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Lokales Warum der Wahlkreis 42 – Dresden 2 das Gebiet der Gegensätze ist
Dresden Lokales Warum der Wahlkreis 42 – Dresden 2 das Gebiet der Gegensätze ist
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06:25 20.08.2019
Mit der Zusage von finanziellen Hilfen in Millionenhöhe aus öffentlichen Kassen hat auch der Freistaat dazu beigetragen, den jahrelangen Bestrebungen zur Wiedereröffnung des Fernsehturms in Wachwitz zum Durchbruch zu verhelfen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Der Wahlkreis 42 erstreckt sich rechts der Elbe von Pillnitz und Söbrigen bis Loschwitz und links des Flusses von Kleinzschachwitz bis Laubegast und bis nach Prohlis.

Der Wahlkreis 42 erstreckt sich rechts der Elbe von Pillnitz und Söbrigen bis Loschwitz und links des Flusses von Kleinzschachwitz bis Laubegast und bis nach Prohlis. Quelle: Holger Grigutsch

Da lässt sich noch viel Übereinstimmung vor allem bei den Menschen in flussnahen Bereichen vermuten, wenn es um den Flutschutz geht. Ob Hochwasserbändigung oder Diskussion über Verkehrsprobleme wie am Ullersdorfer Platz oder der Straßenbahnverlängerung Richtung Weißig, der Freistaat sitzt da meist mit im Boot, weil es letztlich immer irgendwie um finanzielle und genehmigungsrechtliche Fragen geht. Da kann ein gut vernetzter Abgeordneter immer glänzen.

Das herausragende Wahlkreisthema gibt es derzeit nicht, für reichlich Würze im Politikerleben ist aber gesorgt, weil der vom sächsischen Landtag vorgenommene Zuschnitt des Wahlkreises eine beachtliche Spreizung der Lebenswirklichkeit auf einen Parlamentarier vereint.

Lebensverhältnisse klaffen weit auseinander

Das fängt beim Sicherheitsgefühl an, das die Einwohner zuletzt in der Bürgerumfrage 2018 offenbart haben. Prohlis liegt da am unteren Ende der Skala, Leuben etwa im Mittelfeld, der Stadtbezirk Loschwitz (einschließlich Schönfeld-Weißig, das nicht zu diesem Wahlkreis gehört) führt die Bewertung dagegen mit Bestnoten an. Bei der Kinderbetreuung setzt sich das so fort. Der Stadtraum Loschwitz/Schönfeld-Weißig rangiert weit vorn, Leuben und Prohlis liegen dagegen eher am anderen Ende der Bewertung.

Strukturdaten

Zum Wahlkreisgehören die Stadtteile: Loschwitz/Wachwitz, Bühlau/Weißer Hirsch, Hosterwitz/Pillnitz, Leuben, Laubegast, Kleinzschachwitz, Großzschachwitz, Prohlis-Nord, Prohlis-Süd, Niedersedlitz.

80 610 Menschenleben im Wahlkreis, davon sind 41 226 Frauen und 39 384 Männer. Der Frauenanteil liegt damit bei 51,1 Prozent. Von der Gesamtbevölkerung sind fünf Prozent Ausländer. Bei 7618 Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren liegt der Anteil dieser Altersgruppe bei 9,4 Prozent. 27 157 Menschen sind älter als 60 Jahre, diese Altersgruppe macht damit einen Anteil von 33,7 Prozent aus.

44 114 Wohnungenbefinden sich im Wahlkreis, es gibt 7052 Eigenheime (Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern).

Von 41 968 Haushaltenhaben 8418 Haushalte Kinder, in 4004 Haushalten leben mehr als zwei Kinder. 1978 Haushalte mit Kindern sind alleinerziehend. Die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt bei 1,9 Personen.

Eine Beschäftigunghaben 29 913 Personen, das sind 54,9 Prozent der 15- bis 64-Jährigen. Arbeitslos sind 2502 Menschen gemeldet, 4459 Personen sind als erwerbsfähige Regelleistungsberechtigte (vulgo: Hartz-IV) registriert.

Es gibt62 Kindertagesstätten und 26 Schulen im Wahlkreis.

Weit auseinander liegen auch die Wohlstandsverhältnisse. Prohlis steht mit Reick (nicht im Wahlkreis) als gemeinsamer Stadtraum ganz am unteren Ende der Skala. Der Bereich bringt es beim Parameter Haushaltsäquivalenzeinkommen, dem eine komplizierte Berechnung zugrundeliegt, nur auf 1388 Euro, laut Bürgerumfrage. Das ist der letzte Platz in der Stadt.

Einschätzung der persönliche Lage unterschiedlich

Vier Plätze besser fällt die Berechnung für Leuben aus. Der Stadtbezirk bringt es bei der Vergleichsgröße auf 1605 Euro. Loschwitz am anderen Ende des Wahlkreises liegt auch am anderen Ende dieser Statistik und rangiert gemeinsam mit Schönfeld-Weißig auf Rang 2 (1958 Euro).

Diese Differenzen spiegeln sich auch in der Einschätzung der persönlichen Lage wider. Hier liegen zwar Loschwitz und Leuben gar nicht so weit auseinander. In der Rangfolge der sogenannten Stadträume, von denen es 17 gibt in Dresden, liegt Loschwitz/Schönfeld-Weißig auf Rang 3. Der Stadtbezirk Leuben folgt dann schon auf Platz 6, mit seinem Anteil an guten und sehr guten Bewertungen der persönlichen wirtschaftlichen Lage. Prohlis jedoch (mit Reick im Stadtraum) ist davon weit entfernt. Während im Stadtraum Loschwitz/Schönfeld-Weißig 73 Prozent der Antworten „gut“ oder „sehr gut“ ausfielen, war dies in Prohlis/Reick lediglich bei 45 Prozent der Befragten so – der mit Abstand schlechteste Wert in der Stadt.

Ähnlich abgeschlagen ist dann noch Gorbitz mit 51 Prozent. Immerhin relativ einheitlich ist das Bild einmal, wenn man den Altersdurchschnitt der Bevölkerung betrachtet. Da bringt es Loschwitz/Schönfeld-Weißig auf 46,1 Jahre, der Stadtraum Leuben (von Laubegast bis Zschieren) auf 47,4 Jahre, und Prohlis-Reick ebenfalls auf 46,1 Jahre. Sie nehmen damit nah beieinander im Stadtraum-Ranking die Plätze 14, 13 und 11 ein.

Die Direktkandidaten im Wahlkreis 42 – Dresden 2

CDU: Christian Piwarz, Rechtsanwalt, Landtagsabgeordneter, geboren 1975 in Dresden, wohnhaft in Dresden

Linke: Franziska Fehst, Dipl.-Ingenieurin, Chemie, geboren 1990 in Merseburg (Saale), wohnhaft in Dresden

SPD: Kristin Sturm, Angestellte, geboren 1985 in Torgau, wohnhaft in Dresden

AfD: André Wendt, Berufssoldat, Landtagsabgeordneter, geboren 1971 in Großenhain, wohnhaft in Dresden

Bündnis 90/Die Grünen: Andrea Mühle, Dipl.-Agraringenieurin (FH), geboren 1977 in Dresden, wohnhaft in Dresden

FDP: Andreas Mogwitz, Arzt, geboren 1981 in Dresden, wohnhaft in Dresden

Quelle: Kreiswahlleitung Dresden

Von Ingolf Pleil

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