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Lokales Knöllchen für den Olympiasieger
Dresden Lokales Knöllchen für den Olympiasieger
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07:51 05.03.2018
Francesco Friedrich wurde mit einem Knöllchen und vielen jubelnden Pirnaern empfangen.  Quelle: Daniel Förster
Pirna

 Während hunderte Begeisterte dem zweifachen Bob-Olympiasieger von Pyeongchang, Francesco Friedrich, auf dem Markt zujubelten, mit ihm und seinem Team in seiner Heimatstadt seine Erfolge feierten, war ein pflichtbewusster Gesetzeshüter befleißigt, ihm ein Knöllchen zu verpassen. Später nahm jener Bürgerpolizist auch gern ein Autogramm mit.

Eigentlich könne man sich nur an den Kopf greifen, sagt Dietmar Wagner. Er managt die Allianz „Bobteam Friedrich“ als Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und hat den Empfang gemeinsam mit vielen Partnern organisiert. „Wir machen jetzt erst einmal einen Spaß draus.“ Francesco Friedrich hatte den dunkelbraunen BMW F30, den er fährt, auf der Rückseite des Rathauses vor dem Hintereingang geparkt und den Wagen auf eine Sperrfläche daneben abgestellt. „Ich habe ihm gesagt, stellt euch hier her“, erklärt Wagner. „Heute Abend ist der Markt uns. Da interessiert es niemanden, ob hier ein Behindertenschild steht oder Halteverbot ist.“ Vielleicht war das etwas leichtfertig und überschwänglich. Denn: Einer hatte die „Falschparker“ schnell im Fokus – Pirnas stadtbekannter Bürgerpolizist.

Während die Bobsportler auf der Bühne vor der anderen Rathausseite im Rampenlicht stand, geduldig von den Winterspielen berichteten, Autogramme schrieben und sich fotografieren ließen, schrieb der Beamte vom Polizeirevier Pirna ihm und auch dem Caterer, der die Gäste bewirtete, einen Strafzettel und heftete das Papier an die Frontscheiben.Eigentlich wäre der Beamte ja im Recht gewesen. „Hallo, geht´s noch“, platzte es aus Wagner heraus. "Man hätte auch mal drüber hinweg sehen können. Schließlich waren der Olympiasieg und der Empfang eine tolle Sache für Pirna. Und das ausgerechnet ein Polizist ein Knöllchen an das Auto des Olympiasiegers gemacht hat, haben ja unzählige vorbeigehende Leute gesehen. Auch der Strafzettel sei nicht zu übersehen gewesen. Francescos Auto ist nicht zu verkennen. Im Gegenteil. Schon allein wegen dem Schriftzug des Bob- und Schlittenverbands (BSD).

Offenbar war die Angelegenheit auch dem Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) mehr als peinlich. Als der Rathauschef den Strafzettel an Francescos Wagen entdeckte, nahm er ihn schnell an sich. Wagner scherzhaft: „Wer ihn hat, bezahlt auch.“ Immerhin droht den Parksündern ein Bußgeld in Höhe von jeweils 35 Euro.

Übrigens: Pirnas Bürgerpolizist trat später auch an die Bühne, vor der Fans trotz der Kälte beharrlich in einer langen Schlange nach Autogrammkarten anstanden. Dort bekam er auch eine.

Von Daniel Förster

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