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Lokales Kulturzentrum Scheune soll für 6,2 Millionen Euro erweitert werden
Dresden Lokales Kulturzentrum Scheune soll für 6,2 Millionen Euro erweitert werden
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15:48 18.09.2018
Das Kulturzentrum Scheune soll bei seiner Sanierung gehörig wachsen. Quelle: Carola Fritzsche/Archiv
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Dresden

Das Kulturhaus Scheune soll wachsen. Plänen, das seit 2007 als Kulturzentrum firmierende Gebäude an der Alaunstraße im Zuge einer Grundsanierung aufzuweiten, hat der Ortsbeirat Neustadt am Montagabend zugestimmt. Einzige Bedingung des Gremiums: örtliche Vereine und Interessengruppen sollen stärker in die Planungen eingebunden werden, die voraussichtlich im Sommer 2021 verwirklicht werden sollen. Es wird mit einer etwa zweijährigen Bauzeit gerechnet.

Die Sanierung ist dringend nötig, droht der Scheune doch vor allem wegen mangelhaftem Brandschutz die baupolizeiliche Schließung. Ein Sonderrecht auf Nutzung läuft vorerst bis Ende 2019, wie die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage informiert. Der Scheune e.V. hat deshalb im Dezember 2016 ein Nutzungskonzept für das Gebäude vorgelegt, um eine Grundlage für weitere Planungen zu schaffen. Darin wird vor allem mehr Platz gefordert: für einen größeren Saal mit 600 statt bisher 282 Stehplätzen, für ein großzügiges Foyer, für einen kleinen Saal, der sich unabhängig vom großen bespielen lässt und für einen Seminarraum mit etwa 50 Sitzplätzen. Außerdem soll das Scheunecafé etwa 250 Quadratmeter zusätzliche Schankfläche erhalten.

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1951 Quelle: privat

Die Stadtverwaltung hat daraufhin drei Sanierungsvarianten untersucht. Bei der ersten ändert sich kaum etwas, außer dass die vom Bauaufsichtsamt kritisierten Mängel behoben werden. Die zweite sieht eine moderate Erweiterung vor, die dritte erfüllt fast alle Wünsche, auch wenn der große Saal mit einem maximalen Fassungsvermögen von 540 Steh- oder 333 Sitzplätzen etwas hinter den Vorstellungen zurückbleibt. Das Gebäude wird dabei nach Norden hin in Richtung von „Katy’s Garage“ um neun Meter, in Richtung Alaunstraße und in Richtung Hinterhof um drei Meter erweitert. Das erfordert auch eine Neugestaltung der Außenanlagen, für die jedoch noch keine Planung vorliegt.

Die Kosten allein für den Gebäudeumbau haben es in sich. Knapp drei Millionen sind es in der kleinen Variante. Die Maximalvariante, die sowohl von der Verwaltung als auch den Ortsbeiräten favorisiert wird, schlägt mit rund 6,24 Millionen Euro zu Buche. Wegen der enormen Kosten hat man im Rathaus auch den Abriss und Neubau des nicht denkmalgeschützten Gebäudes durchgerechnet. Weil das mit rund 9,5 Millionen Euro noch mehr kosten würde, wird dieser Plan nicht mehr verfolgt. An Stadträten und Verwaltung ist es nun, genügend Gelder in den Haushaltsplan für die kommenden zwei Jahre einzustellen. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) hat in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass sie der Scheunesanierung höchste Priorität einräumt.

Von Uwe Hofmann