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Lokales Miese Bedingungen für Orang-Utans im Dresdner Zoo – Flamingos müssen deshalb umziehen
Dresden Lokales Miese Bedingungen für Orang-Utans im Dresdner Zoo – Flamingos müssen deshalb umziehen
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18:49 20.07.2019
Die Flamingos im Dresdner Zoo bekommen ein neues Gehege. Quelle: Franziska Schmieder, DNN-Archiv
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Dresden

Die internationale Tier- und Artenschutzorganisation „Great Ape Project“ hat den Dresdner Zoo wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzt verklagt. Grund sind die schlechten Haltungsbedingungen im Orang-Utan-Haus.

„Qualhaltungseinrichtungen für Orang-Utans“

„Der Dresdner Zoo, der sich rühmt, bereits seit 1873 Orang-Utans zu halten und sich seither zu einem Vorreiter zeitgemäßer, moderner Unterbringung und Pflege dieser Menschenaffen entwickelt zu haben, muss mit Blick auf die Orang-Utans tatsächlich zu den europaweit übelsten Qualhaltungseinrichtungen gerechnet werden“, heißt es in einer Mitteilung.

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Der Vorwurf der schlechten Haltungsbedingungen ist nicht neu. „Great Ape Project“ hatte dem Dresdner Zoo bereits Anfang 2017 den „Negativ-Award“ für die „schlimmste Orang-Utan-Qualhaltung in einem europäischen Zoo“ verliehen.

Orang-Utan Toni im Dresdner Zoo. Archivbild. Quelle: Anja Schneider

Zoodirektor Karl-Heinz Ukena will den Vorwurf so nicht stehenlassen und betont, dass die Zootierpfleger die Orang-Utans sehr gut betreuen. Für die räumlichen Gegebenheiten können sie nichts. Und die will der Zoo schon geraumer Zeit ändern. Aber das kostet Geld, was der Zoo aus seinen Einnahmen niemals aufbringen könnte.

Ende 2019 soll Plan für Orang-Utan-Haus stehen

Der Neubau eines modernen, größeren Geheges, das den Haltungsvorschriften entspricht, beschäftigt seit geraumer Zeit den Stadtrat. Doch im Doppelhaushalt 2019/20 ist dafür kein Geld eingestellt. Zeitweise waren Millionen aus der Liquiditätsreserve für den Zoo im Gespräch. Schließlich bewilligte der Stadtrat aus dieser Liquiditätsreserve 500 000 Euro. Der Stadtbezirksbeirat Altstadt stellte dann im Juni aus seinen Verfügungsmitteln noch 60 235 Euro für die Planung eines neuen Orang-Utan-Hauses im Zoo zur Verfügung.

„Das Orang-Utan-Haus ist unser nächstes großes Projekt. Ende 2019 wollen wir die Planung abschließen“, sagt Karl-Heinz Ukena. „Wenn klar ist, wie viel Geld wir dafür wirklich brauchen, werden wir uns mit dem Zoo-Aufsichtsrat und der Stadt zusammensetzen und schauen, wie wir das finanziert bekommen. Es gibt ja positive Signale aus dem Stadtrat.“ Karl-Heinz Ukena hofft, dass noch 2020 mit dem Bau des neuen Orang-Utan-Hauses begonnen werden kann.

Auch die Flamingos bekommen mehr Platz

Um mehr Platz für die Menschenaffen zu schaffen, werden jetzt aber erst einmal die Flamingos umziehen. Sie bekommen am Ententeich zwischen Verwaltungsgebäude und Streichelzoo ein neues Gehege. Projektiert hat dies das Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner. „Der Bauantrag ist eingereicht und wir hoffen, dass er bis November durch ist. Sobald wir die Genehmigung haben, geht es los“, kündigt Karl-Heinz Ukena den DNN an.

Auch die Flamingos sollen mehr Platz bekommen, etwa dreimal so viel wie bisher. Der Bau des neuen Geheges kostet 1,5 Millionen Euro. „Das Geld dafür ist eingestellt“, sagt der Zoodirektor.

Von Catrin Steinbach

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