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Lokales Lauda schließt weitere Lücke nach der Germania-Pleite in Dresden
Dresden Lokales Lauda schließt weitere Lücke nach der Germania-Pleite in Dresden
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14:37 25.04.2019
Lauda hebt ab Mitte Juni täglich von Dresden nach Palma de Mallorca ab. Quelle: Lars Müller
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Dresden

Am Flughafen Dresden wird Mitte Juni eine weitere Lücke nach der Germania-Pleite im Flugplan komplett geschlossen. Laudamotion, die nur noch kurz als Marke „Lauda“ auftritt, startet unter den Flugnummer OE 4000/4001 eine tägliche Verbindung nach Palma de Mallorca. Airline-Chef Andreas Gruber nennt 50 000 Passagiere auf dieser Balearen-Rennstrecke als Zielmarke für dieses Jahr. Im Sommer wird täglich, im Winter zwei Mal pro Woche geflogen. Die Konkurrenz ist übersichtlich: Nur noch die Lufthansa-Billigtochter Eurowings pendelt zwischen Palma und Dresden nonstop.

Die Mitarbeiter am Flughafen Dresden müssen ab 13. Juni besonders flink sein, weil die Maschine der Billigairline Lauda planmäßig nur 25 Minuten am Boden bleibt. In dieser Zeit müssen die Fluggäste wechseln, das Handgepäck auf Gewicht und Abmaße kontrolliert sowie das Reisegepäck verladen werden. Wer mit Lauda nach Palma fliegt, dem kann es an einigen Tagen passieren, dass er in einer Boeing der Ryanair sitzt. Diese Maschinen der Muttergesellschaft helfen bei der jungen Lauda bis Ende des Sommers noch aus.

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Palma de Mallorca wichtigstes Urlaubsziel ab Dresden

Lauda wurde 2018 aus den Beständen des Air-Berlin-Ablegers Niki gegründet und ist inzwischen eine 100-prozentige Tochter des irischen Billigfliegers Ryanair. Dieser sicherte sich damit Marktanteile, Streckenrechte und wichtige Slots für Starts und Landungen an lukrativen Airports. Man wolle aber keine zweite Ryanair sein, sondern an Bord den „österreichischen Charme“ betonen, so Gruber. Die Beförderungsbedingungen entsprechen jedoch denen der Ryanair.

Palma de Mallorca ist nach Angaben des Dresdner Flughafens aktuell das wichtigste Urlaubsziel ab Dresden. Vergangenes Jahr beförderten Eurowings sowie die inzwischen insolventen Airlines Germania und Small Planet rund 107.000 Passagiere von und nach Palma de Mallorca. Rund 111.000 Sitzplätze bieten Eurowings und Lauda dieses Jahr auf dieser Strecke an. Palma liegt in der Beliebtheit der Dresdner vor Antalya (Türkei) und Hurghada (Ägypten).

Meisten Ziele auch ohne Germania wieder im Flugplan

Dank Lauda, Corendon und Sundair sowie weiterer Airlines stehen die meisten Urlaubsziele auch ohne Germania wieder im Dresdner Flugplan, hieß es. Lediglich die Kanaren, das portugiesische Faro sowie Reykjavik in Island, St. Petersburg in Russland und Bastia auf Kosika fehlen. Dresdens Flughafenchef Götz Ahmelmann, einer früherer Air-Berlin-Manager, würde die Lauda gerne für weitere Verbindungen nach Dresden holen. Deren Chef Gruber erklärte, zuerst müsse die Palma-Strecke erfolgreich zum Laufen kommen, danach sei man für viele Ideen offen.

Lauda hat vor allem an der Heimatbasis Wien aktuell einen Preiskampf mit Billigairlines wie Level, Vueling, Wizzair, Easyjet, Transavia und den Lufthansa-Töchtern Austrian und Eurowings auszufechten. Die Airline mit dem Nachnamen des früheren Rennfahrers, Verkehrspiloten und Airline-Gründers Niki Lauda betreibt aktuell vier Basen in Wien, Palma de Mallorca, Stuttgart und Düsseldorf, an denen Personal und Flugzeuge stationiert sind. Eine fünfte Basis sei in Planung, aber nicht im deutschsprachigen Raum, so Gruber. Lauda will in diesem Jahr 23 eigene Airbus-Jets A320 betreiben, derzeit sind noch bis zu sieben Boeings 737-800 der Ryanair ebenfalls für Lauda im Einsatz

Von Lars Müller