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Lokales Kretschmer appelliert wegen Corona-Krise an Vernunft der Bürger
Dresden Lokales Kretschmer appelliert wegen Corona-Krise an Vernunft der Bürger
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21:16 19.03.2020
Sachsens Ministerpräsident appelliert an die Vernunft der Bevölkerung (Archivbild). Quelle: André Kempner
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Dresden

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus an die Vernunft der Bürger im Freistaat appelliert. „Seien Sie wachsam, seien Sie solidarisch, seien Sie mutig und achten Sie aufeinander. Es geht um unsere geliebten Angehörigen“, sagte er am Donnerstag in einer vom MDR ausgestrahlten Ansprache an die Bevölkerung. „Wir sind sicher, dass in den nächsten Tagen die Zahl der Erkrankungen weiter zunimmt. Erst nach ungefähr 14 Tagen werden die Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, Wirkung zeigen. Wenn wir sehen, dass das Ganze erfolgreich ist, wissen wir auch, mit welchen Instrumenten wir in Zukunft arbeiten werden.“ Wenn das nicht gelinge, gelte es weitreichendere Entscheidungen zu treffen. Details nannte er nicht.

Das Leben aller habe sich in den vergangenen Tagen dramatisch verändert, sagte der Regierungschef. Die Situation sei ernst. Allein in den letzten 24 Stunden habe es 100 neue Infektionen in Sachsen gegeben. „Wir stehen in Europa und Sachsen vor einer der größten Bewährungsproben der vergangenen Jahrzehnte. Ich sage wir, weil ich wirklich uns alle meine, jede und jeden. Wir alle haben es in der Hand und wir alle tragen unsere Verantwortung.“ Alle müssten sich nun solidarisch, umsichtig und verantwortungsvoll verhalten. Vielen scheine die Gefahr noch fern. Man müsse aber nur nach Italien schauen, wo die Zahl der Toten dramatisch wächst: „Das muss in Sachsen nicht so werden, das darf in Sachsen nicht so werden.“

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Ausbreitung von Coronavirus soll verzögert werden

Kretschmer zufolge lasse sich die Entwicklung noch beeinflussen. Es gehe darum, die Ausbreitung der gefährlichen Erkrankung zu verzögern und einzudämmen. Die Krankenhauslandschaft werde jetzt gestärkt.

Es gebe aber auch Bürger, die die Dramatik der Situation noch nicht erkannt hätten, sagte der Regierungschef. Es könne nicht sein, dass man sich jetzt auf Spielplätzen und in Parks bei größeren Feiern begegne und dass es Menschenaufläufe in Gärten- oder Baumärkten gibt: „Das ist unverantwortlich und unsolidarisch. Helfen sie dabei, das zu unterbinden.“

Viele Menschen hätten existenzielle Sorgen um ihren Arbeitsplatz. „Wir stehen an Ihrer Seite und an der Seite der Unternehmerinnen und Unternehmer. Gemeinsam mit der Bundesregierung kämpfen wir darum, dass kein gesundes Unternehmen in dieser Situation aufgeben muss.“ Sachsen habe ein eigenes Programm aufgelegt, der Bund bereits in kurzer Zeit eine Menge von Maßnahmen beschlossen. In Sachsen stünden 650 Millionen Euro für Hilfs- und Rettungsmaßnahmen zur Verfügung.

„Geben Sie nicht auf", so der Ministerpräsident

Keiner wisse momentan, wie lange das alles dauert, sagte Kretschmer abschließend: „Es kann eine längere Zeit sein. Aber am Ende dieses Tunnels, dieser für uns alle schweren Zeit, ist Licht. Lassen Sie uns zusammenstehen und zusammenbleiben. Behalten sie Ihr Vertrauen und Ihren Mut und bleiben Sie geduldig. Geben Sie nicht auf.“ Die sächsische Regierung stehe für Kontakte und Gespräche bereit.

dpa/sn