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Lokales Mehr Konzentration durch Computerspiele
Dresden Lokales Mehr Konzentration durch Computerspiele
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10:50 26.01.2016
Die Psychologin Dr. Annet Bluschke erklärt Praktikantin Sophie Schwab, wie sie mit Hilfe kleiner Elektroden und großer Konzentration das Männchen auf dem Bildschirm zum Laufen bringt. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Computerspiele gelten gemeinhin nicht als die sinnvollste Freizeitbeschäftigung. In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (KJP) des Uniklinikums profitieren Patienten mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) aber genau davon. Neurofeedback nennt sich das spezielle Hirnstrom-Training, das ein wenig an Science Fiction erinnert. Denn das Computerspiel wird über die Gedanken des Patienten gesteuert.

Kinder mit ADHS zeigen wenig Ausdauer, sind leicht ablenkbar und impulsiv. Gedanken, die in ihrem Gehirn Gestalt annehmen, werden sofort umgesetzt. Das ist weder für den Betroffenen noch für die Menschen in seiner Umgebung angenehm. Grund für dieses Verhalten ist eine Störung in der Informationsverarbeitung zwischen den für Motivation, Emotion und Bewegungsverhalten zuständigen Abschnitten des Gehirns. "Bei ADHS-Patienten sind bestimmte Rhythmen im Gehirn außer Kontrolle. Das Neurofeedback hilft, die Zusammenarbeit der betroffenen Hirnregionen gezielt zu trainieren", sagt Prof. Christian Beste, Leiter des Forschungsbereichs "Kognitive Neurophysiologie".

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Dabei werden über ein EEG aufgefangene Hirnströme genutzt, um Computerspiele oder Videos auf einem Bildschirm zu steuern. Im Zuge des Trainings lernen die Patienten, ihre Hirnströme zu beeinflussen und ihre Aufmerksamkeit so bewusst zu erhöhen. Indem sie an bestimmte Situationen oder Gegebenheiten denken, können sie sich nach der Behandlung besser konzentrieren und entspannen. Soziale, familiäre und schulische Belastungen nehmen ab.

Auch wenn das Neurofeedback keine medikamentöse Behandlung ersetzt und eher als Optimierung in der ADHS-Behandlung zu verstehen ist, sind die bei den zwischen acht und 14 Jahre alten Patienten erzielten Ergebnisse gut. Seit dem Start der Therapie vor zwei Jahren konnten bereits 70 Betroffene versorgt werden. Auch deshalb wird das Angebot in diesem Jahr erstmals erweitert. Den Medizinern stehen ab sofort vier statt zwei Behandlungsplätze zur Verfügung. Damit können pro Woche 16 Patienten parallel therapiert werden - zehn mehr als bisher. "Dadurch verkürzen sich die Wartezeiten für unsere Patienten deutlich", so Prof. Beste.

Für das spezielle Training der Hirnströme sind zwischen 16 und 20 Neurofeedbacksitzungen von je 45 bis 60 Minuten Dauer nötig. Hinzu kommen zudem Aufgaben und Konzentrationsübungen, die der Patient dann auch in Eigenregie zu Hause absolvieren kann.

Christin Grödel

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