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Lokales Mammutvorhaben A 4: Warum der Ausbau der Autobahn in Ostsachsen Jahre dauern wird
Dresden Lokales Mammutvorhaben A 4: Warum der Ausbau der Autobahn in Ostsachsen Jahre dauern wird
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07:20 24.09.2019
Stoßstange an Stoßstange quält sich tagtäglich der Verkehr über die A4 in und um Dresden. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

Dicht an dicht quält sich der Verkehr über die A 4 bei Dresden, rollen dort tagtäglich zehntausende Fahrzeuge über den Asphalt. Zu viele auf zu wenig Platz – weshalb der Bund jüngst endlich grünes Licht für eine Verbreiterung der wichtigen Verkehrsader in Ostsachsen gegeben hat. Mehr als eine Milliarde Eu­ro sollen auf dem Ab­schnitt zwischen Dreieck Nossen und Bautzen investiert werden. Das Vorhaben ist ambitioniert – allen vo­ran, weil die Umsetzung eine gigantische He­rausforderung ist.

Zu viele Autos: Mehr Platz durch zusätzliche Fahrstreifen

Die Lösung klingt denkbar einfach: Um der Blechlawine Herr zu werden und den Prognosen Rechnung zu tragen, halten Fachleute und Po­litiker einen Ausbau für unumgänglich. Deshalb hatte der Freistaat die Verbreiterung der Autobahn zwischen dem Dreieck Nossen und Bautzen-Ost um jeweils einen Fahrstreifen je Richtung beantragt. Zwischen Nossen und Dresdner Flughafen gebe es somit künftig acht statt sechs Fahrstreifen, auf dem Ab­schnitt bis Bautzen sechs statt vier. Dem hat der Bund bereits zugestimmt. Und: Im vom Bundeskabinett bereits gebilligten Entwurf des Strukturstärkungsgesetzes, mit dem die Folgen des Ausstiegs aus der Braunkohle abgefangen werden sollen, ist auch der sechsspurige Ausbau zwischen Bautzen und polnischer Grenze vorgesehen. Das würde nach heutigen Schätzungen weitere 900 Millionen Euro kosten. Das Gesetz muss aber noch vom Bundestag beschlossen werden.

Knifflige Umsetzung: Viele Um- und Neubauten sind nötig

Links und rechts einfach einen Fahrstreifen hinzu packen – das klingt einfach, ist es aber nicht. Praktisch bleibt auf dem rund 85 Kilometer langen Abschnitt zwischen Nossen und Bautzen kaum ein Stein auf dem anderen. Wird die Autobahn breiter, muss zumeist das Umfeld mit angepackt werden. Bestehende Brücken ha­ben ausgedient, müssen abgerissen und neu errichtet werden, damit alle Fahrstreifen künftig darunter passen. Auch die Auf- und Abfahrten – das sind zwischen Nossen und Bautzen-Ost mehr als ein Dutzend –, Autobahndreiecke und Rastanlagen müssen aufwendig umgebaut werden. Weil das auch immer eine Frage des Platzes ist und es reihenweise rechtliche Vorgaben gibt, halten die Fachleute im sächsischen Verkehrsministerium sogar „ab­schnittsweise neue Linienführungen/Verlegungen“ nicht für ausgeschlossen. Als besondere He­rausforderungen in Dresden se­hen die Experten unter anderem die dichte Bebauung und die Elbquerung.

Die Grafik zeigt die geplanten Abschnitte des Ausbaus. Quelle: DNN/Eylert

Die nächsten Schritte: Auf die Planer wartet viel Arbeit

Entsprechend komplex ist die Aufgabe für die Ingenieure. Mit der Planung und der Umsetzung des Ausbaus soll die Deges, die Planungsgesellschaft des Bundes, be­auftragt werden. Die Gesellschaft will dazu eigens ein Büro in Bautzen einrichten. Aktuell wird der Vertrag mit der Deges vorbereitet. Danach wartet viel Arbeit auf die Fachleute: In ei­nem ersten Schritt müssen sie zu­nächst alle möglichen Varianten er­ar­beiten. Daraus wird dann die bestmögliche Lösung ab­geleitet und ein Vorentwurf erstellt. Was folgt, ist das Planfeststellungsverfahren – ein aufwendiges Prozedere, bei der Be­hörden, aber auch betroffene Bürger Stellungnahmen abgeben können und eine Menge rechtliche Vorgaben bis ins Detail gecheckt wer­den müssen. Und erst wenn das erledigt ist und auch alle Einwendungen vom Tisch sind, dürfen die Bagger rollen. In der Summe ist das ein Prozess, der sich in jedem Fall über Jahre hinziehen wird. Verkehrsfachleute gehen davon aus, dass mit der Fertigstellung des Vorhabens auf keinen Fall vor 20 Jahren zu rechnen ist.

Alternative Ideen: Wie früher Abhilfe geschaffen werden kann

Zwei Jahrzehnte sind zweifelsohne eine lange Zeit – dabei ist der Handlungsbedarf akut. Tatsächlich gibt es zwei Alternativen, die schon früher für eine mögliche Entlastung sorgen könnten. Mit der Aufnahme des Vorhabens in den Bundesverkehrswegeplan ist in der Zeit bis zum Baubeginn rein rechtlich ei­ne Freigabe der Standstreifen möglich. Diese Option liegt auf dem Tisch, wenngleich der Freistaat zunächst noch auf die Bremse tritt. Denn, so heißt es aus dem Ministerium, „letztlich ist auch eine Standstreifenfreigabe ei­ne kostenintensive und zeitaufwendige Zwischenlösung.“ Eine andere Idee ist die Rollende Landstraße – um den Schwerlastverkehr vom Asphalt auf die Schiene zu bekommen. Gegenwärtig ist für das Projekt „Rail Bridge Polen – Sachsen“ eine Machbarkeitsstudie in Arbeit. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden laut Ministerium für En­de des Jahres erwartet.

Hohe Zuwächse: Deshalb wird es auf der A 4 immer voller

Die Zahl der Fahrzeuge auf der A­ 4 in Ostsachsen ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Der Abschnitt zwischen Flughafen und dem Dreieck Dresden-West ist nach dem Berliner Ring die meistbefahrene Autobahntrasse im Os­ten – an Wo­chentagen werden hier im Schnitt mehr als 110 000 Fahrzeuge gezählt. Vor zehn Jahren waren es etwa 20 000 Fahrzeuge we­niger. Auch andernorts gibt es beträchtliche Zuwächse.

Das Problem sind vor allem die Brummis. Bei jedem fünften Fahrzeug auf der A 4 bei Dresden handelt es sich inzwischen um einen Lastwagen – vor zehn Jahren lag der Anteil bei nur 15 Prozent. Noch größer ist der An­teil beim Schwerlastverkehr in der Oberlausitz: Bei Burkau zum Beispiel liegt die Quote bei 28 Prozent.

Der Grund dafür ist rasch erklärt: Die A 4 ist ein Teil der Transportroute zwischen den Nordseehäfen und Osteuropa. Fachleute erwarten in den nächsten Jahren übrigens weiter deutliche Anstiege des War­en- und mithin des Schwerlastverkehrs.

Von Sebastian Kositz

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