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Lokales Dresdner liefert sich wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei
Dresden Lokales Dresdner liefert sich wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei
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14:18 10.01.2019
Justitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit und des Rechtswesens.
Justitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit und des Rechtswesens. Quelle: picture alliance/dpa
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Dresden

„Die Fahrt steckt mir noch heute in den Knochen. Ich bin schon viele Jahre bei der Polizei, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, erzählte der Polizeibeamte Steffen T. am Mittwoch im Amtsgericht. Er und eine Kollegin wollten am 27. Februar 2018 an der Reicker Straße einen 7er BMW kontrollieren. Der Fahrer reagierte zunächst nicht, gab dann Gas und bretterte los. Zunächst über die Tornaer zur Dohnaer Straße, wo er verkehrsbedingt halten musste, wendete und dabei den Beamten streifte. Er raste zurück zur Reicker Straße und weiter Richtung Stadt. Die Polizisten hinterher. „Ich dachte, wir verlieren ihn. Wir fuhren schon 140 km/h und der zog uns davon“, erinnerte sich Steffen T.

Der BMW brauste über rote Ampeln, überholte im Gegenverkehr, fuhr links an einer Straßenbahn vorbei, rammte fast einen Kleinwagen, fuhr über den Bordstein an einer Polizeisperre vorbei und drehte dann im Karree Tiergarten-, Bastei-, Winterbergstraße/Karcherallee mehrere sehr schnelle Runden, bis er durch eine weitere Polizeisperre gestoppt wurde. „Wir hatten uns quer gestellt und sahen, wie er mit viel Tempo auf uns zuraste. Wir saßen da wie das Kaninchen vor der Schlange“, erinnerte sich Steffen T. Im letzten Moment bremste der Fahrer und wurde dann aus dem Auto geholt. Glücklicherweise wurde bei der Höllenfahrt niemand verletzt. Da die Beamten mit Sirene und Blaulicht fuhren, waren viele Autofahrer wohl vorsichtiger.

Mann war ohne Fahrerlaubnis unterwegs

Dirk G. war der Fahrer des Wagens. Er hatte keine Fahrerlaubnis, denn die war ihm schon 2013 wegen Drogenfahrten entzogen worden. Dafür fand die Polizei aber einen Elektroschocker, einen Schlagstock und Reizgasspray im Auto. Er wisse nicht, warum er gefahren sei und was ihn damals geritten habe, es sei eine Kurzschlussreaktion gewesen, erklärte der 56-Jährige im Gericht. Es tue ihm leid, es sei eine Ausnahme gewesen.

Wirklich? Warum hatte Dirk G. den Elektroschocker und das Spray, die angeblich zum Selbstschutz dienten, im Auto, wenn er das gar nicht nutzen darf. Hat er doch gelegentlich Spritztouren gemacht? Der Kollegin von Steffen T. war der BMW zumindest bekannt – zwei Jahre zuvor war damit ein Radfahrer angefahren und dann Fahrerflucht begangen worden. Der Fahrer des Wagens konnte damals allerdings nicht ermittelt werden.

Dirk G. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt – für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss er je 1000 Euro an die Verkehrswacht und die Opferhilfe zahlen.

Von Monika Löffler