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Lokales Lautstarker und zahlreicher Protest erstickt Höcke-Auftritt bei Pegida in Dresden
Dresden Lokales Lautstarker und zahlreicher Protest erstickt Höcke-Auftritt bei Pegida in Dresden
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22:41 17.02.2020
Der Blick von oben zeigt es: Zahlreiche Protestierende umringen die Pegida-Versammlung vor der Frauenkirche. Quelle: Tino Plunert
Dresden

Das hatte sich Lutz Bachmann sicher anders vorgestellt. Zum 200. Treffen des fremdenfeindlichen Bündnisses Pegida sollten es endlich mal wieder mehr als die paar Hundert Unentwegten sein, die der Pegida-Frontmann und seine Mitstreiter in den letzten Monaten noch auf die Straße locken konnten. Möglich machen sollte das der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke, Rechtsausleger seiner Partei und seit Langem ein Favorit der Pegida-Anhänger. Doch es kam anders: Zwar zog der Name Höckes mal wieder mehr als 1500 Menschen zu Pegida. Er provozierte aber einen noch viel zahlreicheren Protest.

17. Februar 2020: Tausende positionieren sich in Dresden gegen Pegida und Höcke.

Dieser kam teilweise von CDU und FDP, zwei Parteien also, deren Verhältnis zur AfD bei der Wahl des FDP-Mannes Thomas Kemmerich zum Kurzzeit-Ministerpräsidenten von Thüringen bundesweites Thema wurde. Gemeinsam mit den Landeskirchen, dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden und dem Sächsischen Bibliotheksverband zeigten sie bei der Protestveranstaltung „Demokratie braucht Rückgrat“ in Dresden klare Kante. „Wir haben uns aus unserer Komfortzone herausgegeben“, sagte der Kreisvorsitzende der CDU Dresden, Markus Reichel. „Dass heute Björn Höcke gegen unsere demokratischen Werte spricht, ist sein gutes Recht, aber es ist kaum zu ertragen“, fasste Thomas Bürger, Vorsitzender der Bibliotheksgesellschaft, das Gefühl vieler Anwesenden zusammen. 2500 Menschen zählten die Veranstalter bei der Demo.

Ähnlich viel waren es bei „Hope – Fight Racism“ und „Nationalismus raus aus den Köpfen“, die mit kräftiger Lärmkulisse auf jede Regung der Pegida-Versammlung reagierten. Mehrfach beschwerte sich Lutz Bachmann über die Lautstärke auch der „Rückgrat“-Versammlung, drohte gar mit dem Abbruch. Derart von Protest in den Schatten gestellt wurde Pegida schon lange nicht mehr.

Ansonsten eröffnete Pegida mit den üblichen Reden des Trios Lutz Bachmann, Wolfgang Taufkirch und Siegfried Däbritz, ehe nach kurzem Marsch durch die Innenstadt Höcke seinen Auftritt hatte. In einer dreiviertelstündigen Rede versuchte er alle möglichen Schlagworte der rechten Szene zu treffen, von der „Auflösung der Völker“ bis zur Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Den oft derben Ton Pegidas traf er jedoch nicht. Der Funke sprang kaum über. Dennoch bekräftigte Höcke mehrfach den Schulterschluss zwischen AfD und Pegida.

Die Polizei, die mit 445 Beamten im Einsatz war, sprach von einem friedlichen Verlauf. Allerdings mussten Beamte, als die Pegidisten zu ihrem kurzen Marsch aufgebrochen waren, Reizgas und körperliche Gewalt gegen etwa 50 Menschen einsetzen, die am Schlossplatz durch eine Polizeisperre wollten. Außerdem wurde mal wieder im Umfeld von Pegida eine Stinkbombe geworfen. Zwei Pegida-Plakate werden auf ihre strafrechtliche Relevanz geprüft.

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