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Lokales Mehr Gewinn für Vonovia - Dresdner Wohnungen verteuern sich am meisten
Dresden Lokales Mehr Gewinn für Vonovia - Dresdner Wohnungen verteuern sich am meisten
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12:49 07.03.2018
Der Vorstandsvorsitzende des Wohnungskonzerns Vonovia, Rolf Buch, hat die Jahreszahlen vorgestellt.
Der Vorstandsvorsitzende des Wohnungskonzerns Vonovia, Rolf Buch, hat die Jahreszahlen vorgestellt. Quelle: Federico Gambarini/dpa
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Dresden/Bochum

Steigende Mieteinnahmen und der Milliarden-Zukauf des österreichischen Konkurrenten Conwert haben Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia 2017 einen Gewinnsprung beschwert. Das Unternehmen, das bundesweit knapp 347.000 Wohnungen und allein in Dresden fast 40 .000 Wohnungen im Bestand hat, schraubte den Betriebsgewinn um ein Fünftel nach oben – auf 921 Millionen Euro.

Hohe Nachfrage lässt Mieten steigen

„Unsere Geschäftsentwicklung ist solide, unser Leistungsspektrum breiter geworden“, sagte Vorstandschef Rolf Buch am Monag bei der Bilanzvorlage in Bochum. Zu verdanken ist der Gewinnsprung nicht zuletzt höheren Mieteinnahmen: Die stiegen in Summe um gut 8 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Im Schnitt zahlten die Vonovia-Mieter Ende 2017 kalt 6,33 Euro pro Quadratmeter – 4,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Dresden und Leipzig liegen hier unter dem Durchschnitt: In Leipzig mussten Mieter im Schnitt 5,75 Euro zahlen, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. In Dresden zogen die Vonovia-Mieten sogar um 5,7 Prozent an – auf 5,78 Euro. Von den größeren Standorten liegt Dresden damit beim Mietanstieg an der Spitze – gemeinsam mit Kiel.

79 Millionen Euro für Sachsen

In diesem Jahr will Vonovia-Chef Buch den Gewinn weiter steigern – auf 960 bis 980 Millionen Euro. Zugleich will er mehr Geld in Neubau und Instandhaltung stecken: Im vergangenen Jahr hatte er die Investitionen bereits um mehr als ein Drittel auf 1,1 Milliarden Euro erhöht. In diesem Jahr sollen es noch einmal 300 Millionen Euro mehr werden. Von den insgesamt 1,4 Milliarden Euro sollen 79 Millionen Euro nach Sachsen und Thüringen fließen.

Investitionen in altersgerechten Umbau

Jährlich sollen so rund 2000 neue Wohnungen entstehen. Insgesamt kann der Immobilienkonzern laut Unternehmenschef Buch 30 000 Wohnungen auf eigenen Grundstücken bauen.

Neben Modernisierungen zur Einsparung von Energie kündigte Buch auch eine verstärkt altersgerechte Erneuerung der Wohnungen an. Zusätzlich zum barrierefreien Umbau plane Vonovia derzeit zunehmend den Anbau von Aufzügen an Mehrfamilienhäusern. Ziel des Unternehmens sei es dabei, die derzeit hohen Kosten von 100 000 bis 120 000 Euro für den Anbau eines Aufzugs durch neue Konzepte zu halbieren.

Vonovia war 2015 aus dem Zusammenschluss von Deutscher Annington und Gagfah entstanden. Letztere hatte neun Jahre zuvor der Stadt Dresden alle kommunalen Wohnungen abgekauft – und ist seitdem größter Vermieter in der Landeshauptstadt. Im vergangenen Jahr kam Conwert hinzu. Dadurch stieg Vonovia auch in Leipzig zum Großvermieter auf. Laut dem Geschäftsbericht hat das Unternehmen in Dresden 38 563 Wohnungen im Bestand, in Leipzig sind es 9174.

Von Frank Johannsen