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Lokales Kulturhauptstadt-Was? – Umfrage zeigt: Viele Dresdner wissen von Bewerbung nichts
Dresden Lokales Kulturhauptstadt-Was? – Umfrage zeigt: Viele Dresdner wissen von Bewerbung nichts
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06:22 12.06.2019
Dresden will 2025 Kulturhauptstadt Europas werden. Quelle: Archiv/Stadtverwaltung
Dresden

Dresden will Kulturhauptstadt Europas 2025 werden, ist mitten in der Bewerbungsphase. Eine an und für sich tolle Idee, ist die große Mehrheit der Dresdner überzeugt. Nur: Sehr viele Menschen in der Landeshauptstadt wissen offenkundig gar nicht, dass sich Dresden um diesen begehrten Titel bewirbt. Das geht zumindest aus der jüngsten Befragung des Instituts für Kommunikationswissenschaften der Technischen Universität Dresden für das DNN-Barometer hervor.

Mit viel Tamtam hatte die Stadt vor wenigen Wochen die heiße Phase der Bewerbung eingeläutet und dazu unter anderem eine Postkartenkampagne gestartet. Dresden möchte mit dem Motto „Neue Heimat“ punkten, gibt aktuell auch mit einem Begleitprogramm einen Vorgeschmack auf das mögliche Kulturhauptstadtjahr 2025.

Kurator Michael Schindhelm (l.) und Kulturhauptstadtbüro-Chef David Klein sollen die Bewerbung in der Bevölkerung bekannt machen. Quelle: Anja Schneider

Doch so richtig erfolgreich sind die Verantwortlichen der Stadt und des eigens dazu eingerichteten Kulturhauptstadtbüros damit ganz of­fensichtlich nicht. Denn: 43 Prozent, also fast jeder zweite Be­fragte, gibt an, bisher noch nichts von den Ab­sichten, sich als Kulturhauptstadt zu bewerben, gehört zu haben. Das entspricht in etwa dem Wert von vor einem Jahr, als 42 Prozent an­gaben, nicht im Bilde zu sein.

Dabei stößt das Ansinnen bei ei­ner übergroßen Mehrheit durchaus auf Zustimmung. Den Angaben des Instituts zufolge finden es 87 Prozent der Teilnehmer der Umfrage nämlich gut, dass sich Dresden um diesen Titel bewirbt. Indes glaubt nur jeder Zehnte, dass das keine gute Idee ist. Zum Vergleich: Ne­ben Dresden wollen aus Sachsen auch Chemnitz und Zittau Kulturhauptstadt 2025 werden. In der Stadt in der Oberlausitz hatten Ende Mai die Menschen per Bürgerentscheid ab­gestimmt, ob sich Zittau bewerben soll. Davon sind zwar auch im Dreiländereck die meisten überzeugt – mit Ja vo­tierten aber nur 74 Prozent.

In der Oberlausitz sehen die Verantwortlichen die Ausrichtung des prestigeträchtigen Kulturjahrs als Chance für die Region. Dass der Ti­tel auch dem Image Dresdens guttun würde, meint eine sehr große Mehrheit an der Elbe. 70 Prozent können dieser Aussage voll und ganz zustimmen, weitere 21 Prozent stimmen eher zu. Nur ein Prozent der Befragten glaubt das überhaupt nicht, acht Prozent hegen Zweifel.

Erst in der vergangenen Woche hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eine Kostenschätzung zur Bewerbung als Kulturhauptstadt vor­gelegt. Er be­zifferte die Ausgaben für Personal- und Sachkosten sowie künstlerische Projekte im Rahmen der Bewerbung auf etwas mehr als 70 Millionen Eu­ro. Unter anderem will die Stadt die Robotron-Kantine kaufen und als Leuchtturm für Kultur und Wissenschaft herrichten lassen. 26 Millionen Euro sollen aus dem Haushalt der Stadt, der Rest von Land, Bund und EU finanziert werden.

Inwieweit die einzelnen Teilnehmer diese Rechnung im Mai beim Zeitpunkt der Umfrage be­reits kannten, ist of­fen. Allerdings ist nur aus Sicht von zwölf Prozent der Menschen eine Bewerbung zu teuer, weitere 15 Prozent tendieren dazu. Eine knappe Mehrheit schätzt ein, dass die Bewerbung eher nicht oder überhaupt nicht zu teuer ist.

Von Sebastian Kositz

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