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Lokales Krätze-Zahlen steigen in Dresden
Dresden Lokales Krätze-Zahlen steigen in Dresden
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17:56 29.03.2019
Das Krankheitsbild der Krätze aus dem Buch „Bilz Grosse Illustrierte Hausbibliothek“ aus dem Jahr 1901. Quelle: akg-images/dpa
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Dresden

In Dresden häufen sich Fälle von Krätze (Skabies). Das hat eine Umfrage des Gesundheitsamtes unter niedergelassenen Dermatologen Anfang des Jahres ergeben, deren Ergebnisse nun vorliegen. So bestätigen die über 20 teilnehmenden Hautärzte übereinstimmend, dass in den vergangenen vier Jahren die Diagnose Skabies vermehrt gestellt wurde. Die Angaben der Mediziner lassen auf eine annähernde Verdreifachung der Behandlungszahlen schließen. Das deckt sich mit den Beobachtungen des Gesundheitsamtes.

Privatpersonen sind nicht meldepflichtig

Bisher gab es nur Zahlen zum Auftreten der Krätze in Gemeinschaftseinrichtungen wie beispielsweise Kindergärten, Schulen oder Pflegeheimen. Hier ist die Erkrankung meldepflichtig und ebenfalls ein steigender Trend zu beobachten. Meldeten im Jahr 2015 noch 31 Gemeinschaftseinrichtungen das Auftreten von Krätze, waren es 2018 schon 155 und allein im ersten Quartal 2019 bereits 92 Einrichtungen. Die Zahlen berücksichtigen bereits eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2017, nach der mehr Einrichtungen zur Meldung von Krätze verpflichtet sind.

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Bei Privatpersonen, die zum Arzt gehen, besteht hingegen keine Informationsplicht gegenüber dem Amt. „Aus diesem Grund haben wir uns für die Befragung entschieden, um unsere Vermutung des deutlichen Anstiegs auf eine möglichst breite Datengrundlage zu stellen und anschließend die Bevölkerung zu informieren“, erklärt der Amtsarzt und Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, Jens Heimann.

Krätze ist nicht gleich Unsauberkeit

Wichtig sei es jetzt aufzuklären und die Scheu zu nehmen. „Krätze ist nicht gleich Unsauberkeit“, so Heimann. „Sie wird verursacht durch einen Parasiten, wie auch die Laus einer ist. Die Krätzemilbe krabbelt bei direktem Körperkontakt von fünf bis zehn Minuten auf die Haut und gräbt sich in diese ein. Begleitet wird die Erkrankung meist von Juckreiz“, erklärt der Gesundheitsamtleiter.

Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis sechs Wochen. Betroffene können bereits in dieser Zeit ohne wahrnehmbare Symptome ansteckend sein. Eine Immunschwäche oder eine hohe Zahl von Milben auf der Haut des Erkrankten kann die Übertragung begünstigen.

Die parasitäre Hauterkrankung könne jedoch gut durch eine spezielle Creme, die auf dem ganzen Körper aufgetragen wird, oder durch Tabletten behandelt werden.

Das Gesundheitsamt hat nun zur Bekämpfung zwei Merkzettel auf dresden.de/gesundheit veröffentlicht, die bei der Erkennung der Krankheit helfen sollen.

DNN