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Lokales Lebensmittel und Spielzeug für bedürftige Familien
Dresden Lokales Lebensmittel und Spielzeug für bedürftige Familien
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12:13 25.12.2017
Seit 2006 organisiert der Verein jedes Jahr die Aktion und verteilt Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden.
Seit 2006 organisiert der Verein jedes Jahr die Aktion und verteilt Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden.   Quelle: Stephan Lohse
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Dresden

Für Andre Halama steht der erste Weihnachtsfeiertag im Zeichen der Hilfsbereitschaft: Wo andere sich auf die Weihnachtsgans vorbereiten, steht er auf der Straße und tut bedürftigen Familien und Kindern etwas Gutes. Zum inzwischen 12. Mal verteilte der Vorsitzende des Vereins Kinder- und Jugendfreizeitprojekt Dresden e.V. am Montagvormittag in der Dresdner Seevorstadt Lebensmittel und Spielzeug.

Seit 2006 organisiert der Verein jedes Jahr die Aktion, berichtet Halama. Zu Beginn konnten die Lebensmittel direkt aus dem blauen Kleinbus des Vereins verteilt werden. Der reiche inzwischen aber längst nicht mehr. Zwei Keller braucht er inzwischen, um alle Lebensmittel zu lagern. „Gefühlt eine Tonne“, sagt Halama stolz.

Zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern hatte er die Waren am Samstag aus Supermärkten und am Sonntag vom Striezelmarkt abgeholt. Drei Tage Arbeit steckten dahinter, so der 48-Jährige. Vor allem auf dem Weihnachtsmarkt könnten die Helfer immer jede Menge Essen abholen, berichtet er von kistenweise Äpfeln und Bananen, aus denen ursprünglich Schokofrüchte werden sollten.

Wer wollte, konnte sich am Sonntag eine rappelvolle Kiste mit jeder Menge Leckereien packen. Quelle: Stephan Lohse

All die Lebensmittel sollen nun den Familien zu Gute kommen, bei denen das Geld knapp ist. „Das hilft sehr“, sagt eine Mutter, die am Vormittag mit ihren Kindern eine große Kiste mit Lebensmitteln mitnehmen kann. Mit Arbeitslosengeld II seien gerade Weihnachten keine großen Sprünge drin, berichtet sie. Umso mehr freue sie sich über das Angebot des Vereins. Erdbeeren, Nüsse, Lebkuchen für die Kinder: Das seien Dinge, für die das Geld sonst nicht reicht.

„Es könnten noch ein paar Menschen mehr hier sein“, hofft Andre Halama, dass die Aktion noch bekannter wird. Inzwischen habe er mehr Lebensmittel da als Interessenten. Entsprechend hartnäckig preist er seine Ware an, bittet die Menschen, ruhig noch ein paar Bananen mehr mitzunehmen. „Wir haben noch genügend Kisten da“, warnt er vor falscher Bescheidenheit.

Quelle: Stephan Lohse

Neben ALG-2-Familien profitieren daher auch die Vereinsmitglieder des Kinder- und Jugendfreizeitprojektes von der Spendenaktion. „Es wäre doch schade, wenn das Essen wegfliegt“, sagt eine Mutter, die am Sonntag noch schnell ein paar Lebensmittel abholt. Der Verein mit seinen rund 100 Mitgliedern bietet Kindern verschiedene Sport- und Freizeitaktivitäten vom Reiten bis hin zum Modellbau an. Hinzu kommen Schulprojekte und Feriencamps.

Von S. Lohse