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Lokales Landesbischof im Gespräch mit Schülern: Was tut die Kirche für die Zukunft?
Dresden Lokales Landesbischof im Gespräch mit Schülern: Was tut die Kirche für die Zukunft?
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13:55 24.05.2019
Landesbischof Carsten Rentzing im Gespräch mit Caroline, Marlon, Aaron und Titus (v. l.) sowie weiteren Schülern vom Kreuzgymnasium. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing hat am Donnerstag 13 Schüler des Evangelischen Kreuzgymnasiums zu einem Gespräch zum Thema „Fridays for Future“ eingeladen. In seiner Kanzlei sprach er mit den Jugendlichen über die freitäglichen Klimademonstrationen, an denen sie teilnehmen – aber auch über ihre Erwartungen an Kirche und Politik.

„’Fridays for Future’ hört oft den Vorwurf, nur zu reden, aber nichts zu machen – was macht denn die Kirche?“, wollte Schülersprecher Aaron zu Beginn wissen. „Die Landeskirche macht einiges. Bei unseren Synoden wählen wir zum Beispiel immer Orte aus, die mit der Bahn erreichbar sind. Anschließend berechnen wir, wie viel CO2 wir bei einer Tagung produzieren und leisten dafür Ausgleichszahlungen“, antwortete Rentzing. Das Geld fließe in Projekte zur Minimierung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Zudem überlege sich der Bischof genau, welche Auslandsreisen er selbst antrete.

„Die Politiker haben Mittel und Lösungen, aber die Umsetzung fehlt“, kritisiert Zehntklässler Marlon. „In diesen Fällen rate ich mir selbst dazu, das zu tun, was ich jetzt im Moment eben tun kann“, entgegnet Rentzing. Aus Angst heraus treffe man oft falsche Entscheidungen. „Ich empfehle, die Gefahr wahrzunehmen und dann entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, meint er.

Massentierhaltung, die verbleibende Zeit oder der Bezug der älteren Generation zu dem Thema – die Schüler stellten ohne Pause Fragen. „Arbeitet die Kirche mit lokalen Umweltprojekten zusammen?“, erkundigte sich Zehntklässler Titus. „Wir unterstützen Partnerkirchen in Entwicklungsländern. Zudem besitzt die Landeskirche viele Wälder und landwirtschaftliche Flächen, die sie zum Teil verpachtet. Hier spielen Biodiversität und eine nachhaltige Bewirtschaftung eine große Rolle“, betonte der Geistliche. Zudem sei auf kirchlichen Flächen die Massentierhaltung verboten.

Der Bischof werde oft gefragt, was denn die Kirche im Sachen Klimawandel tun kann. „Menschen auf ihre Verantwortung hinweisen“, sei stets seine Antwort. Denn dieser könne sich niemand entziehen. „Sie sind bei dem Thema so hoffnungsvoll – woher nehmen Sie das?“, fragte Schüler Marlon. „Ich habe mit dem Ozonloch und dem Waldsterben quasi zwei Mal den ,Weltuntergang’ erlebt“, meinte der Bischof. „Die Diskussionen waren damals ähnlich. Und zwei Mal hat die Gesellschaft es geschafft, diese Krisen zu bewältigen.“

Natürlich sei es eine unheimlich komplexe Herausforderung. Aber die Einsicht der Menschen wachse unablässig weiter. „Ich habe Vertrauen in die Kraft und die Möglichkeiten der Menschen“, so der 51-Jährige.

Abschließend machte Rentzing den Schülern Mut. „Lösungen zu finden, dauert manchmal. Ich hoffe, ich konnte euch animieren, auf die Hoffnung zu setzten.“ Die Schüler protestieren auch am Freitag wieder. „Klar fehlen wir unentschuldigt. Aber das ist es uns wert“, meint Aaron.

Von Annafried Schmidt

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