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Lokales Kleine Mädchen missbraucht – Sicherungsverwahrung für Malchower
Dresden Lokales Kleine Mädchen missbraucht – Sicherungsverwahrung für Malchower
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19:56 21.06.2019
Das Dresdner Landgericht. Quelle: Monika Skolimowska/ZB/dpa
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Dresden

 Das Landgericht Dresden hat einen vorbestraften Mann aus Mecklenburg-Vorpommern, der drei kleine Mädchen aus Sachsen sexuell missbraucht hat, zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem wurde gegen ihn Sicherungsverwahrung angeordnet. „Wir sehen eine allgemeine Gefährlichkeit“, begründete der Vorsitzende der Jugendschutzkammer, Andreas Ziegel, am Freitag die Entscheidung.

Der Angeklagte wurde wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung und Körperverletzung verurteilt. Weder das Alter der Kinder noch Gegenwehr hätten ihn davon abgehalten, eine Ein- und eine Vierjährige zu missbrauchen und zu vergewaltigen. Gegen deren mitangeklagte Mutter verhängte die Kammer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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Gezielt nach Single-Müttern gesucht

Der 35-Jährige aus Malchow hat in der Internet-Dating-Plattform „Knuddels“ gezielt nach Single-Müttern mit kleinen Töchtern gesucht. Ab Sommer 2018 chattete Daniel P. mit der Dresdnerin Christin I.. Dabei habe er sexuelle Fantasien und Wünsche geäußert, die sich auf deren jüngere Tochter bezogen, sagte Ziegel.

Sie habe dem Fremden wie gewünscht kinderpornografische Nacktfotos von der Anderthalbjährigen geschickt und Oralverkehr mit Emilie geübt. Der Mann, der sich als Lkw-Fahrer und mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt, versprach Wohlstand, Ehe und ein sorgenfreies Leben in Dubai.

Mutter schritt nicht ein

Die 31-Jährige aus einfachen bescheidenen Verhältnissen fiel nach zwei gescheiterten Beziehungen auf den kräftigen, dunkelhaarigen Mann herein. Als er sie erstmals besuchte, zog sie Emilie aus, legte sie ihm auf den Bauch und ließ zu, dass er sie vergewaltigte.

„Emilie weinte, schrie und wehrte sich, aber die Mutter schritt nicht ein und ließ ihn gewähren“, berichtete Ziegel, was in dem meist nichtöffentlichen Prozess zur Sprache kam. Das wiederholte sich ein Mal und bei einer Reise nach Ungarn und Rumänien missbrauchte er auf gleiche Weise Emilies vier Jahre alte Halbschwester Mia.

Väter rangen bei Gericht um Beherrschung

Die Mutter hatte die Mädchen ohne Einverständnis ihrer Väter mit ins Ausland genommen, die sie Anfang Oktober 2018 als vermisst meldeten. Bei der Ausreise aus Rumänien war P. gestoppt worden, nachdem er die Frau und ihre Kinder verlassen hatte. Sie habe sofort nach ihrer Festnahme alles berichtet, nachdem sie „aus den Fängen des Angeklagten“ heraus war, sagte Ziegel.

P., braungebrannt, hörte regungslos zu, wie auch Christin I.. Ihnen gegenüber saßen die Väter von Emilie und Mia als Nebenkläger und rangen wiederholt um Beherrschung. Christin I. sei Opfer seiner Manipulationsfähigkeit, aber auch Täterin, sagte Ziegel. „Er gab ihr die Perspektive, aus ihrer kleinen Welt auszubrechen.“ Aber Kinder seien darauf angewiesen, dass ihre Eltern sie schützen. „Da haben Sie völlig versagt.“

Angeklagter wurde per Haftbefehl gesucht

Verurteilt wurde P. auch wegen zweifachen sexuellen Missbrauchs einer Siebenjährigen aus Chemnitz. Deren Mutter aber hatte sofort die Reißleine gezogen, als sie erfuhr, dass er ihre Tochter unsittlich angefasst hat. P. war per Haftbefehl gesucht und Ende Oktober 2018 in einer Wohnung in Malchow gefasst worden.

Der Fall hatte für Aufregung gesorgt, weil das Amtsgericht Waren ihn erst im September wegen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt hatte, die aber noch nicht rechtskräftig ist.

Gegen P. wird zudem in weiteren Fällen ermittelt. Er bleibt in Untersuchungshaft, Christin I. bleibt bis zur Rechtskraft des Urteils auf freiem Fuß. Sie habe von Anfang an reinen Tisch gemacht und sich dabei auch selbst belastet, sagte Ziegel. „Dass wir Herrn P. hier verurteilen und damit weitere Kinder vor ihm schützen können, ist Ihnen zu verdanken.“

Von RND/dpa