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Lokales „Lifeline“-Kapitän Reisch hat Revision eingelegt
Dresden Lokales „Lifeline“-Kapitän Reisch hat Revision eingelegt
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12:06 21.05.2019
Claus-Peter Reisch in Dresden. Quelle: Thomas Baumann- Hartwig
Valetta/Dresden

„Lifeline“-Kapitän Claus-Peter Reisch hat gegen das vor einer Woche auf Malta verkündete Urteil Revision eingelegt. Eine Entscheidung dazu könne allerdings bis zu einem Jahr dauern, sagte „Mission Lifeline“-Sprecher Axel Steier am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden. Reisch war am 14. Mai in der maltesischen Hauptstadt Valletta zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Er steuerte im Sommer 2018 das Rettungsschiff der Dresdner Hilfsorganisation „Mission Lifeline“.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die „Lifeline“ ohne ordnungsgemäße Registrierung ausgelaufen war. Der 58-Jährige Reisch stand auf Malta seit Anfang Juli 2018 vor Gericht. Der Prozess hatte sich immer wieder verzögert. Die Flüchtlingshelfer von „Mission Lifeline“ werfen den Behörden politisches Kalkül vor. Ihre Revision begründen sie damit, dass von ihnen vor Gericht vorgelegte Beweise, darunter Registrierungspapiere, bei dem Urteil nicht berücksichtigt wurden.

Schiff muss im Hafen bleiben

Die Hilfsorganisation will nun Anfang Juni mit einem anderen Schiff auslaufen. Es sei kleiner als die „Lifeline“ - auch aus Kostengründen. Unter welcher Flagge das neue Schiff fahren wird, darüber sei zunächst Stillschweigen vereinbart, sagt Steier. Er befürchtet, dass es sonst am Auslaufen gehindert werden könnte.

Kapitän Reisch hatte sich einen Tag nach der Urteilsverkündung mit dem Erzbischof von Malta, Charles Scicluna, getroffen. Zusammen mit ihm, Vertretern des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen und maltesischen Hilfsorganisationen enthüllte er auf einem Friedhof in Malta eine Gedenktafel für ertrunkene Flüchtlinge.

Die „Lifeline“ war in den Niederlanden zugelassen worden. Im Sommer 2018 konnte es erst nach tagelanger Irrfahrt mit 234 Flüchtlingen an Bord in Valletta anlegen. Danach wurde es von Maltas Behörden beschlagnahmt. Solange die Berufung läuft, muss es auch weiterhin im Hafen bleiben. Es werde aber einsatzbereit gehalten, hieß es.

Von epd

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