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Lokales McGraths „Laurel & Hardy“ feiert Premiere auf dem Theaterkahn
Dresden Lokales McGraths „Laurel & Hardy“ feiert Premiere auf dem Theaterkahn
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13:18 16.10.2019
Dresdner Theaterkahn Laurel & Hardy: Tom Quaas als Olli und Felix C. Voigt als Stan  Quelle: Carsten Nüssler
Dresden

Laurel und Hardy, eines der berühmtesten Komiker-Duos der Filmgeschichte, erfreuten sich in Deutschland schon früh einer beispiellosen Popularität. Fast von Beginn an unter dem wenig schmei­chelhaften und bis heute umstrittenen Künstlernamen „Dick und Doof“ bekannt, gewannen die beiden Schauspieler hier bereits zu Zeiten der Weimarer Republik eine beachtliche Fangemeinde für sich. Nun inszeniert Arne Retzlaff auf dem Theaterkahn Tom McGraths Komödie „Laurel & Hardy“, die dem größten Komikerpaar der Filmgeschichte ein heiteres Denkmal setzt. Darin treffen sich Stan Laurel und Oliver Hardy, um noch einmal die Höhepunkte ihrer Karriere zu erleben. In den Rollen sind Tom Quaas als Olli und Felix C. Voigt als Stan zu erleben. DNN fragten Tom Quaas zu Stück, Geschichte, Rolle und Herangehensweise. 

Frage: Erinnern Sie sich noch daran, bei welcher Gelegenheit Sie das erste Mal einen Sketch oder Film von Stan Laurel und Oliver Hardy gesehen haben?

Tom Quaas: Ja, auf dem Sofa meiner Großeltern in Leipzig. Da hatte man Westfernsehen. Ich bin als Kind schon mit dem Fahrrad nach Leipzig gefahren, um in den Genuss dieses Fernsehens zu kommen, da es uns in Dresden leider nicht möglich war. Eines Tages sah ich Laurel & Hardy und war fasziniert. Später fuhr ich dann mit dem Moped & zu guter Letzt mit dem Auto zu den Großeltern.

Haben Sie einen Lieblingsfilm von Laurel & Hardy, wenn ja, weshalb gefällt Ihnen dieser am besten?

„Hinter Schloss & Riegel“ war mein erster Film, den ich mit den beiden gesehen habe, und auch mein liebster. Hier verband sich die mir bekannte Komik der von mir so geliebten Olsenbande mit einer neuen Dimension von Humor.

Fühlen Sie eine gewisse Seelenverwandtschaft, was den Sinn fürs Alberne und Absurde angeht?

Für mich ist es eher das Übertriebene und Unangemessene, was mich begeistert. Selbst in der größten Gefahr überschreiten Stan & Olli Grenzen, die unüberwindbar scheinen. Das ist für mich das Faszinosum. Sie sind konsequent in ihrer Übertreibung.

Haben Sie den Film „Stan & Ollie“ von Jon S. über die späten Jahre des Komiker-Duos gesehen, der nicht zuletzt eine Meditation über die große Kunst des Slapsticks sowie auch ein Hohelied auf eine Männerfreundschaft ist? 

Ja, und das ist auch der Ausgangspunkt für unsere Inszenierung. Die Männerfreundschaft, das Duo privat, die Schwierigkeiten ihrer Karriere & ihres Privatlebens. Ausgehend von dieser ernsten Basis nähern wir uns dem Keim für die Komik des Abends.

Was und wie erzählt Tom McGraths Komödie die Geschichte von Laurel & Hardy?

Er lässt sie in einer Art Limboland aufwachen, eine Welt zwischen Leben und Tod, in der die beiden Figuren sich an ihre besten Zeiten erinnern, an ihre Schwierigkeiten und das Ende ihres Lebens. Hierbei ist es möglich, einerseits den Humor in Form vieler Nummern und andererseits die Ernsthaftigkeit der Menschen, die hinter den Figuren stehen, zu zeigen.

Sie spielen Oliver Hardy, welche „Markenzeichen“ werden in der Inszenierung auf dem Kahn zu sehen sein?

Ich versuche mich seiner Körperlichkeit zu nähern, seiner Gestik und Mimik. Ohne ihn wirklich kopieren zu wollen, möchte ich sehr nah an die vorgegebene Komik herankommen.

Hardy war sehr beleibt, nähern Sie sich Ihrer Rolle gewissermaßen auch gewichtstechnisch?

Naja, ich esse ein bisschen mehr, aber durch essen allein ist sein Gewicht nicht so leicht zu erreichen. Außerdem habe ich ja auch noch andere Rollen zu spielen, deshalb benutze ich einen sogenannten Watton, der seinen Träger dick wirken lässt.

Viele Stars von einst sind vergessen, wie erklären Sie sich den jahrzehntelangen Erfolg des berühmtesten Komikerduos der Filmgeschichte?

Ich denke, dass die Konflikte, die sich die beiden herausgesucht haben, heute noch ihre Aktualität haben, seien es die Probleme, an Geld heranzukommen, mit einem Nachbarn klarzukommen, ein Auto in Gang zu kriegen oder mit den Frauen dieser Welt umzugehen. Selbst der Umgang unter den beiden selbst ist stellvertretend für alle Arbeitsbeziehungen, Freundschaften oder Lebensgemeinschaften.

In Laurel & Hardys Welt kommen Frauen entweder als attraktive Fräuleins oder angeheiratete Schreckschrauben vor. Die Fräuleins werden meistens – erfolglos – von Oliver Hardy umworben, teilweise verhilft er den Damen versehentlich zum Glück mit einem anderen Liebhaber. Das wirkt aus der Zeit gefallen, funktioniert aber oft immer noch, oder?

Ja, es funktioniert - gerade heute. Es ist der Charme, der einnehmend ist. Und der fehlt doch heute eher, oder? In unserem Stück erfährt man aber auch etwas über die realen Frauen der beiden Komiker. Und das ist auf jeden Fall sehr interessant – und komisch.

Laurel & Hardy, Komödie von Tom McGrath, Deutsch von Berndt Schmidt, mit Tom Quaas und Felix C. Voigt, Regie: Arne Retzlaff, Bühnenbild: Carsten Nüssler, Kostüm: Katharina Lorenz, Premiere am 18. Oktober, 20 Uhr, Theaterkahn, weitere Aufführungen: 20. und 22.10, 16., 26. und 27.11., 3. und 17.12., 14. und 25.1.

www.theaterkahn.de

Von Christian Ruf

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