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Lokales VW holt Mitarbeiter zurück
Dresden Lokales VW holt Mitarbeiter zurück
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08:00 19.04.2018
Manufaktur-Mitarbeiter Detlef Schwantke zeigte Wirtschaftsminister Martin Dulig und Ministerpräsident Michael Kretschmer (v.l.), wie der e-Golf produziert wird.
Manufaktur-Mitarbeiter Detlef Schwantke zeigte Wirtschaftsminister Martin Dulig und Ministerpräsident Michael Kretschmer (v.l.), wie der e-Golf produziert wird. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Künftig werden die Lichter in der Gläsernen Manufaktur länger brennen. Grund ist die Verdopplung der Produktion des e-Golf und des damit verbundenen Zweischicht-Betriebs von 6 bis 22 Uhr. Ab Mitte April rollen täglich 72 statt 36 Fahrzeuge übers Band. Das freut nicht nur den Markt, sondern auch die Mitarbeiter.

„Gemessen an der Ausgangsposition nach dem Stopp der Phaeton-Fertigung ist das eine großartige Entwicklung, für die wir uns nicht umsonst stark gemacht haben. Dadurch können fast alle Mitarbeiter wieder am Standort Dresden eingesetzt werden. Allen anderen wurde die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung an anderen VW-Standorten angeboten“, sagt Thomas Aehlig, Vorsitzender des Manufaktur-Betriebsrates.

Die Mitarbeiter der Manufaktur zeigten den zahlreichen Gästen am 5. März, wie der e-Golf in Dresden produziert wird.

Symbolischer Startschuss

Am Montagnachmittag besuchten Ministerpräsident Michael Kretschmer, Wirtschaftsminister Martin Dulig sowie Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Gläserne Manufaktur. Während die Mitarbeiter an der Hochzeit-Station an einem e-Golf werkelten, wurden sie plötzlich von zahlreichen Vertretern aus Politik und Presse umringt.

Sie übergaben ihr Werkzeug für einen kurzen Moment dem Ministerpräsidenten und damit fiel der Startschuss für die Erweiterung der Produktion. Zumindest symbolisch, denn die Steigerung wird bis Mitte April zunächst schrittweise stattfinden.

Sachsen steht für E-Mobilität

„Wir bereiten so auch die Elektro-Offensive der Marke Volkswagen vor, die ab 2020 mit den ersten Fahrzeugen auf der Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) in Zwickau gezündet wird. Die Gläserne Manufaktur wird davon partizipieren und hat damit eine klare Perspektive als Center of Future Mobility“, erklärt Professor Siegfried Fiebig, Sprecher der VW-Geschäftsführung Sachsen.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig ist sich sicher, dass der Freistaat künftig direkt mit E-Mobilität verknüpft wird: „Die kürzlich bekanntgegebene Entscheidung des Unternehmens, die Produktion im Zwickauer Fahrzeugwerk 2019/20 komplett auf E-Autos umzustellen, war zukunftsweisend und hat gezeigt, dass Sachsen der Stadtort für E-Mobilität in Deutschland ist“. Zukunftstechnologie werde in Sachsen nicht nur geplant, sondern bereits praktisch umgesetzt.

e-Golf ist Spitzenreiter in Norwegen

Die Entscheidung kommt natürlich nicht von ungefähr. Hauptgrund sei der Erfolg des Volkswagen Umwelt- und Zukunftsprogramms in Deutschland, wie VW-Sprecher Carsten Krebs sagt. „Kunden, die ein älteres Dieselfahrzeug der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4 verschrotten, erhalten attraktive Umwelt- und Zukunftsprämien bei der Anschaffung eines sauberen und effizienten Neu- oder Jahreswagens von VW“, erklärt er.

Mehr als 100 000 Kunden haben bisher davon Gebrauch gemacht. Wer einen e-Golf kauft, kann Prämien von bis zu 11 760 Euro erwarten. 2000 Euro staatlicher Umweltbonus sind inbegriffen. Inzwischen hat der e-Golf eine Reichweite von maximal 300 Kilometern pro Ladung. 2017 war er damit das meistverkaufteste Fahrzeug in Norwegen. Auch in Deutschland belege der e-Golf laut VW in den vergangenen Monaten einen Spitzenplatz.

Interessierte können sich ab sofort donnerstags auch abends durch die Gläserne Manufaktur führen lassen. In den kommenden Wochen sollen die Öffnungszeiten weiter ausgebaut werden.

Von Lisa-Marie Leuteritz