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Lokales Königliche Musiker aus Norwegen spielen mit Kollegen aus Sachsen
Dresden Lokales Königliche Musiker aus Norwegen spielen mit Kollegen aus Sachsen
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09:03 24.06.2019
Das Musikkorps der Königlichen Garde Seiner Majestät König Harald V. von Norwegen gastiert am 30. Juni in Dresden zu einem Konzert in der Kreuzkirche und einem Aufzug auf dem Neumarkt. Quelle: Foto: PR
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Dresden/Oberlichtenau

Dresden erlebt am 30. Juni den größten Aufmarsch königlicher Soldaten seit Abdankung des letzten Sachsen-Königs vor gut 100 Jahren. Dann entsendet die Königliche Garde Norwegens ihr 140 Mann starkes Musikkorps zu einem Konzert in die Kreuzkirche und einem Aufzug auf den Neumarkt. Begleitet werden die Norweger dabei von sächsischen Champions. Denn der Spielmannszug Oberlichtenau (SZO) hat bei Weltmeisterschaften wiederholt Medaillen eingespielt und pflegt en­ge Beziehungen zu den Norwegern. Vor dem letzten World Music Contest (WMC) in Kerkrade, bei dem es für die Sachsen Gold und Silber gab, trainierten zwei Gardisten die Sachsen. Und auch in diesem Jahr sorgten sie in Oberlichtenau bereits für letzten Feinschliff.

Faible seit 20 Jahren

Das Faible der sächsischen Musiker für ihre norwegischen Kollegen ist am 30. Juni genau 20 Jahre alt. „Gebannt verfolgten wir an diesem Tag des Jahres 1999 die Darbietung der Königlichen Garde Norwegens beim Internationalen Deutschlandpokal im hessischen Alsfeld. Wir waren einfach fasziniert von der Brillanz, der musikalischen Qualität und Ausstrahlung. Ein Eindruck, der bis heute anhält und uns maßgeblich geprägt hat“, erzählt SZO-Sprecherin Janet Kunath. Seither habe man nichts unversucht gelassen, um mit den Königlichen Kontakt aufzunehmen. Anfangs schienen die Idole unerreichbar fern. Doch inzwischen sei bei gegenseitigen Besuchen eine Freundschaft zwischen beiden Ensembles entstanden.

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So verwundert es auch nicht, dass die Königliche Garde für ihren ersten Auftritt in den neuen Bundesländern die alte Residenzstadt Dresden auswählte. Das musikalische Feldlager wird freilich im nicht weit entfernten Oberlichtenau bezogen, wo die Gardisten im Vereinsheim und in der Sporthalle des kleinen Ortes unterkommen – für Janet Kunath kein großes Problem: „Wir sind so etwas gewohnt.“ Das Konzert in der Kreuzkirche wird überwiegend von den Norwegern gestaltet, der Spielmannszug aus Oberlichtenau mischt bei zwei, drei Nummern mit. Da man kaum Probenzeit hat, ist mehr leider nicht drin. Auf dem Neumarkt marschieren die Musiker getrennt auf – beide Ensembles besitzen vor allem als Marching Bands einen Namen.

„Normalerweise ist die Königliche Garde nahezu ausschließlich bei Anlässen des norwegischen Königshauses zu erleben, steht sie doch direkt in dessen Diensten“, berichtet SZO-Vorstand Lars Jenichen. In ihrer langen Geschichte habe sie bereits in vielen Ländern und im Namen des norwegischen Königs gespielt. „Die Königliche Garde hier bei uns begrüßen zu dürfen, ist eine absolut einmalige Chance. Wir haben lange darauf hingearbeitet, daher bedeutet uns das unglaublich viel“, sagt Jenichen.

Auch die Musiker des SZO haben „militärische Qualitäten“, vor allem das „Marsch und Drillkontingent“ des Vereins. Zu den Auftritten trägt man Uniformen mit schwarzen Hosen und silbernem Seitenstreifen, einem blauen Oberteil und Bowler-Hut mit Büschel.

Eingeschworene Truppe

Bei Wettbewerben wie dem WMC gilt es noch in anderer Hinsicht Form zu wahren: Zum Markenzeichen der Musiker gehört ein ernster Gesichtsausdruck. All das verleiht dem Ensemble etwas Uniformes, macht es aber auch zu einer eingeschworenen Truppe. Darauf schwört der SZO nicht nur bei „Heimspielen“. Der Sound ist mit Saxofonen, Posaunen, Trompeten und Tuben zeitgemäß. Gespielt wird bei weiten nicht nur Marschmusik – selbst Musik von Queen oder Bon Jovi gehört zum Repertoire. (dpa)

Von Jörg Schurig