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Lokales Löbtauer Imbissbrand: AfD und Wirt sprechen von politischem Hintergrund
Dresden Lokales Löbtauer Imbissbrand: AfD und Wirt sprechen von politischem Hintergrund
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15:09 21.02.2019
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brannte der Imbisswagen des Löbtauer Restaurants „Mephisto“ ab. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brannte der Imbisswagen des Löbtauer Restaurants „Mephisto“ ab. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Quelle: Roland Halkasch
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Dresden

Während der kalten Wintermonate ist der Imbisswagen des Restaurants „Mephisto“ von Wirt Dirk König außer Betrieb und parkt neben der Gaststätte an der Poststraße in Löbtau. Im Frühling und Sommer nutzt der Restaurantbesitzer den Wagen für Feste und externe Veranstaltungen. Das wird in diesem Frühjahr schwierig: Dass der Wagen jetzt genau zwei Nächte vor einer geplanten AfD-Veranstaltung im anliegenden Restaurant komplett abbrannte, ist nach Auffassung von König kein Zufall: „Der Wagen steht an gleicher Stelle schon seit September leer. Und jetzt brennt er ausgerechnet kurz vor der Veranstaltung“, vermutet König einen Zusammenhang mit der geplanten Diskussion „Kommunaler Wohnungsbau braucht keine Neue Woba - Fragen und Lösungen aus der aktuellen politischen Willensbildung der AfD“, die eigentlich am Donnerstag, 21. Februar, hätte stattfinden sollen. Nach dem Brand haben sowohl Gastgeber König, als auch der veranstaltende AfD-Kreisverband Dresden die Veranstaltung abgesagt.

Polizei geht von Brandstiftung aus

„Wir gehen mittlerweile von Brandstiftung aus. Andere Ursachen wie einen technischen Defekt schließen wir aus“, teilt die Dresdner Polizei auf Nachfrage mit. Aktuell sind die Beamten noch damit beschäftigt, die vor Ort gesicherten Spuren kriminaltechnisch auszuwerten. Ermittelt wird „in alle Richtungen“, betont ein Sprecher der Polizei. Der geschädigte Wirt Dirk König hingegen hat bereits eine klare Vermutung, aus welcher politischen Richtung die Täter stammen: Die Löbtauer Initiative „Kein Viertel vor Ausgrenzung“ hatte im Vorfeld der AfD-Veranstaltung zu einer Kundgebung vor dem Restaurant aufgerufen. „Kommunalpolitik braucht keine AfD“ hieß es in der Mobilisierung für den Protest, der ebenfalls abgesagt wurde. Auch im Mailpostfach von Königs Restaurant landete eine E-Mail mit dem Aufruf zum Protest gegen die AfD-Versammlung in seinen eigenen vier Wänden: „Vielleicht hat den Anruf ja jemand falsch verstanden“, wittert er eine Verbindung zwischen der angemeldeten Kundgebung und dem Brandanschlag auf sein Lokal. Beweisen kann er diesen schweren Vorwurf jedoch nicht.

Wirt Dirk König bezeichnet sich selbst als „unpolitisch“

Bereits während eines Sommerfests im vergangenen Jahr fand vor seinem Lokal eine Kundgebung gegen die AfD statt – sie war die einzige Partei, die der Einladung des Restaurants zu dem Fest „950 Jahre Löbtau“ gefolgt war. König selbst bezeichnet sich dennoch als unpolitisch, würde laut eigener Aussage aus „rein wirtschaftlichen Gründen“ auch Veranstaltungen aller anderen Parteien bei sich beherbergen.

Auf seiner Facebookseite nennt der AfD-Kreisverband den Protestaufruf der Initiative „Kein Viertel für Ausgrenzung“ eine „Hetzschrift“ und spricht im Bezug auf die Brandstiftung von einem „Angriff durch Linksextreme“ – obwohl die Polizei noch keine genaueren Informationen über mögliche Täter besitzt. Die Initiative antwortete prompt in einer Stellungnahme: „Brandstiftung ist für uns kein Mittel der politischen Auseinandersetzung mit der AfD.“ Gleichzeitig wird scharf kritisiert, dass die AfD den Imbiss-Brand in einem Facebook-Beitrag mit der Judenverfolgung und der Reichskristallnacht vergleicht.

Fest steht zum aktuellen Zeitpunkt nur eins: „Das war mehr als nur ein dummer Jungenstreich. Es hätten Menschen und auch Passanten verletzt werden können“, zeigt sich Wirt König zurecht entsetzt.

Von Aaron Wörz