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Lokales Wiedereröffnung: So sieht die Dresdner Festung jetzt aus
Dresden Lokales Wiedereröffnung: So sieht die Dresdner Festung jetzt aus
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15:16 01.12.2019
Besucher der Festung Dresden Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Auf der Brühlschen Terrasse ein vergitterter Metallwürfel – das ist der Eingang. Von hier befördert der Lift Besucher in die Festung Dresden. Das Aufzugshäuschen soll einem Kettenhemd ähneln, und durch Ketten führt der Weg auch wieder hinaus. Der Besucher passiert das historische Ziegeltor, Dresdens letztes noch erhaltenes Stadttor, und wird am Ende einer Zeitreise zum Georg-Treu-Platz geleitet. Wo sich früher der Zugang zum Museum Festung Dresden befand, empfängt ihn das 21. Jahrhundert wieder.

Das älteste, was die Stadt ihren Gästen vorführen kann

Zuvor aber hat ihn der Geist von Kurfürst Moritz an die Hand genommen und eintauchen lassen in die rund 500 Jahre alte Festungsgeschichte. Das Bauwerk galt Mitte des 16. Jahrhunderts als modernste Festungsanlage Europas. Heute ist es das älteste, was die Stadt ihren Gästen vorführen kann. Gemessen an der Bedeutung der alten Steine, ist es eine gute Idee, die leeren Gewölbe, Höfe, Bastionen und sonstigen Relikte zu anschaulichem Leben zu erwecken. Einem virtuellen Leben, in dem man Zeuge der Ereignisse sein soll.

Festung Xperience“, so der neue Name, will keine Ausstellung im herkömmlichen Sinne sein. Keine Vitrinenschau, nicht zuletzt schon aus Hochwassergründen, aber mehr noch um das veränderte Erlebnisbedürfnis zu befriedigen. Kurator und Projektleiter Dirk Welich, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), nennt diese Art der Geschichtsvermittlung die „Aufführung eines kulturhistorischen Ortes“ (historical site performance).

Festung Xperience in Dresden

Das authentisch Vorhandene wird nach dem Prinzip der Immersion dramaturgisch in Szene gesetzt, sprich der Besucher taucht ein in die Vergangenheit, nimmt Anteil, ist hier aber kein direkter Mitspieler. Möglich macht das alles modernste Technik. 27 Hochleistungsbeamer bestrahlen das Mauerwerk, eine 360-Grad-Projektion erzeugt Illusionen und ein 3-D-Audiosystem liefert die Hörkulisse.

Wächter, Soldaten, Schmuggler und Räuber

Auf 1800 Quadratmetern führen 26 Stationen in die historischen Geschehnisse. Der Wettiner Moritz, Bauherr der Festung und eigentlich schon tot, hält alle Fäden zusammen. So trifft man nicht nur mehrfach auf ihn, sondern auch auf die Baumeister der Anlage, auf Wächter, Soldaten, Schmuggler, den eingekerkerten Räuber Lips Tullian und den gleichfalls festgesetzten Porzellanerfinder Friedrich Böttger. Der Besucher erlebt Kanonendonner und „riecht“ Pulverdampf. Über ein breit angelegtes „Ballgeflüster“ – der eigentliche Ball fand allerdings oben auf dem „Balkon Europas“ statt – wird weiteres Stadtgeschehen vermittelt. Die dichteste Szenerie spielt im großen Kanonenhof und führt von fiktiver Feuersbrunst bis zu Hochwasserfluten.

An anderen Stellen weist die Konzeption noch ein wenig Leerraum auf. Auch eine Nachbetrachtung der Fakten über herkömmliche Flyer wäre noch vorstellbar. Schlösserchef Christian Striefler spricht von einem deutschlandweit einmaligen Angebot der Kulturvermittlung. Sechs Jahre habe man dafür geplant und getestet. Seit Januar 2017 war die Festung Dresden für die Umgestaltung geschlossen. Die Baumaßnahmen lagen in der Hand des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB). Niederlassungsleiter Ulf Nickol betonte, dass es seit 1575 keine größeren Arbeiten an der Festung gegeben habe. Umso vorsichtiger musste man hier zu Werke gehen. Die Gesamtkosten betrugen 9,3 Millionen Euro. Für Einrichtung und Installation der Erlebnisschau investierte SBG 3,4 Millionen Euro. An der technischen Realisierung waren die beiden Berliner Unternehmen Tamschick Media + Space GmbH sowie USOMO GmbH beteiligt.

Ab Samstag ist „Festung Xperience“ für Publikum offen und barrierefrei zugängig. Neben dem Lift auf der Brühlschen Terrasse (Brühlscher Garten) befindet sich ein weiterer Eingang am Terrassenufer. Kinder unter acht Jahre erhalten keinen Zutritt, empfohlenes Alter: zwölf Jahre. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Geöffnet hat die unterirdische Welt von Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass: 16.30 Uhr.

Anmerkung der Redaktion: In der ersten Fassung des Artikels war versehentlich ein falscher Name in die Zeilen gerutscht. Der Leiter der Niederlassung Dresden I des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements heißt richtig Ulf Nickol. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

Von Genia Bleier

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