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Lokales Klimawandel gefährdet den Großen Garten in Dresden
Dresden Lokales Klimawandel gefährdet den Großen Garten in Dresden
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17:50 03.10.2019
Eine etwa 150 Jahre alte, abgestorbene Hängebuche im Großen Garten Dresden. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

Die Klimaveränderungen haben gravierende Folgen, auch für Sachsens Parks und Gartenanlagen. Hitze und vor allem Trockenheit machen den Gehölzen zu schaffen. Die Anfälligkeit von geschwächten Bäumen gegenüber Krankheiten und Schädlingen steigt. Es sterben vermehrt Bäume ab. Extremwetterereignisse tun ihr übriges.

Nicht abwarten, sondern handeln

Beispiel Großer Garten Dresden: 2017 mussten die Baumpfleger in der rund 20.000 Bäume zählenden Gartenanlage 36 Baumfällungen vornehmen, 2018 waren es 56 und in diesem Jahr allein bis August 100 Fällungen. Die Zahl der Bäume, die von der gefährlichen Rußrindenkrankheit betroffen sind, beträgt in diesem Jahr bis jetzt 32 Bäume. 2018 waren noch elf Bäume erkrankt, so Frithjof Pitzschel. Er ist bei den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen für den Bereich Gärten zuständig.

Weiterlesen:
Rußrindenkrankheit lässt Ahornbäume in Dresden sterben

Nicht in allen sächsischen Parks seien gegenwärtig solch gravierende Entwicklungen in gleichem Umfang zu beobachten, relativiert Pitzschel. Allerdings seien Schäden aus den vergangenen beiden trockenen Sommern auch erst in vier oder fünf Jahren in ihrem ganzen Ausmaß wirklich feststellbar.

Frithjof Pitzschel, Leiter des Bereichs Gärten bei SBG gGmbH. Quelle: Catrin Steinbach

Klar sei jedoch, dass man jetzt handeln müsse, damit historische Gärten und Parks auf lange Sicht erhalten bleiben. Und dass man mehr Mittel zur Erhaltung der wertvollen historischen Parkanlagen brauchen werde.

Mit mehr Bewässerung und Neupflanzungen ist es aber nicht getan. Und Rezepte, die im Forst zur Wiederaufforstung gefunden werden, lassen sich auf Gartendenkmale nicht 1 : 1 anwenden, macht Michael Hörrmann klar.

Er ist Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland e.V., einem deutschlandweiten Verbund staatlicher, kommunaler und auch privater historischer Gärten und Landschaftsparks.

Parks ähneln Gemälden

Michael Hörrmann, Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland e.V. Quelle: Catrin Steinbach

Dessen Mitglieder sind fest entschlossen, gemeinsam und mit Hilfe externer Fachleute tragfähige Konzepte für die Zukunft zu entwickeln und Ergebnisse einzelner Forschungsergebnisse für alle nutzbar zu machen. Die erste Maßnahme sei eine bundesweite Kartierung der Schäden.

Dass die Lösungen aus dem Forst nicht automatisch für historische Gartenanlagen anwendbar sind, sei in der Natur eines Gartendenkmals begründet. Dort ist Baum eben nicht gleich Baum. Wenn ein Baum mit vielen anderen Gehölzen nur eine Umrahmung in einem Gartenbild darstelle, dann sei es relativ egal, ob da eine Kastanie, eine Eiche oder eine Ulme wachse, so Michael Hörrmann.

Doch Landschaftsparks zum Beispiel seien geplant wie ein Gemälde und geprägt u.a. durch Anordnung, Form, Wuchs, Kronenform und Blattfärbung von Bäumen.

Erhalten und nachpflanzen

„Wenn ein Gartenkünstler einem bestimmten Baum eine bildgebende Funktion in einer Gartenanlage gegeben hat, dann sollte man viel versuchen, um ihn zu erhalten“, macht Michael Hörrmann deutlich. „Unser Ziel ist es, die Lebensspanne solcher bildgebenden Bäume so lange wie möglich zu verlängern. Doch gleichzeitig müssen wir heute den Baum nachpflanzen, damit er in 30 Jahren das absterbende Gehölz ersetzen kann.“

„Es ist nicht unser Ansatz, solche wichtigen Gehölze einfach durch eine andere Art zu ersetzen“, macht Frithjof Pitzschel noch deutlicher. Ziel sei, vom genetischen Ursprungsmaterial ein neues Bäumchen am Standort heranzuziehen, damit es angepasst an die Bedingungen dort groß werden kann. Ob das funktioniert, weiß keiner. Die Zukunft werde es zeigen.

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Schildkröten, Waschbären und Maos Enten – Diese Exoten leben im Großen Garten

Von Catrin Steinbach

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