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Lokales Mehr Radfahrer wegen Corona? – TU Dresden untersucht Verkehrsmittelnutzung
Dresden Lokales Mehr Radfahrer wegen Corona? – TU Dresden untersucht Verkehrsmittelnutzung
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17:15 24.04.2020
Menschen sitzen in der Straßenbahn und tragen Mundschutz. Quelle: dpa/Robert Michael
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Dresden

Die TU Dresden untersucht in einer wissenschaftlichen Studie den Wechsel von gewohnten Verkehrsmitteln hin zu neuen Mobilitätsformen während der Coronapandemie. „Das von Gewohnheiten geprägte Mobilitätsverhalten wird aktuell grundlegend hinterfragt, Mobilitätsentscheidungen werden neu getroffen“, erklärt Dr. Angela Francke von der Professur für Verkehrspsychologie an der Fakultät für Verkehrswissenschaften.

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Ein Team aus drei Wissenschaftlerinnen will herausfinden, ob die neuen Erfahrungen zu langfristigen Veränderungen im Mobilitätsverhalten führen. Den deutschlandweit verteilten Online-Fragebogen haben bereits etwa 5000 Menschen ausgefüllt. In ihrem Zwischenergebnis halten die Wissenschaftlerinnen fest, dass nahezu alle Befragten über den Wegfall mindestens eines sonst üblichen Weges berichten, wie beispielsweise die Fahrt zur Arbeit.

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Das Interesse ist international

Am stärksten ausgeprägt ist der Wegfall von Wegen in der Freizeit. Über die Hälfte, knapp 58 Prozent, gaben an, dass sich ihre Verkehrsmittelnutzung seit Ausbruch der Pandemie geändert hat. Während der Öffentliche Nah- und Fernverkehr etwas oder deutlich weniger genutzt wird, ergibt sich für den Rad- und Fußverkehr das gegenteilige Bild. Gefragt nach den Gründen, war das am häufigsten gewählte Motiv „die Verringerung der Ansteckungsgefahr für mich selbst“, gefolgt von der Verringerung der Gefahr, andere anzustecken. Auch um das eigene Immunsystem zu stärken, haben 23 Prozent der Befragten angegeben, ein anderes Verkehrsmittel zu nutzen.

Die Studie läuft noch bis zum 30. April in Deutschland und hat mittlerweile sogar internationale Interessenten gefunden: Die Befragung ist online auch auf Englisch, Französisch und Russisch verfügbar und wird derzeit in weitere Sprachen übersetzt.

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Von Aaron Wörz