Berufslebens.

Undercover-Agent aufgeflogen

Der andere Teil ist wesentlich spannender. Der Mann ist ein mongolischer 007 – nicht unterwegs im Geheimdienst Ihrer Majestät, sondern des Geheimdienstes seines Landes. Sein Auftrag: Kenntnisse über kriminelle Verstrickungen mongolischer Diplomaten in Europa auszukundschaften. Zum Beispiel den Schmuggel von Drogen oder Mode-Imitaten.

Im Dezember 2018 hatte die Bundespolizei ebenfalls in Bad Gottleuba zwei Mongolen gestellt, deren Wagen mit Psychopharmaka beladen war. Auch hier war einer der Täter tatsächlich als Diplomat tätig.

„Er sollte Informationen erlangen, Zugang zu Lieferanten finden und sich für Fahrten nach Europa zur Verfügung stellen. Die Tat ist in diesem Zusammenhang zu sehen“, erklärte der Verteidiger. „Er hat das Diplomatenauto zur Verfügung gestellt, aber nicht als Drogenkurier gearbeitet, sondern aus politischen Gründen im Auftrag der Mongolei gehandelt.“

Dass in dem Wagen 70 Kilogramm Heroin waren, will Battushig B.-E. nicht gewusst haben. Da hat er als 007 keinen guten Job gemacht. Als Geheimdienstler und Diplomat hätte er wissen müssen, dass man mit 70 Kilo Heroin nicht einfach in ein anderes Land einreisen kann. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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