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Lokales Kirchenmitarbeiter: „Nein“ zur Bundeswehr in der Frauenkirche
Dresden Lokales Kirchenmitarbeiter: „Nein“ zur Bundeswehr in der Frauenkirche
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21:54 09.09.2015
Die Frauenkirche in Dresden. Quelle: Dominik Brüggemann

Der Stiftung und den Militärverantwortlichen sei der Vorwurf zu machen, „etwas zu veranstalten, das sich theologisch, kirchlich und politisch als bedenklich erweist“. Die Gruppe will verhindern, dass in der Frauenkirche am 30. April ein „musikalischer Gottesdienst“ gefeiert wird, bei dem ein Bundeswehr-Musikkorps aus Erfurt spielt.

Die Frage, ob „in einer so symbolträchtigen Kirche (...) die Bundeswehr (...) als Veranstalter eines Gottesdienstes auftreten darf, beantworten wir mit einem klaren Nein“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Gruppe. Die Unterzeichner begründen ihre Position mit der Trennung von Staat und Kirche und mit der Tatsache, dass Militärmusik bei der Bundeswehr als Form der Imagepflege gilt. „Gottesdienste sind grundsätzlich kein Ort für Imagepflege und Werbung in eigener Sache“, stellen sie fest. Selbst wenn ein Militärmusikkorps fromme Melodien spiele, erinnere das daran, „dass Kirchen mit Feldgesangbüchern und Heldendenkmalen die Kriege nicht nur verharmlost, sondern auch verherrlicht haben“.

Ihr Protestschreiben hat die Gruppe gestern an Landesbischof Jochen Bohl und das Pfarrbüro der Frauenkirche geschickt. Der Einspruch solle den „notwendigen theologischen, kirchlichen und politischen Diskurs nicht ersetzen, jedoch wesentliche Aspekte aus Sicht der Unterzeichnenden zur Sprache bringen“, erklärte der Dresdner Kirchenmusiker und Mitunterzeichner Stefan Gehrt das Schreiben. Selbstverständlich könnten Soldaten am kirchlichen Leben teilnehmen, Gotteshäuser aufsuchen und Gottesdienste mitfeiern. „Aber der dienstliche Auftrag der Bundeswehr endet spätestens vor der Kirchentür.“

Demgegenüber versteht Oberst Michael Knop, Kommandeur des Bundeswehr-Landeskommandos Sachsen, den Gottesdienst als Signal an die Zivilbevölkerung. „Wir Soldaten fühlen uns als Teil der Gesellschaft in Dresden und in Sachsen“, begründet er die Position der Bundeswehr als Einlader.

Christoph Springer

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