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Lokales Gerichtshof lehnt Beschwerde von Ex-Verteidiger in Lübcke-Prozess ab
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Lübcke-Prozess: Dresdner Anwalt wehrt sich vergeblich gegen Abberufung

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17:08 03.09.2020
Stephan Ernst und Frank Hannig (r.) bei einem früheren Prozesstag (Archivbild). Quelle: imago images/Patrick Scheiber
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Karlsruhe/Dresden

Der frühere Pflichtverteidiger des Hauptverdächtigen im Mordfall Lübcke und Dresdner Stadtrat Frank Hannig hat sich vergeblich gegen seine Abberufung aus dem Prozess gewehrt. Der Anwalt sei nicht in eigenen Rechten betroffen und somit nicht beschwerdebefugt, teilte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Donnerstag mit. Der Senat habe die Beschwerde des Anwalts verworfen. Seit Juni stehen zwei Männer wegen des gewaltsamen Todes des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.

In dem Prozess hatte sich der Angeklagte Stephan Ernst von seinem Anwalt Frank Hannig getrennt. Ernst hatte den Schritt damit begründet, dass das Vertrauensverhältnis zu Hannig zerstört sei. Anlass waren mehrere nicht abgesprochene Beweisanträge, die Hannig eingebracht hatte. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied, dass die Argumente von Ernst nachvollziehbar seien.

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Hannig, der für die Freien Wähler im Dresdner Stadtrat sitzt, hatte nach der Entscheidung das Oberlandesgericht kritisiert. Um einen einmal bestellten Pflichtverteidiger loszuwerden, müssten besonders schwere Umstände vorgetragen werden. Das sei aber nicht passiert. Trotzdem habe das Gericht ihn abberufen. Ernst wird inzwischen wieder von zwei Pflichtverteidigern vertreten, den Kölner Anwälten Mustafa Kaplan und Jörg Hardies.

Von dpa