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Lokales Minister Piwarz begrüßt Entscheidung zur Unischule in Dresden
Dresden Lokales Minister Piwarz begrüßt Entscheidung zur Unischule in Dresden
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09:02 23.04.2018
Die Universitätsschule soll als Modellversuch völlig neue Methoden des Lernens und Lehrens erforschen. Quelle: dpa
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Dresden

Geteiltes Echo auf verschobenen Start für die Unischule: „Die Steuerungsgruppe hat noch rechtzeitig die Reißleine gezogen, um dem TU-Projekt im kommenden Jahr die Chance eines guten Starts zu geben“, erklärte die CDU-Bildungspolitikerin im Stadtrat, Heike Ahnert, am Freitag. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit hätte versucht, die Gründung „mit der Brechstange“ durchzusetzen, ohne die entscheidenden Fragen zur Zukunft der 101. Oberschule und dem langfristigen Standort der Unischule zu klären. Dies habe zu „massiven Verunsicherungen“ geführt bei Eltern, Schüler und Lehrern.

Ahnert fordert neuen Standort

Ahnert sprach sich für einen neuen Standort aus. Der bisherige sei „falsch“. Wenn 2019 noch ein Versuch unternommen werde, dann an einem Standort, an dem es nicht zu Konflikten mit oder zur Verdrängung von bestehenden Schulen kommt. „Die Boxberger Straße in Prohlis wäre eine bessere Alternative.“

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Die Universitätsschule soll als Modellversuch völlig neue Methoden des Lernens und Lehrens erforschen. Am Standort der 101. Oberschule an der Pfotenhauerstraße war für den 13. August dieses Jahres eigentlich der Start geplant. Die Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Stadt, Land und TU Dresden hatte am Donnerstag aufgrund einer Vielzahl von Problemen – angefangen bei geringen Anmeldezahlen bis hin zu Kooperationsfragen und Verdrängungsängsten bei Oberschulvertretern – den Start um ein Jahr verschoben (DNN berichteten).

Vertreter der Stadtratsmehrheit kritisierten das bereits scharf. Dana Frohwieser (SPD) und Anja Apel (Linke) sprachen in einer gemeinsamen Erklärung am Donnerstag von einer „konservativen Verhinderungsmacht“. Der CDU-Bildungsbürgermeister und die Schulverwaltung hätten die Schule in städtischer Trägerschaft nicht gewollt, Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) habe das Projekt nicht aktiv genug unterstützt.

Grüne zeigen auch Verständnis

Am Freitag äußerten auch die Grünen ihr Bedauern über die Verschiebung, zeigten aber auch Verständnis. Für Ulrike Caspary, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, ist nicht verständlich, wieso es der Verwaltung nicht gelungen ist, Räume zum Start der Unischule zur Verfügung zu stellen. Ich hoffe, dass das Jahr von der Verwaltung genutzt wird, in Abstimmung mit dem Team der Unischule einen Standort für den Start und die Entwicklung der Universitätsschule zu finden. Einen Ort, an dem sie sich, im Zusammenleben mit dem Stadtteil, entwickeln kann.“

Fraktionschef Thomas Löser ergänzte, aufgrund zu viele ungeklärter schulorganisatorischer und konzeptioneller Fragen, mache es „keinen Sinn, die Entscheidung zu überstürzen und damit ein Scheitern des ambitionierten Projektes Universitätsschule zu riskieren“. Die Grünen bedauerten sehr, dass es nicht gelungen sei, „zwischen Stadtverwaltung, Universität und 101.OS und 102.GS. ein tragfähiges Konzept am Standort Johannstadt Nord zu entwickeln“. Löser erinnerte an den bereits vor Monaten erteilten Mediationsauftrag an Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann.

Piwarz lobt Konzept

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) verteidigte die Entscheidung. „Gute Dinge brauchen manchmal Weile“, sagte er auf DNN-Anfrage. Die Unischule habe „ein gutes Konzept“, an dessen Umsetzung jetzt gearbeitet werde. Von einem Scheitern könne keine Rede sein.

Von Ingolf Pleil