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Lokales Bis zu Tempo 300: So schnell soll die Strecke Dresden-Wien werden
Dresden Lokales Bis zu Tempo 300: So schnell soll die Strecke Dresden-Wien werden
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08:20 03.03.2020
In Westeuropa gehören Hochgeschwindigkeitszüge längst zum Alltag, nun will auch Tschechien ein eigenes Netz aufbauen. Ob am Ende dort ICE, TGV oder die Schnellzüge anderer Hersteller fahren, ist allerdings noch offen. Quelle: Archiv/dpa
Dresden

Zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Stunden dauert derzeit eine Bahnfahrt von Dresden nach Wien, je nach Verbindung. Doch das könnte sich ändern. Denn der geplante Bau der neuen Bahnstrecke von Dresden nach Prag lässt nicht nur diese beiden Städte sehr viel enger zusammenrücken, sondern ist zugleich Zu­gang zu einem neuen Hochgeschwindigkeitszugkorridor nach Wien. Rechnerisch könnten Dresdner dann in weniger als drei Stunden an die Donau gelangen.

Mit Hochdruck treiben Deutschland und Tschechien das Neubauprojekt Dresden-Prag voran, wollen in den zwei Jahrzehnten eine neue Strecke bauen. Ein wichtiger Teil davon ist die Trasse von Heidenau nach Ústí nad Labem, die – je nach Variante – in einem bis zu 32 Ki­lometer langen Tunnel durchs Erzgebirge geführt werden soll. Erst an diesem Montag haben dazu Spitzenvertreter der Deutschen Bahn, des Freistaats und des Bundes sowie der tschechischen Netzgesellschaft Sprá­va Železnic und des tschechischen Verkehrsministeriums mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Erklärung in Dresden erneut ihre Zusammenarbeit bekräftigt.

Jiří Svoboda, Generaldirektor der Sprá­va Železnic Quelle: Dietrich Flechtner

Wichtiger Teil des Netzes: Verbindung von Prag über Brno nach Wien

Doch die Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag, die Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ein „wichtiges Tor nach Südosteuropa“ nennt, ist gegenwärtig nicht das einzige Bahngroßprojekt in Tschechien. Die Nachbarn streben ein eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz an – was gerade für das im Bahnverkehr als abgehängt geltende Ostsachsen tatsächlich neue Perspektiven eröffnet. Ein wichtiger Teil des neuen Netzes in Tschechien ist dabei etwa die Verbindung von Prag über Brno (Brünn) nach Wien, wie Jiří Svoboda, der Generaldirektor der Sprá­va Železnic, erklärt.

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Die neue Strecke Dresden-Prag würde die Reisezeit von der Elbe an die Moldau von jetzt etwas mehr als zwei Stunden auf etwa eine Stunde reduzieren. Mit der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke könnte nach Worten von Jiří Svoboda zudem die Fahrtzeit zwischen Prag und Brno von zwei auf eine Stunde halbiert werden. Für den restlichen Strang zwischen Brno und Wien rechnet der Chef der Netzgesellschaft künftig mit einer Reisezeit von weniger als ei­ner Stunde. Unterm Strich ergibt sich damit rein rechnerisch von Dresden nach Wien eine Nettoreisezeit von weniger als drei Stunden.

Frühester Termin für möglichen Baustart 2025

Bis es soweit ist, müssen sich die Bahnreisenden allerdings noch lange gedulden. Als frühesten Termin für einen möglichen Baustart der neuen Strecke von Prag nach Brno nennt Jiří Svoboda 2025. Auf keinen Fall vorher werden die Arbeiten zwischen Dresden und Prag beginnen. „Wir können heute noch keine konkreten Termine und keine Kosten nennen“, sagte am Montag Ronald Pofalla, als Vorstand bei der Bahn zuständig für die Infrastruktur.

Aktuell läuft auf deutscher Seite ein so genanntes Raumordnungsverfahren, bei dem sieben verschiedene Varianten der Streckenführung zwischen Heidenau und Grenze un­tersucht werden. Noch bis Frei­tag können Bürger und Kommunen Hinweise und Bedenken dazu äußern. Am Ende wird die Landesdirektion beurteilen, welche der sieben Korridore überhaupt in Frage kommen – und welche von vorn herein ausgeschlossen sind. Ergebnisse werden im Sommer erwartet.

Tschechien prüft 250 bis 300 Stundenkilometer

Auf dieser Entscheidung basierend will die Bahn dann die konkreten Planungen anschieben. Unabhängig von der ausstehenden Entscheidung präferiert das Unter­neh­men schon jetzt zwei Varianten – ei­ne mit durchgängigem Tunnel von Heidenau bis hinter die Grenze und eine weitere mit einer teils offenen Gleisführung –, die dann beide vertieft werden sollen. Nicht vor 2024 könnten dann die konkreten Pläne stehen und eine endgültige Entscheidung getroffen werden. Ein Baustart ist allerdings frühestens Ende des Jahrzehnts denkbar – nach dem noch nötigen Planfeststellungsverfahren. Die Bauzeit wird auf zehn Jahre und mehr geschätzt.

Auf deutscher Seite sollen die Per­sonenzüge mit bis zu 200 Stundenkilometer fahren, auf den neuen Strecken in Tschechien planen die Verantwortlichen gar mit noch höheren Geschwindigkeiten. „Wir prüfen 250 und 300 Stundenkilometer“, erklärt Jiří Svoboda. Bleibt die Frage, auf welches Hochgeschwindigkeitszugsystem die Nachbarn setzen werden. „Dafür ist es noch zu früh. Wir bevorzugen keinen Anbieter, entscheidend ist, dass die Züge unsere Normen erfüllen müssen“, so der Chef der Sprá­va Železnic.

Neue Bahnstrecke von Dresden nach Prag: MP Kretschmer plädiert für kompletten Tunnel bis zur Grenze

In der Debatte um die möglichen Varianten der neuen Bahnstrecke von Dresden nach Prag im Bereich zwischen Heidenau und der Grenze zu Tschechien hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) für den Bau eines durchgehenden Tunnels ausgesprochen. Bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung mit Tschechien über das Projekt am Montag in Dresden stellte sich der Politiker damit an die Seite der Bürgerinitiative „Basistunnel nach Prag“, die sich für eine entsprechende Lösung einsetzt. „Die Menschen wünschen sich einen Volltunnel, und das ist auch mein Wunsch“, sagte Michael Kretschmer.

Die Initiative hat sich in der Vergangenheit wiederholt gegen Varianten ausgesprochen, die eine teilweise offene Führung der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Bereich Heidenau, Zehista, Goes und Dohma vorsehen – und dabei unter anderem auf die Belastung durch Lärm verwiesen und sogar eigene Varianten erstellt, die nun auch Gegenstand des laufenden Raumordnungsverfahrens sind. Am Freitag will die Initiative zudem eigenen Angaben zufolge etwa 30 000 gesammelte Einwände an die Landesdirektion überreichen, die sich vor allem gegen die offenen Varianten richten. Anders als der Ministerpräsident legt sich Bahnvorstand Ronald Pofalla noch nicht fest: „Ich muss meine Entscheidung von der der Planer abhängig machen. Die liegt aber noch nicht vor.“

Von Sebastian Kositz

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