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15:32 19.02.2020
An der Station an der Eisenbahnstraße unweit des Neustädter Bahnhofs stehen verschiedene Fahrzeuge von Teilauto zur Ausleihe bereit. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Auto per Handy aussuchen und buchen, einsteigen, losfahren – immer mehr Menschen in Dresden fahren auf Carsharing ab. Der in der Landeshauptstadt agierende Leihauto-Anbieter Teilauto kann auf ei­nen rasant anhaltenden Kundenzuwachs verweisen. In Dresden greifen Angaben des Un­ter­neh­mens zu­folge inzwischen etwa 12 000 an­gemeldete Nutzer auf die Flotte der Gemeinschaftsautos zurück.

Bereits seit 2006 ist Anbieter Teilauto in Dresden aktiv. Noch im April 2015 zählte das Unternehmen in der Elbestadt etwa 7000 Nutzer. Deren Anzahl hat sich somit in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Dresden ist damit nach Leipzig der zweitgrößte Standort des Unternehmens, dessen Flitzer inzwischen in 20 Städten in Mitteldeutschland geliehen werden können. In Leipzig gibt es derzeit 19 000 Kunden.

Auch Anzahl der Stationen und Fahrzeuge steigt

Ne­ben Dresden gibt es in Ostsachsen auch in Radebeul, Pirna und seit Herbst auch in Görlitz Stationen. „Die meisten Nutzenden leben natürlich in den großen Städten wie Leipzig, Dresden, Erfurt oder Halle. Aber uns ist es wichtig, auch in einigen kleineren Städten Carsharing zu ermöglichen“, so Michael Creutzer, einer der beiden Geschäftsführer von Teilauto.

Doch nicht nur die Nutzerzahlen wachsen in Dresden stetig. Auch die Anzahl der Stationen und Fahrzeuge steigt. Aktuell stehen in Dresden etwa 310 Gemeinschaftsautos an rund 200 Stationen zur Ausleihe zur Verfügung – vom Kleinwagen über Mittelklasse bis hin zu Transportern und Kleinbussen mit bis zu neun Sitzen. Viele der Autos fahren mit Diesel, aber auch immer mehr Elektrofahrzeuge ergänzen die Flotte. Und: In der warmen Jahreszeit können an einigen Stationen sogar Cabrios geliehen werden.

80 Mobi-Punkte in Dresden geplant

Für einen zusätzlichen Schub bei dem Ausbau der Stationen hat vergangenes Jahr auch die von der Stadt und weiteren Partnern vorangetriebene Errichtung der Mobilitätspunkte beigetragen. Fast 80 dieser Mobi-Punkte sind in Dresden geplant, eine Art zentrale Anlaufstelle, wo Menschen zwischen Bus und Bahn, Carsharing-Autos, Leihrädern oder Taxen umsteigen können. Rund zehn dieser Mobi-Punkte sind bereits fertig, beispielsweise am Pirnaischen Platz, am Schillerplatz oder am Wasaplatz.

„Gerade in Verbindung mit ÖPNV, Rad- und Fußverkehr zeigt Carsharing seine größte verkehrsentlastende Wirkung“, erklärt Patrick Schöne, ebenfalls Geschäftsführer bei Teilauto – was sich in der sächsischen Landeshauptstadt offenkundig bestätigt. „Die Autos an den Mobi-Punkten werden gut angekommen“, sagt Franziska Wilhelm, Sprecherin bei Teilauto. Für das Unternehmen ist die Partnerschaft mit der Stadt durchaus vorteilhaft. Denn die Stationen direkt an den großen Umsteigepunkten von Bus und Bahn seien gut sichtbar und wecken entsprechendes Interesse, betont Franziska Wilhelm.

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Was beim privaten Carsharing zu beachten ist

In Dresden ist Teilauto der Platzhirsch und quasi alleiniger Anbieter. Das Unternehmen Greenwheels hatte sich vergangenes Jahr aus Dresden zurückgezogen. Mit dem Anbieter App2Drive ist seit Sommer zwar wieder ein weiteres Unternehmen in der Landeshauptstadt aktiv, allerdings nur mit einer Station am Flughafen in Klotzsche und einer entsprechend anderen Zielgruppe.

Gegenwärtig setzt der Anbieter Teilauto, der 1992 in Halle gegründet worden war, in Dresden ausschließlich auf so genanntes stationsbasiertes Carsharing. Heißt, dass die Autos nur an den Stationen ausgeliehen werden können und an derselben auch wieder abge­stellt werden müssen. Schon länger drängen viele Dresdner Kunden jedoch aufs stationslose Carsharing als Alternative. Ein Modell, das Teilauto unter dem Label Cityflitzer parallel zum klassischen Angebot bereits in Leipzig fährt. Doch wann das Unternehmen damit in Dresden durchstartet, bleibt ungewiss.

Stationsloses Carsharing nicht unumstritten

Das Problem, so erklärt es Teilauto-Sprecherin Franziska Wilhelm, seien in Dresden weiterhin die Parklizenzen. In Leipzig gebe es weit weniger bewirtschaften Parkraum – al­so Stellflächen, auf denen Auto­fahrer fürs Parken zur Kasse ge­beten werden – als in Dresden. Bei ei­nem Modell, wo Nutzer an x-beliebigen Orten ein- und wieder aussteigen können, braucht es zwingend ausreichend kostenlose Parkplätze. Der Anbieter habe deshalb zwar bereits bei der Stadtverwaltung angefragt. Bislang liegt aber noch kein Lösungsvorschlag auf dem Tisch, so die Sprecherin.

Tatsächlich ist das stationslose Carsharing nicht unumstritten. So gibt es Zweifel an der umweltentlastenden Wirkung des Modells, etwa, weil so eine Konkurrenz zu Bus und Bahn entsteht. Entsprechend hatte sich auch Teilauto vor der Einführung in Leipzig schwer getan. Studien hätten aber gezeigt, dass es zumindest in Kombination beider Modelle durchaus ebenfalls eine ver­kehrsentlastende Wirkung gebe, sagt Franziska Wilhelm.

Bislang gibt es das stationslose Carsharing in insgesamt 17 deutschen Großstädten. In den allermeisten der insgesamt 840 Städte und Gemeinden in Deutschland, in denen Autos zum Hineinteilen angeboten werden, gibt es indes nur das stationsbasierte Carsharing. An­gaben des Bundesverbandes zufolge sind zwischen Ostsee und Al­pen inzwischen 2,3 Millionen Car­sharingnutzer und 25 400 entsprechende Fahrzeuge registriert.

So funktioniert Carsharing mit Teilauto in Dresden

Das Angebot von Teilau­to können ausschließlich angemeldete Kunden nutzen. Eine Anmeldung ist online möglich, die Freischaltung erfolgt im Kundenbüro in der Schützengasse 16 oder in einem der Kundenzentren der Dresdner Verkehrsbetriebe.

Die Kosten für die Nutzung werden nach der Nutzungsdauer und gefahrenen Kilometern abgerechnet. Die Höhe von Zeit- und Kilometerpreis hängen von der gewählten Fahrzeugklasse und dem gewählten Tarif ab. So gibt es den Starttarif (ohne monatliche Grundgebühr, aber höhere Zeit- und Kilometerkosten) sowie einen Rahmen- und einen Vielfahrertarif (mit Grundgebühr, niedrigere Zeit- und Kilometerkosten).

Ausgewählt und gebucht werden die Autos bequem mit dem Handy oder am Computer übers Internet.

Geöffnet beim Abholen an der Station und verschlossen bei der Abgabe werden die Fahrzeuge mit dem Mobiltelefon oder der Kundenkarte. Der Schlüssel fürs jeweilige Auto findet sich im Handschuhfach.

Internet: www.teilauto.net

Von Sebastian Kositz

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