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Lokales Maxim starb kurz nach der Geburt – Hebamme wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Dresden Lokales Maxim starb kurz nach der Geburt – Hebamme wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
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10:20 25.02.2020
Die Frau wurde wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen zu einer Geldstrafe verurteilt. Quelle: dpa/Hennig Kaiser
Dresden

Am 7. Februar 2016 um 6.48 Uhr wurde der kleine Maxim geboren – knapp eine Stunde später war er tot. Gestorben an den Folgen einer Fruchtwasseraspiration. Es war Fruchtwasser in seine Atemwege gelangt, was die zuständige Hebamme nicht bemerkte, da sie, entgegen ihren Pflichten, den Zustand des Babys in den besonders kritischen ersten Lebensminuten nicht akribisch kontrollierte.

„Es gibt keinen Zweifel daran“

Erst nachdem den Eltern der schlaffe, apathische Zustand ihres Kindes auffiel, wurde sie aktiv und informierte einen Kinderarzt. Der Säugling befand sich in einem krischen Zustand, Atmung und Herztätigkeit funktionierten kaum noch. Trotz Reanimationsmaßnahmen starb der kleine Junge.

„Sie haben einen Garantenpflicht übernommen, eine umfassende Geburtenbegleitung während der Entbindung und danach. Der sind sie nicht nachgekommen. Wenn Sie das Kind regelmäßig beobachtet hätten, wäre ihnen der Zustand aufgefallen und sie hätten eher reagiert. Die Atemnot entstand nicht plötzlich. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Sie sich schuldig am Tod des kleinen Maxims gemacht haben“, so Richter Rainer Gerads. Er verurteilte die Hebamme wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen zu einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen à 50 Euro. Zudem muss sie 20.000 Euro Schmerzensgeld und 4000 Euro Schadenersatz zahlen.

Tragische Vorgeschichte

Die Angeklagte, die sich jetzt aus ihrem Beruf zurückgezogen hat, hatte die Vorwürfe zurück- und die Schuld der Bereitschaftsärztin zugewiesen. Das nahm ihr der Richter nicht ab. Sie als Hebamme sei für die Entbindung sowie Mutter und Kind zuständig gewesen. Erst bei Problemen, über die sie die Ärztin informieren müsste, würde diese die Verantwortung übernehmen.

Besonders tragisch: Maxims Mutter hatte bereits zwei Fehlgeburten. Die Eltern waren deshalb sehr sensibilisiert. Sie hatten sich zunächst in der Uniklinik angemeldet, dann aber doch das Angebot der ihnen bekannten Hebamme angenommen, sich von ihr betreuen zu lassen. Es gab ein besonderes Vertrauensverhältnis, die Geburtshelferin wusste von der Vorgeschichte und ging doch sehr lässig damit um. „Grundsätzlich kann man erwarten, dass man in dieser Situation das Gras wachsen hört“, fand Richter Gerads.

Rückblick: Baby stirbt kurz nach der Geburt – Hebamme wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Von ml

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