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Lous Dating-Kolumne aus Dresden Teil 3: Der Wählerische

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13:22 16.11.2021
Wie viele Gemeinsamkeiten braucht eine Partnerschaft? Die Meinungen gehen diesbezüglich offenbar weit auseinander.
Wie viele Gemeinsamkeiten braucht eine Partnerschaft? Die Meinungen gehen diesbezüglich offenbar weit auseinander. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Gegensätze oder Gemeinsamkeiten? Bei der Frage, was einer Beziehung gut tut, scheiden sich die Geister bis heute. Entpuppt sich der Partner als einziges Spiegelbild, lauert die Langeweile. Liegen Interessen und Ansichten zu weit auseinander, droht der Dauerzoff. Kein Wunder, dass Beziehungsexperten für einen guten Mix plädieren. Auf der Suche nach dem bereits von Buddha gepriesenen Mittelweg stolperte ich also über Max.

Nachdem der Dresdner mir auf Tinder erzählt hatte, dass er seit zwölf Tagen seinen Sauerteig füttere und selbst gekochten Kaffee zu unserem Date mitbringe, hatte er mich bereits in seinem Bann. Was kann attraktiver sein als ein Mann, der in Küchenschürze das Patriarchat hinter sich lässt? Mehr noch: Max war lustig, interessiert, klug und sah verboten gut aus. Während er uns an der Elbe Filterkaffee in Ikea-Tassen goss, scannten meine Augen seine Oberarme wie die Flughafen-Security das Handgepäck. Seine Leidenschaft fürs Klettern sah man dem 29-Jährigen an, trotz grobmaschigem Strickpullover.

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Wo war der Haken?

Der Mann mit dem Kaffee schien wie ein Sonder-Super-Spezial-Angebot. Da muss ein Haken sein, dachte ich. Doch um die Falle der selbsterfüllenden Prophezeiung zu umgehen, übte ich mich während unseres zweiten Dates in Zuversicht. Was solange klappte, wie wir am Biergartentisch saßen. Denn danach wurde Max unruhig. Ob wir nach griechischem Salat und Kartoffelpuffern noch eine Runde drehen wollten, fragte er. Logo, antwortete ich. Also streunten wir am Pieschener Elbufer entlang, auf der Suche nach einem Platz zum Sitzen und einem Thema zum Reden.

Der Einstieg in den Ausstieg

Plötzlich schoss es aus Max heraus: „Wie sind eigentlich deine Pläne fürs Leben?“ Erst dachte ich, ihn interessierten die großen Fragen. Doch bevor ich antworten konnte, beteuerte Max, wie toll er mich fand. Für alle Unwissenden: Das ist der ultimative Einstiegssatz zum Abservieren. Danach kommt in der Regel ein „aber“, gefolgt von dem Grund, warum es nicht passt. Wie eine VHS-Kassette spulte ich unsere eineinhalb Treffen im Kopf zurück. Ergebnislos.

Der emotionale Auffahrunfall

Max klärte mich auf: „Aber ich kann mich nur auf eine Frau einlassen, die auch klettert.“ Ein Satz wie ein Auffahrunfall, hinterm Steuer meine Vorstellung von einer erfüllten Beziehung. Doch mein Airbag funktionierte. Anstatt Max von meiner Eignung für eine Beziehung ohne Erfahrung im Klettern zu überzeugen, erinnerte ich mich an Buddhas Mittelweg, von dem Max offenbar nichts hielt. „Wenn deine Zukünftige klettern muss“, meinte ich, „dann schreib das doch das einfach in dein Tinder-Profil, wie wär’s?“ Eine Woche später schaute ich nach, ob er meinen Rat befolgt hatte. Fehlanzeige.

Daher bleibt mir an dieser Stelle nichts als mein Wort an alle bindungswilligen Dresdnerinnen zu richten: Wenn ihr keine Kletterschuhe habt, sagt Nein zu Max’ Kaffee!

Von Lou